Satellitenbilder: Das Verschwinden einer arktischen Insel
Russische Schüler und Studenten haben während des Risksat-Projekts des Moskauer Luftfahrtinstituts Satellitenfotos ausgewertet und dabei das Verschwinden der Insel Mesyatsev in der russischen Arktis dokumentiert. Das teilte die Russische Geographische Gesellschaft am 31. Oktober 2024 mit(öffnet im neuen Fenster) .
Auf Satellitenbildern vom 3. September 2024 war die Insel bereits verschwunden. Doch am 12. August 2024 war sie noch da – zum Verblüffen der Fachwelt. Diese hatte die Beobachtungen der schrumpfenden arktischen Insel nämlich wenige Jahre zuvor eingestellt, weil sie davon ausging, dass die Insel nur noch wenige Monate bestehen wird.
Die Insel Mesyatsev
Bei Mesyatsev handelte es sich um eine Eis- und Geröllplatte, die sich direkt vor der Küste der größeren Insel Eva-Liv im Franz-Josef-Land befand – einem russischen Archipel mit mehr als 190 Inseln im Arktischen Ozean.
Als die Mesyatsev-Insel noch mit der Eva-Liv-Insel verbunden war, war sie ein wichtiger Ort für Walrosskolonien. Nachdem die Eismasse abgebrochen sei, hätten die Tiere jedoch einen neuen Treffpunkt für die Tragzeit finden müssen, erklärte der Leiter der Abteilung für die Erhaltung des historischen und kulturellen Erbes des russischen Arktis-Nationalparks, Jewgeni Jermolow, der russischen Nachrichtenagentur Tass(öffnet im neuen Fenster) .
Eine Forschungsgruppe geht in ihrer Studie aus dem Jahr 2019(öffnet im neuen Fenster) davon aus, dass die kleine Insel wahrscheinlich irgendwann vor 1985 abgebrochen sei. Im Jahr 2010 hatte Mesyatsev eine Fläche von etwa 1,1 Millionen Quadratmetern, was etwa 155 Fußballfeldern entspricht.
Einstellung der Beobachtung – und späte Überraschung
Der Schmelzvorgang begann, nachdem sich Mesyatsev von der Insel Eva-Liv gelöst hatte. Im Jahr 2015 maß die Insel noch etwa 530.000 Quadratmeter. Das war bereits weniger als die Hälfte ihrer Gesamtfläche im Jahr 2010.
In Aufnahmen vom Sommer 2021 war zudem eine starke Verdunkelung der eisigen Oberfläche zu sehen. Diese ist vermutlich auf eine Staubschicht zurückzuführen, die entweder auf die Insel geweht oder vom schmelzenden Eis freigesetzt worden war. Dadurch habe das Eis begonnen, mehr Sonnenstrahlung zu absorbieren, teilte die Russische Geographische Gesellschaft am 10. Januar 2022 mit(öffnet im neuen Fenster) .
Bis 2022 war die Insel so klein geworden, dass Forscher die Überwachung einstellten, weil sie dachten, sie würde bald verschwinden. Damals wurde aber auch gesagt, dass die Staubschicht eventuell von Wellen oder Regenwasser abgewaschen werde – was den Schmelzvorgang wieder verlangsamen würde.
Bei der Auswertung am 12. August 2024 war die Insel immer noch da. Eigentlich war sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als ein Eisberg mit einer Fläche von nur noch 30.000 Quadratmetern (etwa vier Fußballfelder). Das entspricht einem Verlust von mehr als 99,7 Prozent innerhalb der vergangenen vierzehn Jahre. Einen Monat darauf war die Insel dann komplett verschwunden. Die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel sind die wahrscheinlichste Ursache für das Verschwinden von Mesyatsev.
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