Satellit: Daten von Aeolus werden für Wettervorhersage genutzt
Ein neues Instrument für die Wettervorhersage: Die Daten, die der Satellit Aeolus liefert, werden künftig für die Erstellung von Wettervorhersagen eingesetzt. Die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) hatte Aeolus 2018 in die Erdumlaufbahn geschossen.
Aeolus verfügt über ein Instrument, um Windgeschwindigkeiten in der Atmosphäre zu messen. Aladin, eine Abkürzung für Atmospheric Laser Doppler Instrument, besteht aus einem leistungsstarken Laser, einem Teleskop und einem Empfänger. Der Laser emittiert kurze Pulse von ultraviolettem Licht in die Atmosphäre. Das Licht trifft auf Partikel oder Moleküle, die mit dem Wind fliegen. Das Licht wird zurückgeworfen und vom Teleskop erfasst. Anhand der Verschiebungen der Wellenlänge des Lichts wird die Windgeschwindigkeit errechnet.
Der Satellit ist erst seit anderthalb Jahren im Orbit. Dennoch hat sich das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts, ECMWF) entschlossen, die Daten von Aeolus für seine Vorhersagen zu nutzen. Dass "ein komplett neuer Typ von Satellitendaten so schnell nach dem Start für die Nutzung in Vorhersagen in der Praxis bereit" ist, ist laut Esa(öffnet im neuen Fenster) "äußerst ungewöhnlich" .
Sie hätten die Auswirkungen des Einsatzes der Aeolus-Daten auf die Wettervorhersagen sorgfältig geprüft, sagt Michael Rennie vom ECMWF. Dazu habe eine Überprüfung der Datenqualität gehört, aber auch, ob und wie sehr Aeolus die Prognosen konsistent verbessere.

"Unsere Experimente zeigten, dass Aeolus tatsächlich einen positiven Einfluss hatte, und das macht einen großen Unterschied aus, besonders in Teilen der Welt, wo es an anderen Windbeobachtungen mangelt" , sagt er. Die Messungen von Aeolus seien ein wichtiges Instrument im Weltraum für die Vorhersagequalität. Die größten Verbesserungen gebe es für die tropischen Regionen sowie für die Südhalbkugel.
Dabei sah Aeolus(öffnet im neuen Fenster) zunächst nicht nach einer Erfolgsgeschichte aus: Der Satellit, der nach dem Windgott der griechischen Mythologie benannt ist, wurde im August 2018 ins All geschossen und nahm im Herbst des Jahres seinen Betrieb auf. Nach etwa einem halben Jahr wurde bekannt, dass der Laser nicht so arbeitete, wie er sollte. Daraufhin wurde auf den Ersatzlaser umgeschaltet, der offensichtlich einwandfrei funktioniert.
Ziel des Projekts ist eine deutliche Verbesserung von Windvorhersagen über drei bis sieben Tage. Profitieren sollen Betreiber von Windparks, die die Einspeisung in die Stromnetze besser planen sollen.
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