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Samsung vs. Google: Wer hat das bessere faltbare Smartphone?

Samsungs Galaxy Z Fold 7 und Googles Pixel 10 Pro Fold sind Falter im gleichen Format. Am Ende haben wir einen Favoriten.
/ Tobias Költzsch
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Das Pixel 10 Pro Fold und das Galaxy Z Fold 7 (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Das Pixel 10 Pro Fold und das Galaxy Z Fold 7 Bild: Tobias Költzsch/Golem

Samsung konnte Golem mit seinem faltbaren Smartphone Galaxy Z Fold 7 im Test bereits überzeugen – nun ist mit dem Pixel 10 Pro Fold Googles Konkurrent in den Handel gekommen. Beide Smartphones setzen auf ein ähnliches Konzept: Sie sind wie ein Buch faltbar und bieten eine Menge KI-Funktionen.

Beim genauen Hinschauen zeigt sich aber, dass es einige Unterschiede gibt. Während Samsung seinen Falter deutlich überarbeitet hat, hat Google sein Vorjahresmodell nur ein wenig verbessert. Kann Samsung sich mit seiner neuen Hardware durchsetzen oder ist das Pixel 10 Pro Fold mit seinem Softwarefokus das bessere Smartphone?

Dass sich die beiden Geräte unterscheiden, merkt man bereits beim ersten Anfassen: Das Galaxy Z Fold 7 fühlt sich direkt leichter an – was es auch ist. Mit 215 Gramm wiegt Samsungs Falter nur unwesentlich mehr als ein herkömmliches großes Smartphone. Das Pixel 10 Pro Fold hingegen ist mit knapp 260 Gramm wesentlich schwerer.

Galaxy Z Fold 7 ist merklich dünner und leichter

Samsung hat die beiden Hälften seines faltbaren Smartphones gegenüber dem Vorgänger um fast 1,5 mm in der Dicke reduziert – aufgeklappt ist das Z Fold 7 nur noch 4,2 mm dick. Das Pixel 10 Pro Fold hingegen ist dicker als das Pixel 9 Pro Fold: Es misst aufgeklappt 5,2 mm, der Vorgänger kommt auf 5,1 mm.

Entsprechend ist das Gehäuse des Google-Smartphones zusammengeklappt merklich dicker als das des Samsung-Modells – und wirkt im direkten Vergleich ein wenig wie ein Falt-Smartphone von vorgestern. An dieser Stelle muss aber erwähnt werden, dass beide Geräte an den Kameras wesentlich dicker sind; beim Galaxy Z Fold 7 ragt das Kameramodul sogar stärker hervor als beim Pixel 10 Pro Fold.

Google hat das Kameramodul wesentlich besser auf der Rückseite seines Smartphones platziert. Das führt dazu, dass das Pixel 10 Pro Fold zusammengeklappt auf dem Tisch liegend kaum wackelt, wenn wir auf das Display tippen – anders als das Z Fold 7, das munter vor sich hin kippelt, was nervt.

Galaxy Z Fold 7 mit besserem Format als beim Vorgänger

Samsung hat sein Falt-Smartphone verglichen mit dem Vorgängermodell etwas verbreitert: Das 6,5 Zoll große Außendisplay hat jetzt ein Seitenverhältnis von 21:9, was breiter ist als das vorige Format von 22,05:9. Das breitere Format gefällt uns besser, lässt sich das Smartphone so im zusammengeklappten Zustand doch wesentlich besser verwenden als der Vorgänger.

Das Pixel 10 Pro Fold hat ein 6,4 Zoll großes Außendisplay, das zwar etwas breiter, aber dafür auch kürzer ist. Das Seitenverhältnis liegt bei 19,7:9, was sich für den Einsatz im zusammengeklappten Zustand noch besser eignet. Der Rahmen um das Display ist beim Google-Smartphone etwas dicker, zudem haben die Bildschirmecken einen wesentlich größeren Radius – auch beim Innendisplay.

Uns gefällt der kleinere Radius bei den Displays des Z Fold 7 besser, es wird nicht so viel Platz verschenkt. Aufgeklappt weisen beide Smartphones ein 8-Zoll-Display auf, aufgrund der unterschiedlichen Formate der Flügel unterscheiden sich aber die Seitenverhältnisse.

Innendisplays mit leicht unterschiedlichen Formaten

Mit einer Auflösung von 2.152 x 2.076 Pixeln hat das Pixel 10 Pro Fold ein Seitenverhältnis von 9,33:9, ist also fast quadratisch. Das Z Fold 7 kommt bei 2.184 x 1.968 Pixeln auf 9,99:9, ist also etwas schmaler und höher. In der täglichen Nutzung fällt uns dieser Unterschied kaum auf – beide Innenbildschirme eignen sich sehr gut, um Bücher und Webseiten zu lesen oder auch mehrere Apps gleichzeitig zu verwenden.

Sowohl Samsung als auch Google haben das Scharnier ihres Falters überarbeitet. Samsung zufolge drückt das Scharnier beim Z Fold 7 stärker als beim Vorgänger von hinten an das faltbare Display, was zu einem wesentlich weniger prominenten Falz führt. Beim Pixel 10 Pro Fold ist der Falz deutlich stärker zu sehen und zu fühlen.

Samsung hat an dieser Stelle eine wesentlich bessere Lösung gefunden, auch wenn das Scharnier am Ende etwas mehr Überzeugungskraft braucht, um sich so zu öffnen, dass der Innenbildschirm komplett flach ist.

Beide Scharniere fühlen sich beim Öffnen und Schließen der Smartphones geschmeidig an. Google hat es geschafft, sein Smartphone nach IP68 sowohl vor Wasser als auch vor Staub zu schützen. Das Z Fold 7 hingegen kommt nur auf IP48, ist also nicht staubdicht. Trotzdem sollten Nutzer bei beiden Smartphones tunlichst vermeiden, größere Partikel in die Nähe des Innenbildschirms zu lassen: Er ist wie bei allen faltbaren Smartphones relativ weich und schlecht vor Kratzern geschützt.

Bei den Punkten Format und Bildschirm würden wir zwischen dem Pixel Pro Fold 10 und dem Galaxy Z Fold 7 noch ein Unentschieden gelten lassen – die Unterschiede zwischen den beiden Geräten werden aber deutlicher, wenn wir uns die restliche Hardware anschauen.

Samsung-Falter mit leistungsfähigerem SoC

Vor allem beim SoC unterscheiden sich die beiden Smartphones merklich voneinander. Google setzt beim Pixel 10 Pro Fold auf seinen Tensor G5, der von TSMC in einem 3-nm-Prozess gebaut wird. Samsung hingegen verwendet den Snapdragon 8 Elite, ebenfalls ein 3-nm-Prozessor, der allerdings wesentlich leistungsfähigere Kerne verwendet.

Entsprechend weist das Falt-Smartphone von Samsung bessere Benchmark-Ergebnisse auf: Im Single-Core-Test von Geekbench 6 kommt es bei uns auf 2.950 Punkte, im Multi-Core-Test auf 9.454 Zähler. Das Pixel 10 Pro Fold hingegen erreicht mit jeweils 2.294 und 6.162 Punkten zwar mehr als sein Vorgänger, aber merklich weniger als das Samsung-Modell.

Auch in weiteren Benchmark-Tests schneidet das Z Fold 7 besser ab. Im Alltag dürften viele Nutzer den Leistungsunterschied zwar nicht merken, wenn sie etwa nur E-Mails lesen oder browsen. Bei anspruchsvolleren Apps hat das Samsung-Gerät aber einen Vorteil, zudem ist es dank des leistungsfähigeren SoC besser auf eine längere Nutzung vorbereitet – beide Smartphones sollen jeweils sieben Jahre lang mit Updates und Upgrades unterstützt werden.

Samsung setzt auf Megapixel, Google auf Algorithmen

Einen weiteren Unterschied gibt es bei den Kameras, vor allem bei der Auflösung der Hauptkamera. Google setzt bei der Hardware auf die gleichen Komponenten wie beim Pixel 9 Pro Fold: Die Hauptkamera hat 48, die Superweitwinkelkamera 10,5 und die Fünffach-Telekamera 10,8 Megapixel.

Samsung hingegen verbaut im Z Fold 7 nun endlich auch seine beste Hauptkamera. Sie hat 200 Megapixel und kommt auch im Galaxy S25 Ultra zum Einsatz. Die Superweitwinkelkamera hat 12, das Dreifachfach-Tele 10 Megapixel. Samsung bietet also eine höhere Auflösung bei der Hauptkamera, dafür aber weniger optische Vergrößerung beim Tele.

Dass Megapixel aber nicht alles sind, zeigt sich beim direkten Vergleich der Fotos. Beide Hauptkameras machen standardmäßig Bilder mit 12 Megapixeln – die meisten Besitzer der Smartphones werden daran wohl nichts ändern. Das Pixel 10 Pro Fold macht trotz geringerer Gesamtauflösung des Sensors schärfere und detailreichere Fotos.

Auch die Belichtung gefällt uns besser als beim Galaxy Z Fold 7. Samsungs Falter macht mitnichten schlechte Fotos, sie sind aber im Vergleich zum Pixel-Gerät einfach nicht ganz so gut. Von den Farben her ist das Z Fold 7 etwas wärmer, die Belichtung beim Pixel 10 Pro Fold ist tendenziell immer etwas besser. Grundsätzlich finden wir die Farben beim Pixel realistischer.

Pixel 10 Pro Fold mit besserem Zoom

Wenig überraschend kommen wir mit dem Fünffach-Tele des Pixel 10 Pro Fold näher an Objekte heran als mit dem Dreifach-Tele des Z Fold 7. Digital können wir beim Samsung-Smartphone bis zu einer 30-fachen Vergrößerung zoomen, beim Pixel geht das nur bis zu einer 20-fachen digitalen Vergrößerung. Den bis zu 100-fachen KI-Zoom wie die Pixel-10-Pro-Modelle hat Googles Falt-Smartphone nicht.

Die Qualität der digitalen Vergrößerung ist beim Pixel-Smartphone bei höheren Zoom-Stufen wesentlich besser. Grundsätzlich gilt, dass die Bildqualität bei beiden Smartphones besser ist, wenn wir nicht zu stark digital vergrößern. Wer das aber doch macht, bekommt mit dem Pixel das bessere Resultat, wenngleich es nicht ganz so stark vergrößert ist.

Videos macht das Pixel 10 Pro Fold in maximal 4K bei 60 fps. Das Galaxy Z Fold 7 hingegen kann auch Aufnahmen in 8K mit 30 fps machen. Das Pixel hat zudem Schwierigkeiten mit einem stabilen Bild, wenn die elektronische Bildstabilisierung gleichzeitig mit der optischen aktiviert ist – ein bekannter Bug. Für Videos finden wir das Samsung-Smartphone besser.

Google ist bei der Kamera immer noch unschlagbar

Insgesamt gefällt uns die Kamera des Pixel 10 Pro Fold aber besser, was vor allem an der besseren Bildqualität bei Fotos liegt. Außerdem gibt es beim Google-Smartphone Extras wie Mich hinzufügen und einen Nachtvideomodus, der die Bildqualität bei Videos mit wenig Umgebungslicht durch eine KI-Bearbeitung auf Googles Servern verbessert. Schlecht ist die Kamera des Z Fold 7 aber definitiv nicht – Kameravergleiche in dieser Preisklasse sind immer Meckern auf hohem Niveau.

In der täglichen Nutzung kommen wir sowohl mit dem Pixel 10 Pro Fold als auch mit dem Galaxy Z Fold 7 gut über den Tag – selbst, wenn wir oft den großen Innenbildschirm verwenden. Google verbaut einen Akku mit einer Nennladung von 5.015 mAh, im Galaxy Z Fold 7 steckt eine Batterie mit 4.400 mAh. Das Pixel lässt sich mit 30 Watt per Kabel etwas schneller laden, beim Z Fold 7 sind es maximal 25 Watt.

Die Ladezeit ist aufgrund des größeren Akkus beim Pixel 10 Pro Fold aber nahezu gleich lang: In etwa einer halben Stunden kommen wir von null auf 50 Prozent Akkustand. Drahtlos lassen sich beide Smartphones mit bis zu 15 Watt laden. Google hat dabei den Ladestandard Qi2 umgesetzt, der über Magnete zur Ausrichtung des Ladeadapters verfügt.

Damit steht Nutzern zahlreiches magnetisches Ladezubehör zur Verfügung, da der Standard mit Apples Magsafe kompatibel ist. Google bietet auch eigenes magnetisches Ladezubehör an.

Android 16 mit sieben Jahren Updates

Ausgeliefert werden beide Smartphones mit Android 16 und reichlich KI-Funktionen. Samsung bietet beim Galaxy Z Fold 7 beispielsweise die Now Bar an, eine Schaltfläche im Always-on-Display, die aktuelle Informationen und News anzeigt. Außerdem gibt es eine Übersetzungsfunktion beim Telefonieren sowie Googles KI-Funktion Circle-to-Search und KI-Bildbearbeitungsfunktionen.

Auch Google setzt bei seinen Pixel-Smartphones stark auf KI: Neu bei der Pixel-10-Reihe ist ebenfalls eine KI-Übersetzung beim Telefonieren, die sogar die Stimmen der Teilnehmer nachahmt. Außerdem gibt es KI-Bildbearbeitungs- und Aufnahmefunktionen, wie Mich hinzufügen und den magischen Radierer.

Pixel 10 Pro Fold und Galaxy Z Fold 7: Verfügbarkeit und Fazit

Samsungs Galaxy Z Fold 7 kostet mit 256 GByte Speicher bei Samsung(öffnet im neuen Fenster) offiziell 2.100 Euro, im Onlinehandel ist das Gerät bei seriösen Händlern aber bereits für unter 1.300 Euro erhältlich.

Das Pixel 10 Pro Fold kostet in Googles Onlineshop(öffnet im neuen Fenster) mit 256 GByte Speicher 1.900 Euro. Im Onlinehandel ist das Smartphone nicht viel günstiger: Es ist für knapp unter 1.850 Euro erhältlich, bei bekannteren Händlern für 1.900 Euro.

Fazit

Das Galaxy Z Fold 7 von Samsung ist auf dem Papier im Vergleich zu Googles Pixel 10 Pro Fold in vielerlei Hinsicht das besser ausgestattete faltbare Smartphone. Nicht nur ist der Prozessor wesentlich leistungsfähiger, uns gefallen auch die Displays besser – vor allem der faltbare Bildschirm im Inneren.

Samsung schafft es, den Falz in der Mitte wesentlich unauffälliger wirken zu lassen als Google bei seinem Pixel. Auch wirkt das Design des Z Fold 7 moderner und weniger klobig.

In der alltäglichen Nutzung liefert aber auch das Pixel 10 Pro Fold eine sehr gute Leistung ab – die meisten Nutzer dürften keinen Unterschied zwischen den Geräten bemerken. Das Pixel 10 Pro Fold macht zudem die besseren Fotos, obwohl Samsung bei seinem Falter eine 200-Megapixel-Kamera verbaut.

Dass Algorithmen heutzutage wichtiger sind als Auflösung, zeigt Google aber bereits seit Jahren. Nicht nur bei den Zoom-Aufnahmen finden wir das Pixel besser, auch die Hauptkamera macht die besseren Bilder.

Beide Smartphones haben gute Softwarefunktionen, die Hersteller versuchen, KI sinnvoll in den Nutzeralltag einzubinden – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Beide Geräte sollen sieben Jahre lang Updates bekommen, was lobenswert ist.

Betrachten wir die beiden Smartphones ausschließlich hinsichtlich ihrer Faltfunktionen, ist das Galaxy Z Fold 7 das bessere Gerät. Ziehen wir weitere Funktionen wie die Kamera hinzu, schwingt das Pendel in Richtung Pixel 10 Pro Fold. Bei der reinen Leistung hingegen schwingt es wieder zurück Richtung Samsung.

Am Ende ist für uns auch der Preis ein wichtiger Faktor – und er spricht für das Galaxy Z Fold 7. Mit aktuell unter 1.300 Euro im Onlinehandel ist Samsungs Falter deutlich günstiger als das Pixel 10 Pro Fold, der Preisunterschied liegt bei über 500 Euro. Für diesen Preis bekommt das Galaxy Z Fold 7 von uns eine Kaufempfehlung gegenüber Googles Falt-Smartphone – Käufern des Pixel 10 Pro Fold müssen etwa die Vorteile bei der Kamera den Aufpreis tatsächlich wert sein.


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