SAP-Mitgründer Plattner: Softwareentwickler sollten nicht im Homeoffice sitzen
SAP-Mitbegründer Hasso Plattner sieht die Arbeit im Homeoffice skeptisch und will seine Softwareentwicklerteams im Büro sehen. Das sagte Plattner in einem Interview mit dem Handelsblatt. "Meine Meinung ist klar: Kernbereiche, insbesondere in der Softwareentwicklung, müssen zusammensitzen, müssen miteinander diskutieren, danach Änderungen machen. Das schafft man nicht nur per Videokonferenz."
Es handle sich dabei um "das Personalthema Nummer 1" , erklärte Plattner, auch bei dem Dax-Konzern.
SAP hatte im Januar 2024 festgelegt , dass Beschäftigte nicht mehr frei wählen können, ob sie im Homeoffice oder im Büro arbeiten wollen. Drei Tage die Woche müssen sie wieder ins Büro. Diese Vorgabe sorgt seit Monaten für Diskussionen, bei SAP in Deutschland steht eine Lösung immer noch aus.
Der 80-jährige Plattner war bis Mai Aufsichtsratschef von SAP. Bei Führungskräften ist ihm wichtig, dass diese Dinge schnell verstehen und auf den Punkt bringen können. "Was ich in Amerika gelernt habe: Man darf nicht auf die Typen in Anzügen reinfallen. Dort sehen einige aus wie der Präsident, verstehen aber nichts vom Produkt."
Zudem habe er immer auf die "Energie" geachtet. "Wenn jemand in Mathematik oder Informatik gut ist, aber andere nicht mitreißen kann, verpufft das. Das ist wie bei einem Fußballtrainer: Man muss motivieren und mitreißen können."
Trotz Berichten zu Einschränkungen bei Homeoffice-Regelungen in großen Konzernen sind hybride Arbeitsmodelle weiterhin stark verbreitet. Das hatte eine Umfrage des Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW ergeben(öffnet im neuen Fenster) , die am 12. August 2024 vorgelegt wurde. Zudem erwarten Unternehmen für die kommenden zwei Jahre einen weiteren Anstieg der Homeoffice-Nutzung.
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