San Francisco: Kostenfreier Nahverkehr dank Ransomware

Nach Krankenhäusern und Stadtverwaltungen hat es dieses Mal den Nahverkehr von San Francisco getroffen. Weil mehrere tausend Rechner und die die Fahrscheinautomaten eines Verkehrsbetriebes von Ransomware befallen waren, konnten Kunden kostenfrei fahren.

Artikel veröffentlicht am ,
Zwei Bahnen der SFMTA.
Zwei Bahnen der SFMTA. (Bild: SFMTA)

Eine Variante der Malware HDDCryptor hat am Wochenende den Nahverkehr der Stadt San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien durcheinandergebracht. Weil 2112 der insgesamt rund 8500 Rechner der San Francisco Municipal Transportation Agency (Muni) befallen waren, wurden Fahrscheinkontrollen ausgesetzt und die in den Stationen vorhandenen Drehkreuze geöffnet. Der Verkehr selbst konnte wie gewohnt weiterlaufen.

Stellenmarkt
  1. Applikationsverantwortlicher für IT-Fachverfahren (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Nürnberg
  2. Anforderungsmanager (m/w/d)
    Volkswagen AG, Wolfsburg
Detailsuche

Betroffen war offenbar ein breiter Querschnitt der eingesetzten IT-Systeme, wie The Register schreibt: CAD-Workstations, E-Mail- und Druckerserver, einzelne Laptops von Angestellten, Buchhaltungs- und Gehaltssysteme, SQL-Datenbanken sowie Ticketkioske an mehreren Stationen. Der Malware gelang es offenbar, den Domänen-Controller des Windows-Netzwerkes zu infizieren und von dort auf das übrige System aus etwa 8500 Windows- und Mac-Umgebungen überzugreifen. Letztendlich wurden aber nicht alle, sondern die erwähnten 2112 Geräte befallen.

Infektionsmeldung auf Fahrscheinkiosk

Nach der erfolgreichen Infektion wurden die Systeme erneut gebootet und ein Startbildschirm mit der Nachricht "You Hacked, ALL Data Encrypted, Contact For Key (cryptom27@yandex.com) ID:601." (Sie wurden gehackt, alle Daten sind verschlüsselt. Für den Schlüssel kontaktieren Sie cryptom27@yandex.com, ID601).

Mit Verweis auf derzeit noch laufende Untersuchungen wollte ein Sprecher der Muni lokalen Medien wie CBS San Francisco keine Details verraten, bestätigte aber den Angriff. Die Angreifer verlangen die Zahlung von 100 Bitcoin - rund 70.000 Euro. Die Bitcoin-Wallet der Angreifer ist nach Angaben von The Register bislang leer, eine Zahlung ist demnach nicht erfolgt.

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Premiere Pro Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    17./18.10.2022, Virtuell
  2. Einführung in das Zero Trust Security Framework (virtueller Ein-Tages-Workshop)
    02.11.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Gruppe hinter den Attacken will keine gezielten Angriffe gestartet haben. The Register zitiert einen der mutmaßlichen Angreifer: "Unsere Software ist komplett automatisch, wir starten keine gezielten Angriffe. Das Netzwerk der SFMTA (Muni) war sehr offen und rund 2000 Server und PCs wurden infiziert" Einen Kontakt mit Mitarbeitern des Transportunternehmens habe es bislang nicht gegeben. Die Angaben der mutmaßlichen Angreifer lassen sich derzeit nicht unabhängig bestätigen.

Nach Angaben eines Muni-Sprechers sollen die Kontrollen wiederaufgenommen worden sein. Wie das Problem behoben wurde und ob weiterhin Computersysteme gestört sind wurde nicht mitgeteilt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


interlingueX 28. Nov 2016

Aber dann müsste der Angreifer die Änderungen einfach nur sehr klein machen und würde...

Sysiphos 28. Nov 2016

Das funktioniert nur in Fernzügen, aber nicht bei Regional/S-Bahn

motzerator 28. Nov 2016

Ein Hack in San Francisco, das klingt für mich irgendwie nach Ubisofts neuestem Blockbuster.

My1 28. Nov 2016

wie kommst du darauf?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Core-i-13000
Intel präsentiert Raptor Lake mit bis zu 5,8 GHz

Auf der Innovation hat Intel die 13. Core Generation vorgestellt. Kernzahl, Takt und Effizienz sollen deutlich steigen.

Core-i-13000: Intel präsentiert Raptor Lake mit bis zu 5,8 GHz
Artikel
  1. Ukrainekrieg: Meta stoppt ausgefeilte russische Desinformationskampagne
    Ukrainekrieg
    Meta stoppt ausgefeilte russische Desinformationskampagne

    Gefakte Webseiten deutscher Medien machen Stimmung gegen die Russland-Sanktionen. Die falschen Artikel wurden über soziale Medien verbreitet.

  2. Polizei NRW: Palantir-Software verteuert sich drastisch
    Polizei NRW
    Palantir-Software verteuert sich drastisch

    Nordrhein-Westfalen muss deutlich mehr Geld für eine Datenbanksoftware ausgeben. Doch es sollen damit schon Straftaten verhindert worden sein.

  3. Creative Commons, Pixabay, Unsplash: Rechtliche Fallstricke bei Gratis-Stockfotos
    Creative Commons, Pixabay, Unsplash
    Rechtliche Fallstricke bei Gratis-Stockfotos

    Pixabay, Unsplash, CC ermöglichen eine gebührenfreie Nutzung kreativer Werke. Vorsicht ist dennoch geboten: vor Abmahnmaschen, falschen Quellenangaben, unklarer Rechtslage.
    Eine Analyse von Florian Zandt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • AMD Ryzen 7000 jetzt bestellbar • CyberWeek: PC-Tower, Cooling & Co. • Günstig wie nie: Asus RX 6700 XT 539€, Acer 31,5" 4K 144 Hz 899€, MSI RTX 3090 1.159€ • AMD Ryzen 7 5800X 287,99€ • Xbox Wireless Controller 49,99€ • MindStar (Gigabyte RTX 3060 Ti 522€) [Werbung]
    •  /