Satelliten: DLR baut Teleskop zur Überwachung von Weltraumschrott

Wenn es Anfang 2021 eingeweiht wird, soll es laut DLR das größte Teleskop dieser Art in Europa sein.

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Verteilung von Objekten im Erdorbit: bis zu 70.000 Satelliten Ende der 2020er
Verteilung von Objekten im Erdorbit: bis zu 70.000 Satelliten Ende der 2020er (Bild: Esa)

Ausgebrannte Raketenstufen, kaputte Satelliten, Trümmerteile: In den verschiedenen Orbits kreisen Tausende kleiner und großer Schrottteile um die Erde, die Satelliten und Raumfahrzeuge gefährden können. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) baut ein Observatorium, das Schrottteile beobachten soll.

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Das MS-Lart, eine Abkürzung für: Multi-Spectral Large Aperture Receiver Telescope, deutsch etwa: multispektrales Empfangsteleskop, entsteht auf dem Gelände des Innovationscampus Empfingen im Nordschwarzwald, etwa 60 Kilometer südwestlich von Stuttgart. Es wird einen 15 Meter hohen Rundturm mit drehbarer Kuppel haben. Darin wird ein Teleskop montiert, dessen Primärspiegel einen Durchmesser von 1,75 Metern hat.

Das DLR sucht nach Weltraumschrott

Zweck des Teleskops wird sein, Flugbahn und Beschaffenheit von Objekten in einer niedrigen Umlaufbahn (Low Earth Orbit, kurz LEO) präzise und zuverlässig zu erfassen, um Kollisionen zu verhindern. Mit Hilfe spezieller Laser kann die Entfernung zu den Objekten genau vermessen werden. Zudem soll das Teleskop neue Objekte in der Erdumlaufbahn finden. Mit Hilfe von Spektrometern wird das Licht, das sie emittieren, analysiert, um sie zu klassifizieren.

"Das neue und wesentlich größere Teleskop ermöglicht es uns, noch kleinere Objekte zu untersuchen und die Technologieentwicklung in diesem Bereich wesentlich voranzutreiben. Unser Ziel ist es, Objekte, die bis zu zehn Zentimeter klein sind, zu erfassen, zu orten und zu bestimmen", sagte Thomas Dekorsy. Er ist Direktor des in Stuttgart ansässigen DLR-Instituts für Technische Physik, das das Observatorium betreiben wird.

Das DLR weiht MS-Lart im Frühjahr 2021 ein

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Die Bauarbeiten beginnen in Kürze. Das "First Light", also wenn erstmals Licht auf den Teleskopspiegel fällt, ist für Dezember geplant. Im kommenden Frühjahr soll das Observatorium eingeweiht werden. Es wird laut DLR das größte Forschungsteleskop dieser Art in Europa sein.

  • So wird das fertige Observatorium aussehen. (Bild: DLR/CC-BY 3.0)
  • Die Gabel des Teleskops, das vom österreichischen Unternehmen Astro Systeme Austria (ASA) gefertigt wird (Bild: ASA)
  • Sie wird den 1,75 m großen Primärspiegel tragen. (Bild: ASA)
So wird das fertige Observatorium aussehen. (Bild: DLR/CC-BY 3.0)

Im LEO, in 400 bis 2.000 Kilometern Höhe, kreisen rund tausend Satelliten und die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) um die Erde. Derzeit sind zusätzlich Megakonstellationen für den Internetempfang im Aufbau, wie die von Starlink, die in der vollständigen Ausbaustufe aus 12.000 Satelliten bestehen soll. Ende der 2020er Jahre könnten laut Expertenschätzungen 70.000 Satelliten im Orbit unterwegs sein. Dadurch steigt die Gefahr von Kollisionen im Orbit, wodurch das Problem des Weltraumschrotts noch größer wird.

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