Sapphire Rapids: Intels neue Xeon-CPUs setzen auf schnellen HBM2-Speicher
Diamanten werden unter Druck und vor allem über lange Zeit geformt. Auch die Server-CPUs von Intel brauchten länger als geplant, sind dafür aber laut Hersteller auf die Anforderungen der Kunden zugeschnitten.
Intel hat die als 4th Gen Xeon Scalable bezeichneten Prozessoren heute offiziell zum Verkauf freigegeben. Mehr als zwölf Revisionen hat es gebraucht, bis sie fertig waren. Damit verbunden waren auch einige Verspätungen, was mutmaßlich an der aufwendigen Tile-Architektur und an Änderungswünschen der Kunden lag.
Während der Entwicklung arbeitete Intel bei den Xeon-Prozessoren eng mit den großen Kunden zusammen. Moderne Serverprozessoren müssen in Cloud-Umgebungen mit riesigen Datenmengen umgehen können. Intel legt den Fokus mehr auf die Performance in solchen Anwendungen statt auf die Rechenleistung in Standard-Benchmarks. Nicht ganz unpassend dazu liegt Konkurrent AMD in diesem Punkt auch seit einigen Jahren vorne.
Die neuen Xeon-Prozessoren gibt es in drei unterschiedlichen Ausführungen. Der kleinere Chip wird MCC-Die genannt (Medium Core Count) und kommt mit bis zu 32 Kernen. Das größere Modell nennt Intel XCC (Extreme Core Count). In der Variante ohne HBM kann dieser bis zu 60 Kerne haben, der Xeon Max mit bis zu 64 GByte HBM2e hat bis zu 56 aktive Kerne. Die Konfigurationen sind zahlreich, insgesamt 52 Varianten gibt es zum Launch.
Im Kern ist es Alder-Lake
Die CPU-Kerne sind die aus Alder-Lake bekannten Golden-Cove-Kerne, allerdings mit auf zwei Megabyte vergrößertem L2-Cache und entsprechenden Anpassungen für den Betrieb in Intels Tile-Architektur mit Mesh-Interconnect. Weitere neue Schnittstellen sind PCIe Gen 5 mit insgesamt 80 Lanes, CXL 1.1 für den HPC-Bereich und DDR5-4400 (2DPC) bis 4800 (1DPC). Für Multi-Sockel-Systeme kommt UPI 2.0 mit 16 GT/s und bis zu vier Lanes zum Einsatz.
Die Beschleuniger für KI-Anwendungen, Verschlüsselungsalgorithmen und schnelle Datenverarbeitung im Netzwerk sind für Intel essenziell. Für Datenbank- und KI-Anwendungen soll der HBM2e der Xeon Max eine bis zu 3,7-fache Leistung gegenüber der letzten Generation bringen. Vorher gab es HBM-Speicher nur auf GPUs, wie der älteren AMD Radeon RX Vega 64 und wenigen dedizierten Beschleunigern.