Samsung Galaxy Tab S im Test: Flaches, poppig buntes Leichtgewicht

Ein Druck auf den Power-Button und die typischen, stilisierten Kristalle erscheinen: Selten sah das Lockscreen-Bild eines Samsung-Tablets schärfer und bunter aus als auf dem Galaxy Tab S mit 8,4 Zoll. Die kräftigen Farben und der hohe Kontrast mögen Geschmackssache sein, neben der Standardeinstellung gibt es daher noch zwei abgeschwächte.

Samsung greift für seine neuen Galaxy Tab S auf die hauseigenen OLED-Panels zurück. Im Falle des von uns getesteten 8,4-Zoll-Modells liegt die Pixeldichte bei bisher unübertroffenen 359 ppi. Kein Wunder bei 2.560 x 1.600 Bildpunkten, da fällt auch die Pentile-Matrix (RGBG wie beim Lumia 930 ) nicht negativ auf.
Naturgemäß strahlt ein OLED-Panel nicht so hell wie ein IPS-Modell, da eine Hintergrundbeleuchtung fehlt. Das stört im Alltag aber wenig bis gar nicht, denn mit maximal durchschnittlich 251 cd/m² ist es hell genug. Zudem funktioniert die automatische Anpassung gut und das Display spiegelt nicht übermäßig. Die Leuchtdichte ist im unteren Drittel geringer als im oberen, das ist typisch für kleinere Tablets oder Smartphones.










Apropos klein: Das Galaxy Tab S misst 126 x 213 x 6,6 mm – damit ist es eines der flachsten Tablets unter 10 Zoll. Mit einem Gewicht von nur 294 Gramm unterbietet das Galaxy Tab S locker Apples iPad Mini Retina , einzig das Nexus 7 (2013) ist einen Tick leichter. Dies ist auf das Gehäusematerial zurückzuführen: Die Rückseite mit Golfballstruktur, die glatte Front und der Rahmen sind aus hartem Polycarbonat. Dieses macht bei unserem Testgerät keine Probleme mit Verformungen bei Hitzeentwicklung.
An der Verarbeitung wie den Spaltmaßen haben wir nichts auszusetzen, das Galaxy Tab S ist verwindungssteif und die Knöpfe oben rechts am Rahmen sitzen fest an ihrem Platz. Neben einem Power-Button sowie der Lautstärkewippe befindet sich auf dieser Seite noch der Schacht für die Micro-SD-Karte (bis zu 128 GByte).
Die Stereolautsprecher hat Samsung links vom Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor auf der Ober- und Unterseite des Tablets platziert, im Querformat werden die kleinen Ausgänge je nach Ausrichtung verdeckt.
| Galaxy Tab S (8,4 Zoll) | Galaxy Tab S (10,5 Zoll) | |
| Maße | 126 × 213 × 6,6 mm | 247 × 177 × 6,6 mm |
| Gewicht | 294 / 298 (LTE) Gramm | 465 / 467 (LTE) Gramm |
| SoC | Exynos 5420 (4x A15 + 4x A7, Mali-T628-MP6) | Exynos 5420 (4x A15 + 4x A7, Mali-T628-MP6) |
| RAM | 3.072 MByte DDR3L | 3.072 MByte DDR3L |
| Speicher | 16 GByte (+128 GByte Micro-SD) | 16 GByte (+128 GByte Micro-SD) |
| Kamera | 8 MP + 2,1 MP, 1080p-Video | 8 MP + 2,1 MP, 1080p-Video |
| Anschlüsse | Micro-USB 2.0, MHL, Audio-Out | Micro-USB 2.0, MHL, Audio-Out |
| Funk | LTE Cat4, ac-WLAN, Bluetooth 4.0 LE | LTE Cat4, ac-WLAN, Bluetooth 4.0 LE |
| Akku | 4.900 mAh | 7.900 mAh |
| Display | OLED, 2.560 x 1.600, 359 ppi | OLED, 2.560 x 1.600, 288 ppi |
Etwas ruckelig im Alltag
Das in Deutschland erhältliche Galaxy Tab S wird mit 16 GByte ausgeliefert, für den Nutzer frei sind davon aber etwa 11 GByte. Während Samsung bei der 10,5-Zoll-Version des Galaxy Tab S in einigen Ländern einen Snapdragon 800 verbaut, steckt im 8,4-Zoll-Modell immer der hauseigene Exynos 5420 .










Dieser kombiniert vier Cortex-A15-Kerne mit vier A7-Kernen, die mit bis zu 1,9 beziehungsweise 1,3 GHz takten. Mit im SoC steckt zudem eine Mali-T628MP6 mit bis zu 533 MHz; und diese bildet den Schwachpunkt des Systems – da helfen auch die 3 GByte Arbeitsspeicher nicht.
Das Galaxy Tab S ist beileibe kein träges Gerät, immer wieder stottert aber die Touchwiz-Oberfläche auf Android-4.4.2-Basis. Zumindest dieses Problem sollte Samsung mit einem Update lösen können.
Spiele wie Riptide GP2 zeigen bei maximalen Details häufige Ruckler, die Mali-Grafikeinheit ist hier mit der hohen Displayauflösung überfordert. Unsere Benchmarks mit dem Exynos 5420 belegen dies: Verglichen mit dem Snapdragon 801 liefert das Samsung-SoC zwar in Multithread-Anwendungen eine ähnliche CPU-Geschwindigkeit.
Die Grafikleistung aber liegt deutlich unter der Adreno-GPU des Snapdragons und somit auch unterhalb von Apples A7-Chip mit PowerVR-Grafik. Für etwas anspruchslosere Spiele reicht die Mali-Grafikeinheit zwar völlig aus, wer jedoch viele grafisch fordernde Titel spielt, der sollte vom Galaxy Tab S Abstand nehmen – was angesichts des brillanten Displays doppelt schade ist.
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In Sachen Bilder und Videos bietet das Galaxy Tab S gehobenes Mittelmaß: Die Hauptkamera schießt JPEG-Fotos mit 16:9-Format mit 6 Megapixeln (3.264 x 1.836 Pixel), alternativ sind es 8 Megapixel mit 4:3-Seitenverhältnis (3.264 x 2.448 Pixel). Die Blende von f/2.4 hat sie mit der Frontkamera ebenso gemein wie die 1080p-Videos mit 30 fps im MP4-Format, der optische Bildstabilisator und der einzelne LED-Blitz fehlen vorne allerdings.
Für Skype-Gespräche oder Selbstporträts taugt die vordere Kamera dennoch, sie löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf – das entspricht 2,1 Megapixeln. Die Bildqualität beider Kameras geht bei Tageslicht in Ordnung, bei Dämmerung oder Dunkelheit ist sie ebenfalls befriedigend – der Blitz hilft hier nur bedingt.
Der Akku des Galaxy Tab S hat eine Nennladung von 4.900 mAh. Samsung gibt für das Tablet eine Ladezeit von knapp über drei Stunden an – in der Praxis dauert es weit über vier Stunden, um das Tablet vollständig aufzuladen, also ziemlich lange. Die Laufzeit hingegen ist sehr gut: Nachdem wir sieben Stunden lang einen 1080p-kodierten Film geschaut haben, beträgt der Akkustand noch 45 Prozent.
Verfügbarkeit und Fazit
Samsung bietet das Galaxy Tab S in zwei Farbvarianten mit 8,4 oder 10,5 Zoll an. Beide Modelle gibt es als WLAN- oder als LTE-fähiges Tablet mit einem Micro-SIM-Schacht. Das kleine Galaxy Tab S kostet 400 beziehungsweise 500 Euro, die größere Variante ist für 500 beziehungsweise 600 Euro erhältlich.










Fazit
Hochauflösend und flach – im Prinzip ließe sich das Galaxy Tab S alleine mit diesen zwei Adjektiven wunderbar umschreiben. Insbesondere die von uns getestete 8,4-Zoll-Variante ist eines der dünnsten und leichtesten Tablets auf dem Markt. Hinzu kommt ein OLED-Panel, das 2.560 x 1.600 Bildpunkte und somit 359 Pixel pro Zoll auf das Display quetscht.
Bei dieser Pixeldichte stört uns die Pentile-Matrix überhaupt nicht, viel mehr überzeugen die Schärfe und der Kontrast. Die im Auslieferungszustand sehr knalligen Farben lassen sich per Menü abschwächen, hochauflösende Filme und Bilder sehen auf dem Galaxy Tab S einfach toll aus.
Ärgerlich ist hingegen, dass die Touchwiz-Oberfläche auf Android-4.4.2-Basis zum Stottern neigt (auch mit dem neuesten Update) und die Grafikleistung des Exynos-SoC für anspruchsvolle Spiele zu gering ist. Wer über diesen Schwachpunkt hinwegsehen kann, der erhält mit dem Galaxy Tab S ein sehr gutes Tablet, das tolle Display hat aber seinen Preis.



