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Satellit: Capella-2 beobachtet die Erde durch Wolken und bei Nacht

Der Satellit des US-Unternehmens Capella Space hat ein Instrument an Bord, das Wolken durchdringt und im Dunkeln sieht.
/ Werner Pluta
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Künstlerische Darstellung von Capella 2: Sechs weitere Satelliten sollen folgen. (Bild: Capella Space)
Künstlerische Darstellung von Capella 2: Sechs weitere Satelliten sollen folgen. Bild: Capella Space

Diesem Satelliten bleibt nichts verborgen: Das US-Unternehmen Capella Space hat einen Satelliten in die Umlaufbahn gebracht, der bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit auch kleine Objekte auf der Erde erkennen kann. Er kann sogar in Gebäude spähen.

Capella-2 kreist laut dem Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) seit etwa drei Monaten um die Erde. Der Satellit ist mit einem Synthetic Aperture Radar (SAR) ausgestattet. Das Instrument sendet ein starkes 9,65-Gigahertz-Funksignal aus. Aus den reflektierten Signalen wird dann ein Bild errechnet.

Zu jedem Zeitpunkt seien 75 Prozent der Erdoberfläche vom Weltraum aus nicht sichtbar, sagte Capella-Chef-Payam Banazadeh dem Onlinemagazin Futurism(öffnet im neuen Fenster) : Auf einer Hälfte sei es Nacht, und es sei immer ein Teil bewölkt.

Capella-2 schaut durch Wolken

Für Capalla-2 hingegen seien "die Wolken ziemlich durchsichtig" , sagte Banazadeh. "Man kann Wolken, Nebel, Feuchtigkeit, Rauch und Dunst durchdringen. Das macht alles nichts mehr aus. Und weil man sein eigenes Signal erzeugt, ist es, als ob man eine Taschenlampe bei sich trägt. Es ist egal, ob es Tag oder Nacht ist."

Der Satellit kann laut Banazadeh sogar durch dünne Wände oder Dächer schauen. Er habe etwa ein Flugzeug unter einem Vordach erkannt. Wände oder Dächer normaler Gebäude könne das SAR aber nicht durchdringen. Die Auflösung ist hoch: Ein Pixel im Bild entspricht einer Fläche von von 50 mal 50 Zentimetern auf der Erde. Bei anderen SAR-Satelliten liegt die Auflösung bei etwa 5 Metern.

Wenn zwei SAR-Satelliten auf dasselbe Ziel angesetzt werden, können sie dieses dreidimensional abbilden, bis hin zu winzigen Höhenunterschieden. So ließe sich beispielsweise messen, wie viel Öl in offenen Öltanks gelagert werde oder wie viel an einem bestimmten Tag in einem Tagebau abgebaut werde, sagte Banazadeh. Daraus wiederum ließen sich Rückschlüsse auf den Marktwert bestimmter Rohstoffe ziehen.

Aktuell hat Capella erst einen Satelliten im Orbit. Sechs weitere sollen folgen. Vor einigen Tagen hat das Unternehmen zudem eine Onlineplattform, die Capella Console, eingerichtet, über die Kunden hochaufgelöste Satellitendaten in Echtzeit abrufen können - wenn die Konstellation komplett ist, jederzeit von jedem Punkt der Erde. Als Kunden sieht Banazadeh in erster Linie Regierungseinrichtungen. Aber auch Wissenschaftler und natürlich die Wirtschaft könne profitieren.


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