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Die Galaxy Buds 4 Pro klingen gut

Mit den Galaxy Buds 4 Pro erhalten wir ein lebendiges, voluminöses und detailreiches Klangbild, das klare Höhen, ausgeprägte Mitten und einen intensiven Bassbereich besitzt, die jeweils gut aufeinander abgestimmt sind. Dabei fällt eine gewisse Bassbetonung auf, so dass sich ein eher warmes Klangbild ergibt.

An die für diese Geräteklasse vorzügliche Klangqualität der EAH-AZ100 von Technics kommt Samsung nicht heran; das Produkt reiht sich damit in das Feld vieler weiterer Spitzenhörstöpsel am Markt ein.

Was nicht zu einem Hörstöpsel der Spitzenklasse passt: Der ANC-Betrieb verändert das Klangbild der Galaxy Buds 4 Pro, was wir von den meisten Konkurrenzgeräten nicht kennen. Sobald der ANC-Modus abgeschaltet ist, verringert sich die Bassintensität hörbar und das Klangbild büßt an Räumlichkeit ein. Das ist auch bei den Galaxy Buds 3 Pro so; wir müssen weiter abwarten, dass Samsung dieses Fehlverhalten abstellt.

Auf ein weiteres Problem stießen wir beim Herumlaufen und Musikhören: Wenn wir die Galaxy Buds 4 Pro mit dem für uns laut App-Messung optimalen Aufsatz verwenden, hören wir intensiven Schritthall. Dieses Problem muss nicht bei jedem auftreten, und mit einem kleineren Aufsatz war der Schritthall auch bei uns ganz verschwunden.

Gute Sprachqualität bei Telefonaten in lauter Umgebung

Dadurch hat sich zwar die ANC-Leistung minimal verringert, allerdings verbesserte sich das Tragegefühl nochmals und wir konnten die Musik besser als mit Schritthall genießen.

Mit den Galaxy Buds 4 Pro können wir wie mit dem Vorgängermodell überall telefonieren, die Gegenseite bekommt vom Lärm um uns herum nichts mit. Vorbeifahrende Autos sind nicht zu hören, wenn wir spazieren gehen; auch Windgeräusche werden gut unterdrückt. Gelegentlich nimmt die Klarheit bei lauten Geräuschen der Umgebung ab, dennoch bleiben wir gut zu verstehen.

Damit bleibt Samsung bei der Sprachqualität im Spitzenfeld und lässt viele Konkurrenzprodukte hinter sich. Wir können wie mit den neueren Freebuds-Modellen von Huawei die Lautstärke bedenkenlos verändern – bei den Airpods-Pro-Modellen von Apple verursacht eine Anpassung der Lautstärke der Gegenseite unangenehm laute Kratz- und Schabgeräusche.

In Anbetracht dieser guten Leistung bei der Telefonie ist es besonders ärgerlich, dass Samsung weiterhin keine Möglichkeit vorsieht, das Mikrofon während eines Telefonats am Stöpsel abschalten zu können.

Gute Steuerung mit überraschender Schwäche

Denn für die Galaxy Buds 4 Pro wurde die Steuerung der Vorgängermodelle übernommen, die dem nacheifert, was sich Apple und Huawei ausgedacht haben. Mit einem Druck auf den Stiel werden die üblichen Befehle für die Medienwiedergabe und die Anrufsteuerung ausgeführt; mittels Wischen über den Sensorbereich im Stiel wird die Lautstärke verändert.

Bei Apple und Huawei können alle Tastenbefehle auch mit normalen Handschuhen gesteuert werden. Nicht jedoch bei den Galaxy Buds 4 Pro, weil sich die vermeintliche Tastensteuerung im Test als Sensorsteuerung entpuppt.

Weiterhin lassen sich die meisten Gesten nicht anpassen; lediglich bei der ANC-Steuerung ist das möglich. Immerhin kann bei Bedarf auf jede Stöpselseite ein anderer ANC-Befehl gelegt werden, was mit den Apple-Produkten nicht funktioniert, auch wenn dieser Eindruck vermittelt wird.

Wenn Komfortfunktionen in der Praxis wenig bringen

Die Galaxy Buds 4 Pro haben eine Ohrerkennung, die allerdings im Alltag keinen Nutzwert bietet. Sobald wir einen oder beide Stöpsel aus dem Ohr nehmen, unterbricht zwar die Musikwiedergabe, läuft aber nur dann weiter, wenn beide Stöpsel innerhalb von 15 Sekunden wieder im Ohr hängen.

Als weitere Option gibt es eine zuschaltbare Sprachsteuerung, die wir erst manuell von Koreanisch auf Deutsch stellen mussten; es stehen etliche andere Sprachen zur Verfügung. Damit lassen sich die Hörstöpsel auf Zuruf steuern, allerdings gibt es für jede Funktion genau einen Befehl und wir müssen uns sehr genau daran halten. Abweichungen funktionieren nicht. Das schränkt den Nutzwert ein, weil zunächst alle Sprachkommandos akribisch einstudiert werden müssen.

Ärgerlicherweise übernimmt Samsung auch bei den Galaxy Buds 4 Pro die vielen Beschränkungen des Vorgängermodells.


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