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Samsung XE300: Google Chromebox versehentlich ausgeliefert

Weitgehend unbemerkt hat der US-Händler Tigerdirect die ersten Chromebox -Systeme von Google ausgeliefert. Für 330 US-Dollar bekommt der Nutzer recht gute Hardware in Nettop-Form, die sehr viel leistungsfähiger ist als die des Chromebook mit ChromeOS .
/ Andreas Sebayang
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Das Chromebook bekommt bald ein Desktoppendant. (Bild: Beck Diefenbach/Reuters)
Das Chromebook bekommt bald ein Desktoppendant. Bild: Beck Diefenbach/Reuters

Die ersten Nutzer packen bereits Googles Chromebox aus. In den USA hat über den Händler Tigerdirect offenbar die Auslieferung begonnen. Das war allerdings ein Fehler, denn mittlerweile sind die Shopeinträge bei Tigerdirect wieder entfernt worden. Für 330 US-Dollar bekommt der Käufer recht gute Hardware in einem kleinen und unauffälligen Gehäuse. Es ist sogar kleiner und vor allem flacher als ein alter Mac Mini und bietet dennoch ein integriertes Netzteil.

Verfügbar waren kurzzeitig zwei Modelle. Das eine ist eine Celeron-Chromebox XE300M22-A01US mit einem B840(öffnet im neuen Fenster) (2 x 1,9 GHz, Intel HD 3000, kein Hyperthreading). Der Prozessor kostet laut Intel alleine bereits 86 US-Dollar. Google und Samsung werden vermutlich gute Rabatte bekommen haben. Das andere Modell hat einen Core i5. Zudem bietet das System 4 GByte RAM. Im Vergleich zu den ersten Chromebooks ist die ChromeOS-Hardware damit sehr viel leistungsfähiger. ChromeOS ist allerdings unserer Erfahrung nach auch sehr schlank. Allerdings dürfte die neue Hardware mehr Potenzial für zukünftige Entwicklungen bieten. Da ChromeOS installiert ist, fehlt dem Gerät weiterhin eine ordentliche Speicherausstattung. 16 GByte in Form einer SSD müssen reichen. Der Rest wird bei Google gespeichert. Mit allen Vor-, aber auch Nachteilen. Wer eine Chromebox nutzt, braucht eine Internetverbindung. Die Box dürfte sich dafür aber schnell austauschen lassen.

Viele Anschlüsse bei der Chromebox

Die Anschlussausstattung ist hingegen wieder gut. Sechs USB-Anschlüsse bietet die kleine Kiste, zwei davon an der Vorderseite neben einem Headset-Anschluss. Die anderen vier sind auf der Rückseite. Bei den Monitoranschlüssen waren Samsung und Google erstaunlich großzügig. Es gibt einen DVI-I-Anschluss, der auch analoge Signale bietet. Außerdem gibt es zwei Displayport-Anschlüsse, Intels Celeron kann zwei Monitore gleichzeitig ansprechen, sowie Gigabit-Ethernet und Bluetooth 3.0. WLAN beherrscht die Chromebox auch - sogar als Dual-Band-Ausführung (802.11a/n und b/g/n), was bei dem Preis erstaunlich ist. Das war schon beim Chromebook so, offenbar legt Google gesteigerten Wert auf eine gute WLAN-Anbindung, die durch Chrome-OS aber auch nötig ist.

Auch an einen Kensington-Anschluss wurde gedacht. Für spontan aufgebaute Internetcafés dürfte sich die Box gut eignen und muss dann auch gesichert werden.

US-Blogger zeigt das ausgepackte Gerät

Einen Überblick über das Gerät bietet ein US-Blogger, der allerdings im recht langen Video Schwierigkeiten hat, die Anschlüsse zuzuordnen und Displayport mit eSATA verwechselt:

 
Video: Samsungs Chromebox wird ausgepackt

Wir haben vor rund einem Jahr das Chromebook von Samsung getestet . Es zeichnete sich damals schon durch recht gute, wenn auch etwas wackelige Hardware aus. Unter anderem bietet das Chromebook ein mattes und helles Display, das sogar das Sonnenlicht in Grenzen nutzen kann - in der 400-Euro-Preisklasse ist das sehr ungewöhnlich.

Samsung Chromebook Series 5 - Test
Samsung Chromebook Series 5 - Test (03:12)

Außerdem ist das Chromebook trotz des Atom-Prozessors annehmbar flott und bietet ein sich sehr schnell einwählendes 3G-Modem. Die Chromebox selbst stellt mit ihrer Hardware aber ein Problem für die Plattform dar, da sie sehr viel leistungsfähiger ist als die des Chromebooks. Tendenziell rechenintensive Neuerungen von ChromeOS wird es somit wohl kaum auf den nur ein Jahr alten Chromebooks geben.

Wann und ob die Chromebox XE300 von Samsung auch in Europa erscheinen wird, ist noch nicht bekannt. Google geht weder mit dem Chromebook noch mit der Chromebox sonderlich offensiv vor. Eigentlich sollte es weitere Informationen unter samsung.com/chromebox geben. Zumindest steht diese Adresse auf der Verpackung der Chromebox. Allerdings findet sich dort nur eine Länderauswahlseite.


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