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Samsung, SK Hynix und TSMC: Weiter westliche Technik für Halbleiterwerke in China

Samsung , SK Hynix und TSMC dürfen ihre Werke in der Volksrepublik China mit westlichen Maschinen aufrüsten. Doch die Unsicherheit bleibt.
/ Johannes Hiltscher
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TSMCs futuristische Fab 16 in Nanjing (Bild: TSMC)
TSMCs futuristische Fab 16 in Nanjing Bild: TSMC

Trotz US-Exportverboten haben Firmen wie Samsung, SK Hynix und TSMC ihre Werke in der Volksrepublik China bislang problemlos mit Maschinen ausrüsten können, die chinesische Halbleiterhersteller nicht kaufen dürfen. Möglich wurde dies dadurch, dass Hersteller aus mit den USA befreundeten Staaten als validierte Endnutzer (VEU) eingestuft wurden. Dieser Status befreite sie von der Genehmigung jeder einzelnen Ausfuhr. Die US-Regierung zog diese Vorzugsbehandlung allerdings 2025 zurück , was Ausbaupläne gefährdete.

Zum Ende des Jahres 2025 lief der Sonderstatus aus. Doch kurz vor diesem Ende erhielt, wie Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) , neben Samsung und SK Hynix auch TSMC eine neue Ausnahmegenehmigung(öffnet im neuen Fenster) . Mit dieser dürfen die Unternehmen den Exportrichtlinien des US-Handelsministeriums unterliegende Maschinen in die Volksrepublik importieren, ohne in jedem Einzelfall eine Genehmigung einholen zu müssen. Gegenüber dem VEU-Status haben die neuen Genehmigungen aber einen großen Nachteil.

Sie sind nur für ein Jahr gültig, was die langfristige Planungssicherheit einschränkt. Für TSMC ist der Verlust der generellen Ausnahmegenehmigung besonders bitter – für die Fab 16 in Nanjing hatte das Unternehmen sie erst 2024 erhalten(öffnet im neuen Fenster) . Hier werden die älteren 12/16- und 28-nm-Prozesse angeboten, finanziell spielt das Werk damit eine geringe Rolle. Die 12/16-nm-Finfet-Prozesse sind allerdings bereits von den US-Exportregeln betroffen (g+) , was auch die Ersatzteilversorgung gefährden kann.

Gravierender wären Einschränkungen für Samsung und SK Hynix, aus deren Werken in Xian, Wuxi und Dalian jeweils rund 40 Prozent der DRAM- oder NAND-Flash-Produktion des jeweiligen Unternehmens stammen. Beide haben nun ein Jahr mehr Zeit, Pläne für Modernisierung und Ausbau umzusetzen, welche der Wegfall des VEU-Status gefährdet hatte.

US-Technik nur mit Erlaubnis

Bei ihren Exportverboten beruft sich die US-Regierung auf die Foreign Direct Product Rules : Wird in einem Produkt Technologie eines US-Unternehmens verwendet, nimmt sich die US-Regierung das Recht, dessen Nutzung zu untersagen, wenn diese den eigenen Interessen widerspricht. Im Fall der Volksrepublik sind das die Aufrüstung und Modernisierung der Volksbefreiungsarmee. Die Regelung wird dabei im Halbleiterbereich sehr streng ausgelegt – ein US-Chip genügt für ihre Anwendung .


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