Zum Hauptinhalt Zur Navigation

San Francisco: Autonomes Taxi fährt in frischen Beton

Schlechter Start für Cruise-Robotaxi ohne Fahrer: Ein Fahrzeug der GM-Tochter hat eine frisch betonierte Straße nicht erkannt.
/ Tobias Költzsch , dpa
54 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ein Auto von Cruise im Straßenverkehr von San Francisco (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Ein Auto von Cruise im Straßenverkehr von San Francisco Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Auch nach jahrelangen Testrunden kreuz und quer durch die Stadt werden selbstfahrende Autos in San Francisco immer noch von unerwarteten Situationen überfordert: Ein Robotaxi der Firma Cruise blieb am Dienstag bei Straßenarbeiten in nassem Beton stecken.

Die General-Motors-Tochter bestätigte der Nachrichtenseite SFGate(öffnet im neuen Fenster) , dass der Wagen aus der Baustelle herausgezogen werden musste. Die Software konnte offensichtlich den Unterschied zwischen einer festen Fahrbahn und nassem Beton nicht erkennen.

Auf einem Augenzeugen-Foto bei SFGate war ein Cruise-Fahrzeug zu sehen, dessen Vorderrad tief im Beton steckte. Ein Verkehrshütchen stand an der Seite. Es blieb zunächst unklar, wie gut die Baustelle markiert war.

Cruise hat gerade die Erlaubnis für fahrerlosen Betrieb erhalten

Erst vergangene Woche wurde Cruise und der Google-Schwesterfirma Waymo von einer kalifornischen Regulierungsbehörde grundsätzlich erlaubt , fahrerlose Taxis rund um die Uhr im gesamten Stadtgebiet einzusetzen. Die Stadt und deren Verkehrsbetriebe wehrten sich dagegen.

Es wurde argumentiert, dass die Technologie noch nicht zuverlässig genug sei. Man verwies unter anderem darauf, dass die Fahrzeuge immer wieder wegen technischer Probleme den Verkehr blockierten. Am Wochenende war es wieder so weit: Ein großes Musikfestival sorgte dafür, dass mehrere Cruise-Fahrzeuge liegenblieben und den Verkehr lahmlegten.

Cruise verwies darauf, dass das Mobilfunknetz in dem Stadtteil wegen des Events überlastet gewesen sei. Dadurch hätten die Fahrzeuge nicht per Funk umgeleitet werden können.

Robotaxis sind in der Anschaffung teuer

Cruise und Waymo lassen Roboterwagen schon seit Jahren in San Francisco fahren – zunächst mit Sicherheitsfahrern, inzwischen immer häufiger ohne einen Menschen am Steuer. Man will für die Robotaxi-Dienste auf speziell dafür entwickelte Fahrzeuge umsteigen, die weder Lenkrad noch Pedale haben.

San Francisco ist ein Testfall für das Robotaxi-Geschäftsmodell nach Milliarden-Investitionen in die Technologie. Die Fahrzeuge sind teuer und müssen daher möglichst permanent ausgelastet sein, um Profit zu generieren.


Relevante Themen