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Satelliteninternet: China will 20.000 Satelliten als Konkurrenz zu Starlink

Mit Starlink , OneWeb und künftig dem Amazon -Projekt Kuiper sowie der China Satellite Network Group ist laut Experten "eine größere Kollision an einem Punkt unausweichlich" .
/ Achim Sawall , dpa
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Grafik von China Satellite Communications (Bild: China Satellite Communications)
Grafik von China Satellite Communications Bild: China Satellite Communications

Auch China plant den Aufbau einer Megakonstellation für Satelliteninternet. Nach den bisher bekannten Plänen sollen mehr als 20.000 Satelliten(öffnet im neuen Fenster) in Umlaufbahnen gebracht werden.

Im April wurde unter staatlicher Führung die China Satellite Network Group gegründet(öffnet im neuen Fenster) , die alle Aktivitäten bündelt. Diese hat wie SpaceX den großen Vorteil, sich die nötigen Raketenstarts selbst ermöglichen zu können.

China bündelt Ressourcen für sein Satelliteninternet

Hinter Chinas Plänen steht die Kommission der Regierung zur Kontrolle und Verwaltung von Staatsvermögen. Obwohl erst im April gegründet, ist die Network-Gruppe auf der Liste der Top-Staatsunternehmen schon auf Platz 26 zu finden, direkt hinter den drei Telekomkonzernen Chinas.

Zuvor gab es bereits die zwei konkurrierenden Programme Hongyun und Xingyun, die nun zusammengelegt wurden. "Das Land will seine Ressourcen bündeln und auf schnellen Fortschritt dringen" , kommentierte das chinesische Wirtschaftsmagazin Caixin(öffnet im neuen Fenster) .

Das Meganetz kam auf die Liste neuer Infrastruktur-Entwicklungen, die von der Regierung gefördert werden. Im September beantragte China bereits bei der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) der Vereinten Nationen das Spektrum für seinen Internetdienst mit vorerst 12.992 geplanten Satelliten.

"China ist langsam mit dem Satelliteninternet" , zitierte Caixin einen Forscher. "Andere sind schon losgelaufen. So können wir nicht warten. Schließlich sind die Ressourcen in Orbit und Spektrum begrenzt."

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Eine russische Sojus-Rakete brachte erst am vergangenen Samstag 36 weitere Satelliten für das mit Airbus kooperierende OneWeb ins All und baute dessen Flotte damit auf 218 aus. Das von SpaceX betriebene Starlink-Netzwerk hat schon mehr als 1.600 Satelliten im Erdorbit und damit die Führung. Nachzügler sind Amazon mit dem Projekt Kuiper und jetzt die chinesische Satellite Network Group.

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Aufsichtsorgan für den Weltraum gefordert

Raumfahrtexperte Jonathan McDowell vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts sieht Gefahren für die Raumfahrt durch den ohnehin schon mit Weltraummüll vollen und nun noch zusätzlich gefüllten Erdorbit .

"Ich denke, eine größere Kollision ist an einem Punkt unausweichlich" , sagte der Astrophysiker der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er schlägt vor, ein Aufsichtsorgan zur Kontrolle des internationalen Verkehrs im Weltraum zu schaffen, um die Risiken zu mindern. Auch müsse die Zahl der Satelliten in bestimmten Höhen begrenzt werden, um einer Überbelegung vorzubeugen.


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