Satelliteninternet: Amazon kündigt endlich Starttermin für Project Kuiper an

Lange nach der Ankündigung geht Project Kuiper für Satelliteninternet in den Orbit. Auch das Nutzerterminal wird von Amazon ausprobiert.

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Amazon geht mal wieder ins All.
Amazon geht mal wieder ins All. (Bild: Amazon)

Amazon wird seine ersten beiden Satelliten des Project Kuiper für Internetversorgung im vierten Quartal 2022 in den Orbit bringen lassen. Das gab der US-Konzern am 1. November 2021 im Firmenblog bekannt. Für sein künftiges LEO-Satellitennetz (Low Earth Orbit) sei ein Lizenzantrag für den experimentellen Betrieb der Prototyp-Satelliten Kuiper Sat-1 und Kuiper Sat-2 an die US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) geschickt worden.

Amazon hatte im April 2021 einen Vertrag zum Start der Satelliten mit der US-amerikanischen United Launch Alliance (ULA) unterzeichnet, ein Unternehmen, hinter dem Lockheed Martin und Boeing stehen, und das mit der europäischen Arianespace konkurriert. Von ABL Space Systems kommt die neue RS1-Rakete. Die Starts werden laut Amazon auf der Cape Canaveral Space Force Station im US-Bundesstaat Florida stattfinden.

"Wir haben viele neue Technologien entwickelt, um unsere Kosten- und Leistungsziele für Project Kuiper zu erreichen. Alle Systeme werden in simulierten und Laborumgebungen gründlich getestet, und wir werden bald ihre Leistung im Weltraum sehen", sagte Rajeev Badyal, Vice President Technology bei Project Kuiper. Man erwarte, angesichts der Komplexität und des Risikos des Betriebs in einer so herausfordernden Umgebung viel zu lernen.

Insgesamt zehn Milliarden US-Dollar Kosten

Das Team werde auch Tests mit Prototypen des Kundenterminals durchführen, das günstiger als herkömmliche Antennen sein soll. Konkurrent Starlink erklärte, dass man durch die Chipknappheit Probleme habe, seine Satellitenschüssel, Router und Kabel auszuliefern. "Die Siliziumknappheit hat die Produktion verzögert, was unsere Fähigkeit zur Ausführung von Bestellungen beeinträchtigt", erklärte SpaceX in einer FAQ auf der Starlink-Support-Website.

Amazon erhielt bereits im Juli 2020 von der FCC die Genehmigung zum Start von LEO-Satelliten des Projekts Kuiper, was insgesamt zehn Milliarden US-Dollar kosten soll. Die Konstellation soll aus 3.236 Satelliten in unterschiedlichen Umlaufbahnen bestehen: Der höchste Orbit liegt in 630 km Höhe. Dort will Amazon 1.156 Satelliten stationieren. 20 km niedriger sollen 1.296 Satelliten kreisen. Der niedrigste Orbit befindet sich bei 590 km. Dort werden 784 Satelliten ausgesetzt.

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