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Satelliten-Internet: Starlink-Blockade lähmt russische Offensive

Russische Truppen in der Ukraine können nicht mehr auf das Satellitennetzwerk Starlink zugreifen. SpaceX hat offenbar eine Whitelist aktiviert.
/ Andreas Donath
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Russische Angriffsdrohne Molniya 2 mit Starlink (Bild: Serhii Flash)
Russische Angriffsdrohne Molniya 2 mit Starlink Bild: Serhii Flash

Russische Einheiten verlieren den Zugang zum Satellitennetzwerk. Militärblogger berichteten von zusammengebrochener Kommunukation und gestoppten Angriffen an mehreren Frontabschnitten.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bestätigte auf X(öffnet im neuen Fenster) , dass ausschließlich auf einer Whitelist registrierte Terminals weiterhin funktionierten. Die Ukraine arbeite eng mit SpaceX zusammen , um alle eigenen Geräte zu erfassen. Fedorow sprach von der weltweit ersten Echtzeitimplementierung solcher Sicherheitsmaßnahmen in einem aktiven Konflikt.

SpaceX verkauft nach eigenen Angaben keine Starlink-Terminals an Russland. Ukrainische Quellen berichten jedoch, dass russische Soldaten seit rund einem Jahr den Dienst nutzten. Die Geräte gelangen mutmaßlich über Zwischenhändler aus den Golfstaaten nach Russland.

Drohnen mit Starlink-Anbindung

In den vergangenen Wochen baute Russland nach ukrainischen Angaben vermehrt Starlink-Terminals in Angriffsdrohnen ein. Dies erhöht die Zuverlässigkeit der Drohnen und erschwert deren Abwehr. Fedorow wandte sich daraufhin direkt an SpaceX, um eine technische Lösung zu finden.

Der Kontakt zu SpaceX-Chef Elon Musk besteht seit 2022. Damals organisierte Fedorow als Digitalminister den Zugang zu Starlink für ukrainische Truppen. Im Kriegsverlauf verhängte Musk allerdings auch Beschränkungen gegen die Ukraine – unter anderem sperrte er die Nutzung für Seedrohnenangriffe auf russische Militärhäfen auf der Krim.

Vergangene Woche kündigte Musk an, Russland den Starlink-Einsatz zu erschweren(öffnet im neuen Fenster) . Die nun gemeldeten Ausfälle könnten die Umsetzung dieser Ankündigung sein.

Serhij Beskrestnow (Serhii Flash), ein Berater Fedorows, teilte mit, dass ukrainische Ausfälle nur nicht rechtzeitig registrierte Geräte beträfen. Dies werde nachgeholt.

Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Da jedoch auch russische Militärblogger von einem Angriffsstopp berichteten, gewinnen die Informationen an Glaubwürdigkeit. Unklar bleibt, wie stark Russland auf Starlink angewiesen ist.


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