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Samsung Galaxy Gear im Hands On: Telefonieren wie bei Knight Rider

Ifa 2013
Mit Samsungs Smartwatch Galaxy Gear können Nutzer nicht nur Fotos machen und sich das Wetter anzeigen lassen, sondern auch telefonieren. Das funktioniert in unserem Test erstaunlich gut, in anderen Bereichen enttäuschte uns das Gerät aber.
/ Tobias Költzsch
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Samsungs neue Smartwatch Galaxy Gear (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
Samsungs neue Smartwatch Galaxy Gear Bild: Andreas Sebayang/Golem.de

Samsung hat am 4. September 2013 seine eigene Smartwatch vorgestellt . Die Galaxy Gear wird mit dem Smartphone verbunden und zeigt dem Nutzer am Handgelenk unter anderem SMS, Wetterinformationen und E-Mails an. Zudem kann Samsungs Sprachassistent S Voice direkt über die Smartwatch genutzt werden.

Samsung Galaxy Gear - Hands on (Ifa 2013)
Samsung Galaxy Gear - Hands on (Ifa 2013) (01:16)

Der obere Teil des Uhrengehäuses ist aus Edelstahl, das Armband aus einem gummiartigen Kunststoff geht direkt in den unteren Teil der Galaxy Gear über. Der Verschlussmechanismus kann leicht auf verschiedene Größen eingestellt werden, wir hatten die Smartwatch binnen einer Minute sicher am Arm. Insgesamt ist sie sehr gut verarbeitet und wirkt stabil.

Die Galaxy Gear ist relativ groß und dick und wirkt daher etwas klobig. Allerdings ist sie ziemlich leicht, weshalb der Tragekomfort insgesamt gut ist. Das 1,63 Zoll große OLED-Display ist auch von der Seite gut einsehbar. Dadurch muss der Nutzer nicht immer seinen Arm verdrehen, um frontal auf die Uhr zu schauen.

Navigation durch Wischgesten

Die Galaxy Gear wird durch einen Druck auf den seitlichen Power-Button eingeschaltet. Der Nutzer navigiert mit einfachen Links-rechts-Wischgesten im Hauptmenü zwischen den Funktionen der Uhr. Mit einem Wisch von oben ins Display hinein kehrt der Nutzer wieder zurück. Wird diese Geste direkt im Hauptmenü ausgeführt, startet die Galaxy Gear die im Armband integrierte 2-Megapixel-Kamera.

Die Wechsel zwischen den einzelnen Menüeinträgen werden von leichten Aussetzern begleitet. Manche Apps starten mit leichter Verzögerung, einfachere Apps wie die Galerie hingegen öffnen sich schnell. Insgesamt wirkt die Bedienung manchmal etwas schwerfällig.

10-Sekunden-Videos

Auch die Kamera reagiert nicht komplett flüssig, nach jeder Aufnahme gibt es ein merkliches Stocken. Mit der bereits vom Samsung Galaxy S4 bekannten Erkennungssoftware kann sie auch Texte übersetzen oder nach weiteren Informationen suchen. Auch Videos kann die Kamera aufnehmen, diese sind aber auf eine Aufnahmedauer von 10 Sekunden begrenzt.

Nachdem wir drei Videos hintereinander aufgenommen hatten, schaltete die Galaxy Gear die Kamera automatisch ab, um die Uhr zu schonen. Hier kommen der 800-MHz-Prozessor und der Arbeitsspeicher von 512 MByte offenbar an ihre Grenzen.

Aufgenommene Fotos können über eine Galerie-App direkt auf der Smartwatch betrachtet und per Pinch Zoom vergrößert werden. Auch Videos spielt die Uhr ab. Auf dem verbundenen Smartphone gespeicherte Bilder und Videos werden in der Galerie ebenfalls angezeigt.

Telefonieren mit der Uhr

Mit der Galaxy Gear kann dank der Verbindung zum Smartphone auch telefoniert werden, im Verschluss des Armbandes sind ein kleiner Lautsprecher und ein Mikrofon eingebaut. Das funktioniert in der Praxis ziemlich gut, der Lautsprecher schaffte es auch im vollen und lauten Präsentationszelt, die Stimme des Anrufers gut verständlich wiederzugeben.

Dazu muss der Verschluss der Uhr jedoch nah ans Ohr gehalten werden, was aus Gründen der Privatsphäre für viele Nutzer sowieso angebracht sein dürfte. Unser Gesprächspartner hat uns ebenfalls gut verstanden. Mehrere Test-SMS hingegen kamen auch nach wiederholten Versuchen nicht auf der Galaxy Gear an.

Verständnisvolles S Voice

Die Smartwatch reagiert gut auf Spracheingaben. Samsungs Sprachassistent S Voice funktionierte auch in der lauten Umgebung problemlos und hat unsere Frage nach dem morgigen Wetter auf Anhieb verstanden. Allerdings mussten wir hier etwas mehr Geduld haben, bis die Antwort auf dem kleinen Bildschirm erschien.

Fazit

Unser erster Eindruck von der Galaxy Gear ist gemischt. Samsung schafft es zwar, die nötige Technik in ein ansprechendes Gehäuse zu stecken, dieses ist jedoch gerade für zierliche Arme einfach zu groß. Die Funktionen der Uhr sind nicht unpraktisch, die Bedienung ist intuitiv, jedoch nicht immer flüssig. Richtig schnell erscheint das System daher nicht, auch wenn einzelne Apps wie die Galerie hervorragen.

Dass die Kamera nach drei aufgenommenen Videos die Kamera-App aus Leistungsgründen schließen musste, hat uns etwas gewundert. Die Akkulaufzeit von ein bis zwei Tagen dürfte manchem Nutzer zu wenig sein.

Ein weiterer Wermutstropfen für viele Interessenten dürfte sein, dass die Galaxy Gear nicht mit Nicht-Samsung-Smartphones kompatibel ist. Und auch unter den Samsung-Geräten gibt es momentan nur wenige Smartphones, die sich mit der Galaxy Gear per Bluetooth verbinden können. Momentan sind dies nur das Galaxy S4 und das neue Galaxy Note 3, das Galaxy S3 und das Galaxy Note 2 sollen im Oktober 2013 dazukommen.

Momentan scheint uns die Galaxy Gear noch nicht komplett ausgereift zu sein. Womöglich schafft es Samsung bis zur Markteinführung Ende September 2013, das System noch einmal zu beschleunigen. Im aktuellen Zustand halten wir die Uhr nicht für die erhoffte nächste Generation der Smartwatches.


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