SAP: Cloud-Software-Umsätze steigen um 28 Prozent

SAP geht mit hohen Wachstumshoffnungen ins neue Jahr. Der Konzern will für eine Milliarde Euro Aktien zurückkaufen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
SAP Cloud Analytics
SAP Cloud Analytics (Bild: SAP)

SAP geht mit hohen Wachstumserwartungen in das neue Jahr - die Gewinne aus dem Tagesgeschäft müssen aber erst einmal weiter zurückstehen. So strebt der Konzern 2022 am oberen Ende der Prognosespanne nur ein weitgehend stabiles operatives Ergebnis an, das aber auch um bis zu fünf Prozent sinken könnte. Analysten hatten sich mehr ausgerechnet.

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Auf der anderen Seite nimmt sich SAP-Chef Christian Klein bei der zum Zukunftsgeschäft erklärten Software aus der Cloud überraschend viel vor. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres gelang dem Konzern hier auch ein Endspurt, wie vorläufige Zahlen zeigten.

"Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für die SAP, um sich neu aufzustellen, stabile Lieferketten aufzubauen und sich auf dem Weg in die Cloud zu nachhaltigen Unternehmen zu entwickeln", sagte Klein. Der Manager will das Geschäft mit Anwendungen aus der Cloud in den kommenden Jahren deutlich stärken.

Klein strebt im neuen Jahr bei der Cloud-Software ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 23 bis 26 Prozent an, ein schnelleres Wachstum als im vergangenen Jahr, als der Erlös hier um rund ein Sechstel auf 9,42 Milliarden Euro anstieg. Insgesamt erwartet das Management, dass der gesamte Produktumsatz um 4 bis 6 Prozent wächst.

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Beim operativen Ergebnis geht es aber vorsichtig zu. Analysten hatten mehr erwartet als die nun veranschlagten 7,8 bis 8,25 Milliarden Euro beim um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Vergangenes Jahr schon war das operative Ergebnis um ein Prozent auf 8,23 Milliarden Euro gesunken. Klein hatte bei den Ergebnissen für die Jahre 2021 und 2022 wenig in Aussicht gestellt.

Der Gesamtumsatz von SAP stieg 2021 im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 27,8 Milliarden Euro. Die Cloud-Sparte soll dem Unternehmen mit starkem Wachstum die Vorherrschaft bei Anwendungen zur Unternehmenssteuerung sichern, bis 2025 soll ein Umsatzsprung auf mehr als 22 Milliarden Euro gelingen.

Rise als neues Produkt für Umzug in die Cloud

SAP hat Anfang vergangenen Jahres mit Rise ein neues Produkt gestartet, um die Kunden zu einem schnelleren Umstieg in die Cloud zu bewegen. Klein sprach bei der Bekanntgabe von einem "gewaltigen Erfolg" des Angebots.

Die Beschleunigung der Cloud-Geschäfte erfordert Investitionen in Technik, Produkte und Werbung. Zudem sind die Cloud-Produkte zunächst nicht so profitabel wie Softwarepakete im einmaligen Lizenzverkauf, sollen sich aber über die Laufzeit und eine höhere Kundenbindung nach und nach rentieren, denn die Cloud-Software wird entweder im Abo bezahlt oder über Nutzungsgebühren.

Der Nettogewinn stieg 2021 um 2 Prozent auf 5,38 Milliarden Euro. Zwar musste SAP viel mehr Geld für die aktienbasierte Mitarbeitervergütung ausgeben, dafür wuchs die Risikokapitalbeteiligungstochter des Konzerns, Sapphire Ventures, über das gesamte Jahr durch die gute Wertentwicklung ihrer Investitionen.

SAP will in diesem Jahr Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro zurückkaufen. Die angekauften Wertpapiere sollen für künftige Zuteilungen aus einem anteilsbasierten Vergütungsprogramm verwendet werden, hieß es. "Indem wir unsere anteilsbasierten Vergütungen für neue Zuteilungen ab 2022 vorwiegend durch Aktien statt Barzahlungen ausgleichen, möchten wir die Aktienkultur in unserer Belegschaft weiter stärken und sicherstellen, dass die Interessen unserer Mitarbeitenden eng an den Interessen unserer Aktionäre ausgerichtet sind", sagte Finanzchef Luka Mucic.

SAP wird die vollständigen Ergebnisse voraussichtlich am 27. Januar veröffentlichen.

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