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Samsungs Galaxy Buds 4 Pro im Test: Für Käufer ist das Apple-Konzept einfach Mist

Die Galaxy Buds 4 Pro sind die bisher besten Bluetooth-Hörstöpsel von Samsung. Unnötige Limitierungen machen sie allerdings nicht konkurrenzfähig.
/ Ingo Pakalski
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Samsungs Galaxy Buds 4 Pro im Test (Bild: Martin Wolf/Golem)
Samsungs Galaxy Buds 4 Pro im Test Bild: Martin Wolf/Golem

Samsung hat bei den Galaxy Buds 4 Pro nicht nur das Design der Hörstöpsel verändert, auch das Ladeetui wurde im Vergleich zum Vorgänger, den Galaxy Buds 3 Pro, neu gestaltet. Beim Innenleben hat Samsung ebenfalls viele Verbesserungen vorgenommen, die im Test überzeugen konnten. Insgesamt fällt er dennoch sehr durchwachsen aus, denn einiges hat Samsung sehr schlecht umgesetzt.

Doch fangen wir mit dem Positiven an. Auch das neue Modell wird wieder ins Ohr gehängt, was ein angenehmes Tragegefühl auch über mehrere Stunden bringt. Außerdem können wir damit auf der Seite liegen, ohne dass es drückt. Weiterhin gibt es aber nur Aufsätze in drei Größen, manche Konkurrenz bietet hier deutlich mehr Auswahl.

Geblieben ist der Stiel für die Steuerung, nur ist er erfreulicherweise nicht mehr dreieckig; das vereinfacht die Bedienung und sieht aus unserer Sicht auch eleganter aus. Auch das neue Modell ist wieder nach IP57 geschützt und übersteht einen Sturz ins Wasser.

Gute ANC-Leistung ohne Windempfindlichkeit

Deutliche Verbesserungen zeigen sich am Ladeetui der Galaxy Buds 4 Pro, weil die Hörstöpsel nicht mehr umständlich verdreht abgelegt werden müssen. Die Bauform ähnelt jener der Galaxy Buds 2 Pro, jetzt mit durchsichtigem Deckel. Ergänzend zur USB-C-Buchse unterstützt das Ladeetui drahtloses Laden.

Die Galaxy Buds 4 Pro liefern eine gute ANC-Leistung und schneiden etwas besser als das Vorgängermodell ab, gehören aber nach wie vor nicht zum Spitzenfeld. Gespräche in der Umgebung und viele Alltagsgeräusche werden kaum reduziert. Weiterhin gilt aber: Wenn wir Musik hören, brauchen wir nicht lauter zu stellen.

Wer allerdings mit den Samsung-Hörstöpseln mal ganz viel Ruhe haben will, wird das mit den Galaxy Buds 4 Pro nicht schaffen. Die Bose-Produkte bleiben die einzigen Bluetooth-Hörstöpsel mit einer ANC-Leistung wie bei großen Over-Ear-Kopfhörern.

Galaxy Buds 4 Pro haben eine Sirenenerkennung

Angenehmerweise hat Samsung das Grundrauschen im ANC-Modus reduziert, das bei den Galaxy Buds 3 Pro noch stören konnte. Ein besonderer Pluspunkt: Draußen sind keine pfeifenden Windgeräusche mehr zu hören. Dabei ist die Reduzierung der Windgeräusche der Galaxy Buds 4 Pro besonders effizient und lässt viele andere Produkte hinter sich, die bereits viel gegen Pfeifgeräusche tun.

Wie beim Vorgängermodell gibt es eine Sirenenerkennung, die aus unserer Sicht aber überflüssig ist. Falls eine Sirene erkannt wird, sollen die Galaxy Buds 4 Pro in den Transparenzmodus schalten; in mehreren Tests ist uns das nicht gelungen. In Anbetracht der nicht besonders hohen ANC-Leistung brauchen wir die Funktion nicht, weil Sirenenlärm von den Galaxy Buds 4 Pro ohnehin nur sehr schwach unterdrückt wird.

Verbesserter Transparenzmodus gut für unterwegs geeignet

Deutliche Verbesserungen zum Vorgängermodell gibt es im Transparenzbetrieb, der wesentlich natürlicher klingt, auch wenn er noch immer minimal gedämpft ist. Dennoch können wir die Stöpsel bei Unterhaltungen mit anderen im Ohr behalten und verstehen das Gesagte gut. In manchen Geräuschkulissen ist der Transparenzmodus sogar lauter, weil einige Geräusche verstärkt werden.

Auch beim Transparenzmodus wurde das Grundrauschen verringert, ist allerdings noch immer nicht ganz weg. Das fällt aber nur im Stillebetrieb auf und spielt für die meisten wohl keine Rolle. Die Anti-Windgeräusch-Technik greift auch im Transparenzmodus und schlägt hier etliche Konkurrenzgeräte deutlich. Das Samsung-Vorgängermodell versagt dabei jämmerlich.

Wir können eine Sprachaktivierung zuschalten und dann wird in den Transparenzmodus gewechselt, sobald die Person mit den Galaxy Buds 4 Pro spricht. Dabei wird laufende Musik allerdings lediglich leiser gestellt und nicht angehalten. Das schränkt den Nutzwert der Komfortfunktion ein, weil wir die Musik im Zweifel doch manuell anhalten müssen, um die Gegenseite verstehen zu können.

Eine Art Mischung aus ANC- und Transparenzmodus ist der Adaptivbetrieb. In diesem Modus werden bewusst mehr Geräusche als im ANC-Betrieb durchgelassen, aber wir hören weniger von der Umgebung als im Transparenzmodus. Es ist also so etwas wie ein zweiter Transparenzmodus, der zugleich versucht, den Krach der Umgebung etwas zu begrenzen.

Die Galaxy Buds 4 Pro klingen gut

Mit den Galaxy Buds 4 Pro erhalten wir ein lebendiges, voluminöses und detailreiches Klangbild, das klare Höhen, ausgeprägte Mitten und einen intensiven Bassbereich besitzt, die jeweils gut aufeinander abgestimmt sind. Dabei fällt eine gewisse Bassbetonung auf, so dass sich ein eher warmes Klangbild ergibt.

An die für diese Geräteklasse vorzügliche Klangqualität der EAH-AZ100 von Technics kommt Samsung nicht heran; das Produkt reiht sich damit in das Feld vieler weiterer Spitzenhörstöpsel am Markt ein.

Was nicht zu einem Hörstöpsel der Spitzenklasse passt: Der ANC-Betrieb verändert das Klangbild der Galaxy Buds 4 Pro, was wir von den meisten Konkurrenzgeräten nicht kennen. Sobald der ANC-Modus abgeschaltet ist, verringert sich die Bassintensität hörbar und das Klangbild büßt an Räumlichkeit ein. Das ist auch bei den Galaxy Buds 3 Pro so; wir müssen weiter abwarten, dass Samsung dieses Fehlverhalten abstellt.

Auf ein weiteres Problem stießen wir beim Herumlaufen und Musikhören: Wenn wir die Galaxy Buds 4 Pro mit dem für uns laut App-Messung optimalen Aufsatz verwenden, hören wir intensiven Schritthall. Dieses Problem muss nicht bei jedem auftreten, und mit einem kleineren Aufsatz war der Schritthall auch bei uns ganz verschwunden.

Gute Sprachqualität bei Telefonaten in lauter Umgebung

Dadurch hat sich zwar die ANC-Leistung minimal verringert, allerdings verbesserte sich das Tragegefühl nochmals und wir konnten die Musik besser als mit Schritthall genießen.

Mit den Galaxy Buds 4 Pro können wir wie mit dem Vorgängermodell überall telefonieren, die Gegenseite bekommt vom Lärm um uns herum nichts mit. Vorbeifahrende Autos sind nicht zu hören, wenn wir spazieren gehen; auch Windgeräusche werden gut unterdrückt. Gelegentlich nimmt die Klarheit bei lauten Geräuschen der Umgebung ab, dennoch bleiben wir gut zu verstehen.

Damit bleibt Samsung bei der Sprachqualität im Spitzenfeld und lässt viele Konkurrenzprodukte hinter sich. Wir können wie mit den neueren Freebuds-Modellen von Huawei die Lautstärke bedenkenlos verändern – bei den Airpods-Pro-Modellen von Apple verursacht eine Anpassung der Lautstärke der Gegenseite unangenehm laute Kratz- und Schabgeräusche.

In Anbetracht dieser guten Leistung bei der Telefonie ist es besonders ärgerlich, dass Samsung weiterhin keine Möglichkeit vorsieht, das Mikrofon während eines Telefonats am Stöpsel abschalten zu können.

Gute Steuerung mit überraschender Schwäche

Denn für die Galaxy Buds 4 Pro wurde die Steuerung der Vorgängermodelle übernommen, die dem nacheifert, was sich Apple und Huawei ausgedacht haben. Mit einem Druck auf den Stiel werden die üblichen Befehle für die Medienwiedergabe und die Anrufsteuerung ausgeführt; mittels Wischen über den Sensorbereich im Stiel wird die Lautstärke verändert.

Bei Apple und Huawei können alle Tastenbefehle auch mit normalen Handschuhen gesteuert werden. Nicht jedoch bei den Galaxy Buds 4 Pro, weil sich die vermeintliche Tastensteuerung im Test als Sensorsteuerung entpuppt.

Weiterhin lassen sich die meisten Gesten nicht anpassen; lediglich bei der ANC-Steuerung ist das möglich. Immerhin kann bei Bedarf auf jede Stöpselseite ein anderer ANC-Befehl gelegt werden, was mit den Apple-Produkten nicht funktioniert, auch wenn dieser Eindruck vermittelt wird.

Wenn Komfortfunktionen in der Praxis wenig bringen

Die Galaxy Buds 4 Pro haben eine Ohrerkennung, die allerdings im Alltag keinen Nutzwert bietet. Sobald wir einen oder beide Stöpsel aus dem Ohr nehmen, unterbricht zwar die Musikwiedergabe, läuft aber nur dann weiter, wenn beide Stöpsel innerhalb von 15 Sekunden wieder im Ohr hängen.

Als weitere Option gibt es eine zuschaltbare Sprachsteuerung, die wir erst manuell von Koreanisch auf Deutsch stellen mussten; es stehen etliche andere Sprachen zur Verfügung. Damit lassen sich die Hörstöpsel auf Zuruf steuern, allerdings gibt es für jede Funktion genau einen Befehl und wir müssen uns sehr genau daran halten. Abweichungen funktionieren nicht. Das schränkt den Nutzwert ein, weil zunächst alle Sprachkommandos akribisch einstudiert werden müssen.

Ärgerlicherweise übernimmt Samsung auch bei den Galaxy Buds 4 Pro die vielen Beschränkungen des Vorgängermodells.

Samsung kopiert den Apple-Ansatz

Es gibt keine App für iOS und auf Android-Geräten fehlen viele Funktionen, wenn sie nicht von Samsung stammen. Samsung übernimmt also den Ansatz von Apple, Bluetooth-Kopfhörer anzubieten, die nur auf bestimmten Geräten den vollen Funktionsumfang liefern, für den Käufer bezahlt haben. Bei Airpods-Kopfhörern fehlen immer mehr Funktionen auf Nicht-Apple-Geräten, darunter auch einige Basisfunktionen.

Was uns daran besonders stört: Der Hersteller wirbt intensiv für Funktionen, die es nur für bestimmte Geräte gibt, ohne deutlich darauf hinzuweisen. Wer sich für die Galaxy Buds 4 Pro interessiert und nach dem Kauf keine bösen Überraschungen erleben will, muss die Samsung-Produktseite mit allen Fußnoten ausgesprochen genau und intensiv analysieren, um von allen Beschränkungen zu erfahren.

Im Vergleich zur Konkurrenz stehen die Galaxy Buds 4 Pro entsprechend schlecht da, weil die meisten anderen Hersteller ihre Hörstöpsel so anbieten, dass die bezahlten Funktionen mit allen Smartphones vollumfänglich verwendet werden können.

Galaxy Buds 4 Pro ohne Bluetooth-Multipoint

Viele Bluetooth-Hörstöpsel der Mittelklasse bieten bereits Bluetooth-HD-Codecs; bei den Galaxy Buds 4 Pro gibt es das beim Einsatz von Samsung-Geräten, wie auch bei den Galaxy Buds 3 Pro. Die Galaxy Buds 4 Pro bieten ansonsten Bluetooth 6.1 und die Codecs SBC und AAC.

Besonders ärgerlich: Bluetooth-Multipoint fehlt den Galaxy Buds 4 Pro komplett, so dass sie sich nicht mit zwei beliebigen Geräten parallel verbinden lassen – eine Funktion, die nicht nur in der Mittelklasse, sondern auch bei Einstiegsgeräten längst üblich ist.

Als wäre das nicht übel genug: Wenn wir mit den Galaxy Buds 4 Pro Musik hören und an einem anderen gekoppelten Gerät Bluetooth einschalten, wird die bestehende Verbindung rigoros gekappt und wir müssen bei Bedarf eingreifen.

Laut Angaben von Samsung ist auch Auracast nur mit Samsung-Geräten nutzbar. Das stimmt jedoch nicht: Wenn ein Android-Gerät Auracast im Betriebssystem anbietet, lässt es sich verwenden, wie wir im Test etwa mit einem Pixel 9 Pro Fold von Google bestätigen konnten.

Die Funktionen Adapt Sound, Kopfgesten und Spatial Sound jedoch gibt es tatsächlich nur mit Samsung-Geräten, während der Raumklang oder Kopfgesten bei vielen Konkurrenzgeräten auf allen Plattformen nutzbar sind. Auf iPhones kann ergänzend dazu die Sprachsteuerung nicht genutzt werden und die Hinweise zur Nackendehnung fehlen ebenfalls.

Und wer als iPhone-Besitzer kein Android-Gerät griffbereit hat, kann auch viele weitere Funktionen nicht nutzen, weil sie erst in der App aktiviert werden müssten. Bleibt als schwacher Trost, dass Samsung den Funktionsumfang nicht so stark wie Apple einschränkt. Etliche Funktionen sind bei allen Airpods-Produkten nicht einmal dann mit Android-Geräten nutzbar, wenn sie an einem Apple-Produkt aktiviert wurden.

Samsung hat die App verschlechtert

Für die Konfiguration der Galaxy Buds 4 Pro benötigen einige Samsung-Geräte nach Herstellerangaben keine App, ansonsten wird die Galaxy-Wear-App verwendet; das gilt auch für alle übrigen Android-Geräte. Mit den Galaxy Buds 4 Pro führt Samsung einen Kontozwang ein: Ohne Samsung-Konto lassen sich die Galaxy Buds 4 Pro nicht konfigurieren.

Wer also mal für die Galaxy Buds 4 Pro auf einem weiteren Gerät kurz etwas einstellen möchte, kommt ohne Anmeldung nicht weiter. Und das kann besonders mühsam werden. Die Galaxy-Wear-App erlaubt nämlich keine Eingabe der Kontozugangsdaten, sondern lagert diesen Prozess an den Standard-Browser aus.

Wer auf seinem Smartphone keinen Browser der großen IT-Firmen als Standard eingestellt hat und lieber Alternativen verwendet, hat es besonders schwer. Dann muss bei Bedarf erst einer der unterstützten Browser installiert und danach als Standard hinterlegt werden, um sich in der Kopfhörer-App mit einem Samsung-Konto anmelden zu können. Danach muss die Einstellung für den Standard-Browser abermals geändert werden.

Der Kontenzwang bringt allerdings keinen Komfortgewinn: Wenn wir die Galaxy Buds 4 Pro aus der App löschen, müssen wir das trotzdem bei jedem damit gekoppelten Gerät erledigen, um das Produkt aus der App entfernt zu bekommen.

Viele andere Kopfhörer-Apps lassen sich ohne Kundenkonto verwenden. Das ist im Alltag wesentlich angenehmer, weil die App sofort nach der Installation einsatzbereit ist. Immerhin ist die Galaxy-Wear-App nach der Anmeldung schnell gestartet, verlangt keine GPS-Aktivierung oder Internetverbindung.

Auf den ersten Blick erscheint die Galaxy-Wear-App aufgeräumt, aber bei der Suche nach bestimmten Einstellungen zeigt sich bald, wie unlogisch viele Einstellungen abgelegt wurden. So finden sich etliche Hörstöpsel-Einstellungen zum Hörverhalten unter dem Menüpunkt mit der Bezeichnung Eingabehilfen, obwohl nicht eine davon etwas mit Eingaben zu tun hat.

Im Vergleich dazu sind die Einstellungen für die Galaxy Buds 3 Pro logischer aufgeteilt und dadurch leichter zu finden. In der App können wir den ANC- und Transparenzmodus ändern, die Ohrerkennung umschalten oder den Klang mittels Equalizer modifizieren. Es gibt einen Passtest und einige der oben genannten Funktionen lassen sich an- und abschalten.

Akkulaufzeit nur Mittelmaß

Die Samsung-App zeigt den Akkustand der Hörstöpsel und des Ladeetuis angenehmerweise in Einerschritten sehr genau an und erfreulicherweise ist Samsung einer der wenigen Hersteller, die an einen Tablet-Einsatz denken und eine Querformatsansicht bieten.

Die Galaxy Buds 4 Pro sollen über AAC bei aktiviertem ANC eine Akkulaufzeit von sechs Stunden erreichen, hier liefern viele Konkurrenzprodukte bereits mehr; daher ist die Leistung nicht gerade hoch. Mit dem Ladeetui lassen sich die Stöpselakkus dreimal aufladen, das soll eine Gesamtakkulaufzeit von 26 Stunden ergeben.

Samsung Galaxy Buds 4 Pro: Verfügbarkeit und Fazit

Samsung verlangt für die Galaxy Buds 4 Pro(öffnet im neuen Fenster) 250 Euro. Die Galaxy Buds 4 Pro sind in den Farben Schwarz, Weiß und Pink Gold verfügbar; das pink-goldene Modell gibt es nur bei Samsung direkt. Ein Ladekabel liegt nicht bei. Im übrigen Handel gibt es die Galaxy Buds 4 Pro bereits ab 200 Euro.

Fazit

Die Galaxy Buds 4 Pro sind zweifellos die besten ANC-Hörstöpsel von Samsung. Sie sitzen angenehm, klingen prima, haben eine gute ANC-Leistung, einen angenehmen Transparenzmodus und sind dabei absolut nicht windempfindlich. Die Sprachqualität ist auch in lauten Umgebungen prima und die Steuerung ist mit Abstrichen als gut einzustufen.

Trotzdem fällt es schwer, die Galaxy Buds 4 Pro zu empfehlen, weil fast die gesamte Konkurrenz mehr liefert, was hauptsächlich an Entscheidungen von Samsung liegt: Nur wer das passende Galaxy-Smartphone mit den Galaxy Buds 4 Pro verwendet, kann alle Möglichkeiten der Hörstöpsel nutzen. Denn weder auf iPhones noch auf anderen Android-Geräten erhalten Käufer alle Funktionen des bezahlten Produkts; darauf weist Samsung nur unzureichend hin.

Aber selbst, wer die Galaxy Buds 4 Pro ausschließlich im Samsung-Ökosystem verwendet, muss sich auf Kompromisse einlassen. Uns störte starker Schritthall, der nicht bei allen Kunden auftreten muss. In dieser Preisklasse ist es inakzeptabel, dass sich der Klang bei der ANC-Umschaltung verändert. In Telefonaten vermissen wir eine Mikrofonsteuerung, und die Trageerkennung könnte kaum schlechter sein.

Ungewöhnlich: Die Tastensteuerung der Galaxy Buds 4 Pro reagiert nur auf Hautberührungen und ist dadurch mit herkömmlichen Handschuhen nicht nutzbar. In dieser Preisklasse erwarten wir mehr Anpassungsmöglichkeiten bei der Steuerung, und Bluetooth-Multipoint sollte auch dabei sein. Ebenfalls unschön: Die unübersichtliche Android-App verlangt neuerdings zwingend ein Samsung-Konto und setzt es besonders unpraktisch um.

Viele andere Hersteller bieten bei ihren Bluetooth-Hörstöpseln Funktionen wie Kopfgesten, Auracast, HD-Codecs und Spatial Audio auf allen Geräten. Bei ähnlicher Bauform ziehen wir die Freebuds Pro 4 von Huawei vor, während die neueren Freebuds Pro 5 in einigen Aspekten enttäuschenderweise schlechter abschneiden. Und wer das Maximum bei der ANC-Leistung sucht, greift zu einem der aktuelleren Bose-Hörstöpsel, die Käufern leider noch immer jeweils andere Kompromisse abverlangen.

Ingo Pakalski hat in acht Jahren schon viele Dutzend Kopfhörer pro Jahr für Golem.de getestet. Ob In-Ears, Over-Ears oder Open-Ears. Nur selten stößt er dabei auf Geräte, die er guten Gewissens empfehlen kann.


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