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Satelliten: Kleiner Satellit aus Bremen will bei den Großen mitspielen

Die letzten zivilen deutschen Nachrichtensatelliten sind noch im Auftrag der Bundespost gebaut worden. Jetzt kommen endlich neue. Und mit der neuen Satellitenplattform Small GEO des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB soll noch viel mehr als nur Nachrichtensatelliten gebaut werden.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Der neue SmallGEO Satellit in künstlerischer Darstellung
Der neue SmallGEO Satellit in künstlerischer Darstellung (Bild: OHB-Systems-AG)

Deutsche Nachrichtensatelliten sind im geostationären Orbit zu einer Seltenheit geworden. Der letzte war der Satellit Kopernikus, der 1983 im Auftrag der Bundespost gebaut und 1989 an Bord einer Ariane-4-Rakete gestartet wurde. Nach 28 Jahren ist in der Nacht zum Samstag wieder ein Nachrichtensatellit aus deutscher Fertigung gestartet. Der Satellit Hispasat 36W-1 wurde von dem Bremer Raumfahrtunternehmen OHB als erster Vertreter der Small-GEO-Plattform gebaut und soll als Nachrichtensatellit für Südamerika und die Iberische Halbinsel dienen. Mithilfe der Plattform soll in Zukunft mit kleinen Satelliten die gleiche Leistung wie bei großen erreicht werden. Doch noch gibt es einige Herausforderungen.

Inhalt:
  1. Satelliten: Kleiner Satellit aus Bremen will bei den Großen mitspielen
  2. Satelliten brauchen viel Treibstoff
  3. Die Nutzlast könnte nochmal verdoppelt werden

Wie kann der Antrieb effizienter gebaut werden, wie sind Kunden davon zu überzeugen, dass fünf bis sechs Monate Transferzeit für den Satelliten bis zur endgültigen Umlaufbahn akzeptabel sind - oder sogar ein ganzes Jahr? Und wie kann der Satellitenbus universell gestaltet werden? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Dominik Lang, Projektplaner und Direktor im Sales und Managementbereich von OHB.

Experten waren gerade noch zu finden

Zunächst einmal musste das Unternehmen aber Ingenieure auftreiben, die sich mit der Entwicklung solcher Satelliten auskannten. Das war in Deutschland nicht einfach. In den 90er Jahren war das Interesse am Bau von kommerziellen Kommunikationssatelliten hauptsächlich durch den Wegfall der staatlichen Nachfrage geschwunden. Der Bedarf wurde seither zu einem Teil von amerikanischen Satelliten gedeckt. Außerdem gründete sich mit SES in Luxemburg einer der größten Satellitenanbieter der Welt, der einen Teil der deutschen Ingenieure übernahm.

OHB hatte schließlich dennoch Erfolg. "Wir haben festgestellt, dass diese Experten gerade noch existieren", sagt Dominik Lang. Doch es war ein weiter Weg: "Die Expertise musste mit tatkräftiger Unterstützung des DLRs und der Esa in Deutschland erst wieder aufgebaut werden."

Ein universeller Satellitenbus

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Hispasat ist der erste Satellit, der den neuen Small-GEO-Satellitenbus nutzen wird. Damit nicht jeder Satellit von Grund auf neu entwickeln werden muss, bestehen diese im Allgemeinen aus einer Trägerplattform, dem Satellitenbus und der eigentlichen Nutzlast. Dabei hat der Satellitenbus vor allem die Aufgabe, die Nutzlast an die vorgesehene Stelle im Orbit zu bringen und sie dort in der richtigen Lage und Position zu halten. Außerdem versorgt er sie mit Strom und hält die Temperaturen konstant.

Der Plan für einen modernen Satellitenbus entstand aus den ComsatBW Satelliten der Bundeswehr. Die Bundeswehr gab 2006 zwei kleinere Nachrichtensatelliten in Auftrag, um die Kommunikation der Soldaten bei Auslandseinsätzen, wie in Afghanistan, sicherzustellen. Diese konnten nicht beschafft werden, und so erhielt OHB den Auftrag, sie zu entwickeln. "Der damalige Firmeninhaber, Manfred Fuchs, hat gesagt: 'Wir müssen doch fähig sein, in Deutschland ganze Kommunikationssatelliten zu bauen, um im größten Markt in der Raumfahrt, der Kommunikation, wieder eine Rolle spielen zu können'" sagt Lang.

Aus der dabei gewonnenen Erfahrung sollte schließlich ein moderner Satellitenbus entwickelt werden, der flexibel an die Bedürfnisse und Nutzlasten der Kunden angepasst werden kann und nicht nur auf eine bestimmte Mission zugeschnitten ist. Das geht über den Bau von Kommunikationssatelliten hinaus. Dabei besteht in der äußerst konservativen Branche ein großes Potenzial für Verbesserungen.

GPS unabhängig von der Erde

Mit Small GEO macht OHB einen Schritt in die richtige Richtung. So soll in Hispasat erstmals ein GPS-Empfänger zur unabhängigen Positionsbestimmung zum Einsatz kommen. Normalerweise wird die Satellitenposition von der Erde aus bestimmt und an den Satelliten weitergegeben. Dabei ist die Nutzung der Navigationssatelliten ein Problem, denn deren Signale werden nur in Richtung Erde gefunkt. Um trotzdem navigieren zu können, sind die Satelliten auf Signale angewiesen, die dabei ungewollt von der Rückseite, an der Erde vorbei, zum Satelliten gelangen.

Eine große Herausforderung ist es noch, den Treibstoffbedarf des Satelliten einzudämmen.

Satelliten brauchen viel Treibstoff 
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stoney0815 28. Jan 2017

Ach ja, der gute alte "Weltraumschlepper". Die Idee gibt's schon lange. Wollte nicht erst...

Frank... 27. Jan 2017

Ja, es war mir bewusst, dass die Bezeichnung etwas unglücklich ist. Aber "Hispasat" ist...

xProcyonx 27. Jan 2017

+1

Frank... 27. Jan 2017

Vielen Dank! Ich hatte mich beim dem Artikel so sehr auf die Satelliten konzentriert...


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