Samsung-Technik: O2 Telefónica nimmt Open-RAN-Standort in das Livenetz

O2 Telefónica und Samsung Electronics haben einen Open-RAN-Antennenstandort im Livenetz in Betrieb genommen. Das gab Telefónica Deutschland am 2. Mai 2024 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Der Mobilfunkstandort funkt im bayerischen Landsberg am Lech mit 4G und 5G.
Im Oktober 2023 hatten die Tests für das Projekt begonnen. "Open RAN ist ein Baustein, der uns dabei helfen kann, unser Netz stärker zu automatisieren, neue Updates schneller einzuspielen und Netzkomponenten flexibler einzusetzen" , sagte Mallik Rao, Chief Technology Officer von O2 Telefónica.
Samsung bietet für die ersten Implementierungen 4G- und 5G-vRAN-3.0 sowie Open RAN Radio Units, die auf den Frequenzbändern 700 MHz, 800 MHz, 1,8 GHz, 2,1 GHz, 2,6 GHz und 3,6 GHz funken. Dazu zählen auch 64T64R Massive MIMO-Antennen. Samsungs vRAN 3.0 soll die Energieeffizienz verbessern. Keine Angaben wurden zur Energieeffizienz und zum Datendurchsatz im Vergleich zu herkömmlichen RAN gemacht. Wie die Deutsche Telekom beschränkt Telefónica den Einsatz von Open RAN auf ländliche oder dünner besiedelte Gebiete.
Was Open RAN bringen soll
Open RAN kann bisher keine moderne 5G-Advanced oder 5.5 G-Technik im RAN bieten. Der Standard ist ein Versuch der Netzbetreiber, zusammen mit US-amerikanischen und japanischen Herstellern professionelle Mobilausrüstung durch einfache Hardware und Entkopplung der Funktionen zu ersetzen. Auf proprietäre, hochentwickelte Chips der Ausrüster und die entsprechende Software muss verzichtet werden, weshalb man nicht auf dem aktuellsten Stand der Technik ist. Die Netzbetreiber wollen mit dem Einsatz und der Entwicklung der Me-too-Technologie Open RAN die Macht der großen Netzausrüster brechen. Wenn Open RAN breit eingeführt würde, wäre ein Betreiber in der Lage, verschiedene Anbieter - auch Huawei, Nokia und Ericsson und Open RAN aus den USA - an einem Mobilfunkstandort zu vereinen, statt alle Komponenten von einem Unternehmen kaufen zu müssen. Eine Huawei-Antenne könnte dann etwa mit der Software von Ericsson eingesetzt werden.