Abo
  • Services:

Sandbox-Leak: Daten über die Antiviren-Cloud herausschmuggeln

Heutige Antivirenprogramme laden häufig verdächtige Dateien in Cloud-Systeme des jeweiligen Anbieters hoch. Das können Angreifer nutzen, um Daten aus Systemen ohne Netzwerkzugriff herauszuschmuggeln.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Ob es so eine gute Idee ist, alle verdächtigen Dateien in die Cloud hochzuladen?
Ob es so eine gute Idee ist, alle verdächtigen Dateien in die Cloud hochzuladen? (Bild: Kaspersky / Screenshot)

Cloud-basierte Antivirenprogramme werden immer häufiger eingesetzt. Verdächtige Dateien werden dabei in ein System des Herstellers hochgeladen und dort im Detail analysiert. Zwei Sicherheitsforscher der Firma Safebreach konnten nun auf der Black Hat zeigen, dass die Dateien bei manchen Antivirenprogrammen in einer Sandbox mit Netzwerkzugriff ausgeführt werden. Das können auch Angreifer ausnutzen.

Stellenmarkt
  1. BENTELER Steel/Tube, Paderborn
  2. Bertrandt Ingenieurbüro GmbH, Köln

Das Szenario, von dem Safebreach hier ausgeht, ist folgendes: In Umgebungen mit hohen Sicherheitsanforderungen setzt man häufig auf Systeme, die überhaupt keinen Netzwerkzugriff haben. Im Extremfall nutzt man Airgapped-Systeme, die rein physikalisch nicht mit einem Netzwerk verbunden sind. Damit wird verhindert, dass irgendwelche Daten das System verlassen können, selbst wenn es mit Malware infiziert ist.

Nur die Antivirensoftware darf aufs Netz zugreifen

Doch in manchen Fällen sperrt man den Netzwerkzugriff nur für normale Nutzerapplikationen, erlaubt aber weiterhin den Netzwerkzugriff für bestimmte Anwendungen - beispielsweise ein System, auf dem man selektiv den Netzwerkzugriff für Systemupdates und für ein Antivirenprogramm zulässt.

In einem solchen Fall kann die Antivirensoftware als Vektor zur Exfiltration von Daten genutzt werden. Eine Malware, die lokal auf dem System läuft und bisher nicht erkannt wurde - die Erkennung von Antiviren-Programmen auszutricksen ist in aller Regel kein allzu großes Problem - erstellt dabei eine ausführbare Datei, die sich wie eine typische Malware verhält.

Die Antivirensoftware erkennt dies und lädt die Datei in die Antiviren-Cloud. Die erstellte ausführbare Datei enthält dabei geheime Daten des Systems. Sobald sie in der Sandbox des Antivirenherstellers ausgeführt wird, überträgt sie die Daten an den Server des Angreifers. Bemerkenswert daran ist, dass offenbar mehrere Antivirenhersteller den Applikationen in ihrer Test-Sandbox erlaubten, Netzwerkverbindungen aufzubauen.

Betroffen waren dabei Avira, ESET, Comodo und Kaspersky. Bei Eset gab es eine Besonderheit: Die Datei in der Sandbox konnte keine normalen HTTP-Verbindungen aufbauen. Die Daten konnten aber trotzdem exfiltriert werden, indem sie als DNS-Anfragen codiert wurden.

Avira, ESET und Comodo hatten das Problem nach kurzer Zeit behoben und erlauben nun keine Netzwerkzugriffe aus der Cloud-Sandbox mehr. Kaspersky hingegen wollte das Problem nicht beheben. Kunden, die sich vor einem entsprechenden Szenario schützen wollen, könnten die Cloud-Sandbox deaktivieren.

Lauern in der Cloud-Sandbox weitere Lücken?

Auch wenn das Angriffsszenario in diesem Fall eher ungewöhnlich ist und vermutlich nicht allzu viele Systeme betrifft, wirft der Angriff auch weitere Fragen auf. Denn faktisch ermöglicht das testweise Ausführen von verdächtigen ausführbaren Dateien einem Angreifer, Code auf den Servern der Antivirenhersteller auszuführen. Daraus könnten sich weitere Sicherheitslücken ergeben, wenn ein Angreifer dies ausnutzt, um direkt die Server der Antiviren-Firmen anzugreifen.

Durch korrekt eingesetztes Sandboxing oder mittels Virtualisierung könnte man solche Angriffe sicher verhindern. Aber da Antivirenfirmen nicht gerade dafür bekannt sind, besonders sichere Software zu schreiben, erscheint es durchaus denkbar, dass hier weitere Sicherheitsprobleme lauern.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Der Marsianer, Spaceballs, Titanic, Batman v Superman)
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  3. (u. a. The Hateful 8 Blu-ray, Hacksaw Ridge Blu-ray, Unlocked Blu-ray, Ziemlich beste Freunde Blu...

Stefann 05. Aug 2017

Der Virenscanner ist eine ganz wichtige Sache und ich persönlich würde es nicht...

Cystasy 31. Jul 2017

Ist doch ganz einfach.. Welche Daten? -> Alle die von der Malware auf deinem Computer...


Folgen Sie uns
       


Golem.de ist Kratos - God of War (Live, keine Spoiler)

Die Handlung verraten wir nicht, trotzdem wollen wir das andersartige neue God of War besprechen. Zu diesem Zweck haben wir eine stellvertretende Mission herausgesucht, in der es nicht um die primäre Handlung geht. Ziel ist es, den Open-World-Ansatz zu zeigen, das Kampfsystem zu erklären und die Spielmechaniken zu verdeutlichen.

Golem.de ist Kratos - God of War (Live, keine Spoiler) Video aufrufen
BeA: Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet
BeA
Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet

Das deutsche Rechtsanwaltsregister hat eine schwere Sicherheitslücke. Schuld daran ist eine veraltete Java-Komponente, die für einen Padding-Oracle-Angriff verwundbar ist. Das Rechtsanwaltsregister ist Teil des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs, war aber anders als dieses weiterhin online.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. BeA Secunet findet noch mehr Lücken im Anwaltspostfach
  2. EGVP Empfangsbestätigungen einer Klage sind verwertbar
  3. BeA Anwälte wollen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einklagen

Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

Xperia XZ2 Compact im Test: Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos
Xperia XZ2 Compact im Test
Sonys kompaktes Top-Smartphone bleibt konkurrenzlos

Sony konzentriert sich beim Xperia XZ2 Compact erneut auf die alte Stärke der Serie und steckt ein technisch hervorragendes Smartphone in ein kompaktes Gehäuse. Heraus kommt ein kleines Gerät, das kaum Wünsche offenlässt und in dieser Größenordnung im Grunde ohne Konkurrenz ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Xperia XZ2 Premium Sony stellt Smartphone mit lichtempfindlicher Dualkamera vor
  2. Sony Grundrauschen an Gerüchten über die Playstation 5 nimmt zu
  3. Playstation Sony-Chef Kaz Hirai verabschiedet sich mit starken Zahlen

    •  /