Samsung: Linux-on-Dex startet in privater Beta
Vor rund einem Jahr hat Samsung einen speziell für seine Galaxy-Smartphone-Reihe entwickelten Desktop mit dem Namen Dex vorgestellt und kurz darauf angekündigt, auf diesem auch Linux-Distributionen laufen zu lassen. Das Smartphone wird damit zum kleinen transportablen Office- und Entwicklungsrechner, erhofft sich Samsung. Das Programm Linux-on-Dex(öffnet im neuen Fenster) startet nun in einer privaten Beta, wie der Hersteller Samsung auf seiner Entwicklermesse(öffnet im neuen Fenster) gemeinsam mit Ubuntu-Sponsor Canonical(öffnet im neuen Fenster) bekanntgibt.
Wie bereits im vergangenen Jahr demonstriert Samsung die Fähigkeiten von Linux-on-Dex in einem kurzen Demo-Video. Dort zeigt der Hersteller neben der Nutzung von Browser, Terminal und anderem auch den Start der Entwicklungsumgebung IntelliJ Idea, was offenbar die Ausrichtung auf die Zielgruppe der Entwickler unterstreichen soll. Canonical spricht gar davon, dass dieser Einsatz dank der Verfügbarkeit der Technik auf Tablets gar ohne ein externes Display umgesetzt werden kann. Immerhin sei das Display der Tablets groß genug. Ein bequemes Entwickeln ist damit aber wohl nicht möglich, eher wohl nur ein schneller Fix.
Altes Ubuntu mit altem Desktop
Als Grundlage von Linux-on-Dex dient weiterhin die Ubuntu-Version 16.04 alias Xenial Xerus mit Langzeitunterstützung durch Canonical. Laut dem Linux-Distributor handelt es sich dabei allerdings um eine speziell angepasste Version, damit diese auf den Samsung-Geräten lauffähig ist. Ebenso wie auch schon im vergangenen Jahr wird als Desktop von Ubuntu in den Videos der Gnome-2-Nachfolger Mate genutzt, der dank Arbeiten am Layout nun ein wenig an Unity erinnert und ein für Ubuntu typisches Dock an der linken Seite des Desktops zeigt.

Letzteres deutet weiter daraufhin, dass in dem System keine oder nur eine schlechte 3D-Beschleunigung über die GPU der Galaxy-Geräte möglich ist. Denn für den aktuelle Unity- oder Gnome-Desktop ist diese eine zwingende Voraussetzung. Das ist wenig überraschend, da sich etwa der Grafikstack einer Linux-Distribution wie Ubuntu deutlich von jenem von Android unterscheidet und eine Verbindung der beiden auch darüber hinaus viele technische Schwierigkeiten mit sich bringt. Darunter leiden ähnliche Desktop-Projekte wie etwa das Community-Projekt Maru oder auch einfach alternative Smartphone-Systeme aus der Linux-Community wie etwa KDE Plasma Mobile, die Weiterführung des Ubuntu-Smartphones als UBPorts oder auch das kommerziell verfügbare Sailfish von Jolla.
Interessierte Entwickler können sich bei Samsung für die private Beta registrieren. Starten soll das Programm ab dem 12. November. Verfügbar ist diese Beta zunächst nur auf dem Galaxy Note 9 und dem Galaxy Tab S4, auf denen mindestens Android Oreo laufen muss.
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