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SAP-Vorstandschef: Beschäftigte vor E-Mail am Feierabend schützen

SAP-Chef Hagemann Snabe will die Mitarbeiter nicht zwingen, auch am Feierabend und am Wochenende immer verfügbar zu sein. Das verspricht er zumindest in einem aktuellen Interview.
/ Achim Sawall
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SAP-Ko-Chef Jim Hagemann (Bild: Stringer Germany/Reuters)
SAP-Ko-Chef Jim Hagemann Bild: Stringer Germany/Reuters

SAP-Ko-Chef Jim Hagemann Snabe spricht sich dafür aus, dass sich die Beschäftigten frei entscheiden können, ob sie ständig verfügbar sein wollen. Hagemann Snabe sagte der Zeitung Die Welt(öffnet im neuen Fenster) : "Man muss das Handy auch ausmachen können. Sollte sich ein Mitarbeiter dafür entscheiden, muss das Unternehmen alle Unterstützung geben. Es muss am Ende allerdings eine persönliche Entscheidung der Mitarbeiter sein."

Er selbst checke auch am Wochenende seine E-Mails. "Immerhin trage ich Verantwortung. Wäre ich allerdings unabkömmlich, dann wäre das Unternehmen nicht stark genug aufgestellt."

Der Softwarekonzern nutze noch immer E-Mails, und Hagemann bekomme zu viele. "Ich erhalte beispielsweise noch immer zu viele Copy-Mails. Das hat auch mit der Kultur zu tun, dass manche Mitarbeiter glauben, eine Kopie an den Vorstandschef sei immer eine gute Sache."

Der Dienst E-Mail verbinde Mensch A mit dem Menschen B, schaffe aber keine Räume, in denen sich Menschen austauschen können. Zum Kauf eines Unternehmens beispielsweise benötige er ein Team von 30 Leuten, organisiert über virtuelle Räume. "Ich bin überzeugt, dass wir uns in der nächsten Phase der Kommunikation in Unternehmen oder zwischen Unternehmen an sozialen Netzwerken orientieren werden. "

Über Facebook erfahre er, dass sein Freund in Oslo gerade einen Kaffee trinke, was ihn aber nicht interessiere und womit er sich nicht beschäftigen wolle. "Aber wenn ich vor einem Kundenbesuch noch über ein solches Netzwerk eine wichtige Information bekomme, will ich die gerne haben. Facebook hat ja viel mit dem Ich-Gefühl der Menschen und ihren Sozialkontakten zu tun." SAP interessiere im Berufsleben jedoch viel mehr, was sich geschäftlich zwischen Menschen entwickele.


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