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Samsung Galaxy S3: Siri braucht sich nicht zu fürchten

In Samsungs Android-Smartphone Galaxy S3 ist eine Spracherkennung integriert, die als Konkurrent zu Apples Siri gehandelt wird. Weit gefehlt! S Voice kann nicht einmal richtig Deutsch.
/ Jörg Thoma
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Die Spracherkennung S Voice in Samsungs Galaxy S3 hat noch reichlich Macken. (Bild: Screenshot Golem.de)
Die Spracherkennung S Voice in Samsungs Galaxy S3 hat noch reichlich Macken. Bild: Screenshot Golem.de

Samsungs aktuelles Smartphone macht einen guten Eindruck – die Spracherkennung S Voice, die als Siri-Konkurrent gehandelt wird, ist hingegen eine herbe Enttäuschung. Laut Samsung befindet sich S Voice noch in der Testphase und soll erst zum Verkaufsstart richtig funktionieren. Der ist aber bereits in vier Tagen, am Dienstag, dem 29. Mai 2012.

Selbst in der Textausgabe von S Voice sind noch etliche Übersetzungsfehler. Im Vergleich zu Siri klingt die weibliche Stimme von S Voice weit weniger natürlich – und auch etwas unfreundlich. Zudem ist die Aussprache vieler Wörter nicht korrekt.

Spracheingabe mit dem Samsung Galaxy S3 ausprobiert
Spracheingabe mit dem Samsung Galaxy S3 ausprobiert (03:12)

Selbst bei der von Samsung in der Liste der Anwendungsbeispiele aufgeführten Frage: "Wie hoch ist der Mount Everest?" hatte das deutsche S Voice eine klägliche Trefferquote. S Voice schlug Suchbegriffe vor, die stets das Wort "Terrorist" enthielten, lieferte aber nicht ein einziges Mal eine korrekte Antwort. Das Ein- und Ausschalten von WLAN mittels Sprachkommando klappte hingegen auf Anhieb. Auch das Starten des MP3-Players machte keine Probleme. Das Erstellen und Versenden von SMS-Nachrichten funktionierte zwar auch, aber nicht immer mit dem Text, den wir eingesprochen hatten.

In einem ersten Test bei der Präsentation des Galaxy S3 funktionierte S Voice zumindest auf Englisch deutlich besser. Bei Englisch wird offenbar mit Wolfram Alpha gearbeitet, bei der deutschen Spracherkennung greift Samsung auf Vlingo(öffnet im neuen Fenster) zurück.

Im Vergleich zu Siri fällt auf, dass die auf Vlingo basierende Software von Samsung bei einer schlechteren Erkennung auch länger auf Antworten vom Server warten muss. Außerdem ist Siri wortgewandter als S Voice, denn es hat den deutlich größeren Wortschatz beim Antworten. Als Alternative steht auch die in Android integrierte Spracherkennung zur Verfügung, die aber ähnlich schlechte Ergebnisse liefert.

Heiratsanträge, die Siri zumindest charmant ablehnt, quittiert Samsungs neues Smartphone mit einem trockenen: "Leider kenne ich die Antwort nicht. Wollen Sie im Internet suchen?"


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