San Francisco: Cruise muss Zahl der Robotaxis nach Zusammenstoß reduzieren
Rückschlag für die Robotaxi-Firma Cruise in San Francisco: Nach einem Zusammenstoß mit einem Feuerwehrfahrzeug schränkt sie(öffnet im neuen Fenster) auf behördliche Aufforderung die Zahl ihrer selbstfahrenden Autos ein. Bis zum Abschluss der Untersuchungen wird Cruise nun maximal 50 Robotaxis am Tag und bis zu 150 in der Nacht auf die Straße schicken. Das entspricht einer Reduzierung um 50 Prozent.
In der Nacht zum 18. August 2023 kollidierte ein fahrerloses Taxi von Cruise auf einer Kreuzung mit einem Leiterwagen. Der Fahrgast kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Erst kurz zuvor hatte die für Versorgungsdienste zuständige kalifornische Behörde CPUC Cruise und dem Google-Unternehmen Waymo erlaubt , im gesamten Stadtgebiet von San Francisco rund um die Uhr kostenpflichtige Taxidienste mit fahrerlosen Autos anzubieten.
Cruise-Fahrzeuge machen weiterhin Fehler
Danach geriet die General-Motors-Tochter Cruise mehrmals in die Schlagzeilen. Während eines Musikfestivals blockierten mehrere ihrer Fahrzeuge wegen des überlasteten Mobilfunknetzes eine Straße, ein Wagen blieb bei Straßenbauarbeiten in nassem Beton stecken – und dann folgte der Unfall mit dem Feuerwehrwagen, der auf dem Weg zu einem Einsatz war.
Die kalifornische Verkehrsbehörde forderte Cruise am 18. August 2023 unter Verweis auf die Zwischenfälle auf, die Zahl der Autos vorerst zu begrenzen. Cruise erklärte in einem Blogeintrag, das Fahrzeug der Firma habe den Feuerwehrwagen "fast sofort" erkannt, als er zu sehen gewesen sei.
Auf dieser Kreuzung kämen aus der Richtung herannahende Fahrzeuge wegen einer Kurve aber erst sehr spät ins Blickfeld. Die Software des Cruise-Autos habe zudem Probleme gehabt, den Weg des Leiterwagens vorherzusagen, da dieser im Gegenverkehr gefahren sei. Am Ende habe sie den Zusammenstoß nicht mehr verhindern können. Davor seien Cruise-Wagen allein in diesem Jahr mehr als 168.000-mal Rettungsfahrzeugen begegnet.
Stadt und Verkehrsgesellschaft gegen den schnellen Ausbau
Die Stadt und ihre Verkehrsbetriebe wehren sich seit Monaten gegen einen schnellen Ausbau von Robotaxi-Diensten. Sie argumentieren, dass die Technologie noch nicht zuverlässig genug sei und verweisen unter anderem darauf, dass die Fahrzeuge immer wieder wegen technischer Probleme den Verkehr blockierten und Rettungswagen im Weg gewesen seien.
Cruise und Waymo lassen ihre Roboterwagen schon seit Jahren in San Francisco fahren – zunächst mit Sicherheitsfahrern, inzwischen auch immer häufiger ohne einen Menschen am Steuer. Sie wollen für die Robotaxi-Dienste auf speziell dafür entwickelte Fahrzeuge umsteigen, die weder Lenkrad noch Pedale haben.
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