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Sapphire Rapids: Intels Xeon SP v4 erscheinen erst 2023

Zwei Jahre Verspätung und ein Dutzend Revisionen: Sapphire Rapids braucht viel mehr Feinschliff als geplant, AMD ist eine Generation weiter.

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Sapphire Rapids besteht aus vier Chiplets. (Bild: Intel)

Der reguläre Marktstart von Intels Xeon SP v4 alias Sapphire Rapids soll erst im Februar oder März 2023 erfolgen, wie Igor's Lab mit Verweis auf entsprechende NDA-Dokumente berichtet. Geplant ist ein Launch zwischen KW6 und KW9, denn die Server-CPUs benötigen ein weiteres Stepping.

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Mittlerweile soll Sapphire Rapids bei der E5-Revision angekommen sein, was bedeutet, dass Intel schon ein Dutzend Steppings aufgelegt hat. Solche Anpassungen sind erforderlich, um Fehler aus vorherigen Revisionen zu beheben, die noch nicht entfernt werden konnten oder gar neu hinzukamen.

Zwei Jahre später als geplant

Ursprünglich standen die CPUs auf der Roadmap für Anfang 2021, was eine Verzögerung von rund zwei Jahren entspricht. Wie bei solchen Prozessoren üblich, erhalten enge Partner wie große Cloudanbieter oder Hyperscaler lange vor dem eigentlichen Launch schon Chips, bei Sapphire Rapids steht die KW42 (Mitte Oktober 2022) für die 2-Sockel-Varianten und KW45 (Anfang November) für die 4S-Modelle auf dem Plan.

Sapphire Rapids ist Intels erstes Chiplet-Design für Server-CPUs, alle bisherigen Generationen einschließlich der aktuellen Ice Lake SP sind monolithisch. Sapphire Rapids besteht aus 60 gespiegelten Kernen, genauer aus vier Dies, aufgeteilt in zwei gespiegelte Doppelpaare. In diesem Viererpack stecken die Transistoren für ein achtkanaliges DDR5-Speicherinterface, mehrere UPI-2.0-Links und 128 PCIe-Gen5-Lanes.

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AMD ist bereits fast bei Genoa angelangt

Hätte Intel die Xeon SP v4 bereits 2021 oder zumindest im ersten Halbjahr 2022 veröffentlicht, hätten sie gegen AMDs 64-kernige Epyc 7003 (Milan, Zen 3) antreten müssen. Durch die mehrfache Verzögerung sind bald die 96-kernigen Epyc 7004 (Genoa, Zen 4) die Konkurrenz, welche aus gleich 8+1 Chiplets bestehen. Später sollen die Genoa X mit 3D-V-Cache und die 128-kernigen Bergamo (Zen 4c) folgen.

Intel wiederum plant für 2023 die Emerald Rapids, welche in den gleichen Sockel passen wie die Sapphire Rapids. Für 2024 stehen dann Sierra Forest und Granite Rapids auf der Roadmap - sofern diese nicht ebenfalls von Verschiebungen betroffen sind.