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Samsung Galaxy S10: Europäer erhalten weiter langsameren Prozessor

MWC 2019
Im Galaxy S10 für Europa steckt Samsungs eigener Exynos 9820, im Modell für Nordamerika hingegen der Snapdragon 855 von Qualcomm. Der rechnet teils signifikant schneller, allerdings hat Samsung aufgeholt.
/ Marc Sauter
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Exynos 9820 (Bild: Samsung)
Exynos 9820 Bild: Samsung

Wie üblich, verwendet Samsung beim neuen Galaxy S10(+)/10e unterschiedliche Systems-on-a-Chip, je nachdem, in welcher Region das Gerät verkauft wird. In Deutschland erhalten Käufer seit Jahren die Version mit einem Exynos-Prozessor von Samsung, wohingegen beispielsweise in den USA durchweg ein Snapdragon von Qualcomm verwendet wird.

Die renommierte Hardwareseite Anandtech(öffnet im neuen Fenster) konnte das Galaxy S10 mit dem Exynos 9820 und dem Snapdragon 855 mit einigen Benchmarks vergleichen und hat festgestellt, dass das Samsung-SoC oft deutlich langsamer ist, wenngleich der Abstand geringer ausfällt als im Vorjahr bei Exynos 9810 und Snapdragon 845.

Samsung fertigt den Exynos 9820 im hauseigenen 8LPP-Verfahren und verwendet zwei der selbst entwickelten M4-Kerne sowie zwei Cortex-A75 und vier Cortex-A55. Der Snapdragon 855 hingegen läuft bei TSMC im 7-nm-Prozess vom Band und nutzt acht sogenannte Kryo 485, welche modifizierte Cortex-A76 und Cortex-A55 sind. Obgleich sich beide Octacores auf den ersten Blick ähneln, hat jeder Hersteller unter anderem eine eigene Interface- sowie Scheduler-Implementierung, weshalb die Leistung der Designs voneinander abweicht.

Galaxy S10 im Hands-on
Galaxy S10 im Hands-on (02:27)

Anandtech hat die Work-2.0-Suite des Futuremark PCMark für Android mit Web Browsing, Video Editing, Writing, Photo Editing sowie Data Manipulation verwendet. In den einzelnen Tests schneidet der Exynos 9820 durchweg schlechter ab als der Snapdragon 855: Teils reicht der Samsung-Chip zwar an das Qualcomm-SoC heran, meist aber ist der Vorsprung mit über 20 Prozent ziemlich deutlich. Wie viel davon am Ende im Alltag für den Nutzer tatsächlich spürbar ist, lässt sich anhand des PCMark nur bedingt ableiten. Gerade Apps wie Chrome aber könnten einen Unterschied aufzeigen, wenn große Webseiten geladen werden.

Zudem sagt der PCMark nichts über die Akkulaufzeit aus, denn der entsprechende Test wurde aus Zeitgründen von Anandtech nicht durchgeführt. Zumindest beim Galaxy S9(+) erreichte die Exynos-Variante klar schlechtere Laufzeiten, insbesondere bei Apps, welche viel CPU-Leistung benötigen. Es bleibt daher abzuwarten, ob der Exynos 9820 dem Snapdragon 855 halbwegs Paroli bieten kann, auch im Hinblick auf die rein vom technischen Aspekt her bessere 7-nm-Fertigung des Qualcomm-SoC.


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