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Samsung 960 Pro im Test: Sparsame 2-TByte-SSD mit Kupfer-Aufkleber

Mal eben den flotten Vorgänger düpiert: Samsungs 960 Pro ist mit Abstand die schnellste NVMe - SSD als M.2-Kärtchen. Obendrein gibt es 2 TByte und eine geringere Leistungsaufnahme für Ultrabooks.
/ Marc Sauter
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Samsung 960 Pro (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Samsung 960 Pro Bild: Martin Wolf/Golem.de

Samsung entlässt die 960 Pro in den Handel: So heißt das neue Solid State Drive der Südkoreaner, das auf die 950 Pro folgt. Gedacht ist die SSD laut Hersteller für Client-PCs und für Notebooks, sie richtet sich nicht an professionelle Anwender oder Server-Systeme. Das ist am Formfaktor zu erkennen, denn die 960 Pro nutzt die M.2-Bauweise, das Kärtchen misst 80 mm und wird selbst in der 2-TByte-Version nur einseitig bestückt.

Hintergrund dieser flachen Bauweise für Ultrabooks bilden für alle Modelle zwei Punkte: Einerseits setzt Samsung auf den hauseigenen V-NAND v3 , also Flash-Speicher mit geschichteten Zellen. Jede davon fasst bei den 960 Pro zwei Bit (MLC), pro Chip stehen 256 GBit bereit. Die Südkoreaner fassen bis zu 16 dieser Silizumplättchen zu einem Package zusammen und verlöten vier davon auf der M.2-Platine. Verfügbar ist die 960 Pro mit 512 GByte sowie mit 1 TByte und 2 TByte – die 950 Pro gibt es nur mit bis zu 512 GByte.

Während bei bisherigen SSDs in M.2-Bauweise der Controller und der DRAM-Cache zwei einzelne Chips sind, stapelt Samsung diese bei der 960 Pro als PoP (Package-on-Package) übereinander. Das spart Platz und ermöglicht so die einseitige Bestückung der Platine und nur 2,38 mm Bauhöhe. Der neue Polaris-Controller nutzt fünf ARM-Kerne, was recht viele sind, und verfügt über vier Kanäle. Er unterstützt eine 256-AES-Verschlüsselung in Hardware.

Die fünf statt drei Kerne wie noch beim UBX-Controller der 950 Pro sollen bei der 960 Pro eine höhere Anzahl an Input-/Output-Operationen pro Sekunde über einen höheren Zeitraum bei geringerer Warteschlangentiefe ermöglichen. Wir können das bestätigen, wenngleich die Differenz bei 4K/QD1 mit 45.000 zu 37.000 IOPS schreibend nach 5 Minuten nicht drastisch ausfällt.

Um die Leistung auch über einen längeren Zeitraum stabil zu halten, hatte Samsung übrigens eine simple, aber clevere Idee. Hinzu kommen generell sehr hohe Lese- und Schreibraten weit oberhalb des Vorgängers. Die 960 Pro unterstützt das NVMe-Protokoll und bis zu vier PCIe-3.0-Lanes.

Wir testen unter Windows 10 x64 mit einem Core i7-6700K und 16 GByte RAM auf einem Asus Z170 Deluxe, genutzt wird der an den Chipsatzu angebundene M.2-Steckplatz, welcher besagte vier PCIe-3.0-Lanes aufweist.

Die Drossel der SSD greift später

Bei Dauerlast soll die 960 Pro aufgrund einer im Aufkleber integrierten Kupferschicht besser gekühlt sein und dadurch später drosseln. Der Aufkleber sitzt auf der Rückseite der SSD und ist höher als bei der 950 Pro, wo er einzig mit Informationen bedruckt ist. Mit "später" meint Samsung je nach Last anderthalb statt einer Minute oder drei Minuten statt einer, wenn in diesem Zeitraum mehrere hundert GByte geschrieben oder gelesen werden. Im Alltag dürfte das höchst selten vorkommen – in einem Notebook oder PC mangelt es in der Regel alleine schon an einem entsprechend schnellen Quelllaufwerk.

Unter idealen Bedingungen schafft die 960 Pro bis zu 3,5 GByte pro Sekunde lesend und bis zu 2,1 GByte pro Sekunde schreibend statt 2,6 und 1,5 GByte die Sekunde. Die Werte gelten sowohl für das 512-GByte- und das 2-TByte-Modell, unsere Tests zeigen hier keinen Unterschied. Die Transferraten erreichen die SSDs allerdings nur mit entsprechend vielen Befehlen und Threads: Werden schlicht Daten kopiert, fällt der Vorsprung der 960 Pro zur 950 Pro marginal aus. 50 GByte gemischten Daten dupliziert sie in 177 statt 185 Sekunden.

Zu den Vorteilen des neuen V-NAND v3 und des Controller-DRAM-PoP zählen neben den kompakteren Packages trotz höherer Geschwindigkeit auch die geringere Leistungsaufnahme. Laut Samsung sinkt sie um ein halbes Watt, wenn statt der 950 Pro mit 512 GByte eine 960 Pro mit gleicher Kapazität verwendet wird. Also haben wir nachgemessen: Bei 4K/Q32/1T lesend kommt das ältere Modell von 1,69 A bei 3,3 Volt – also 5,6 Watt. Die neue SSD schafft einen höheren Durchsatz bei 1,47 A und somit 4,9 Watt.

Das bedeutet, dass die 960 Pro sparsamer und obendrein effizienter ist – gut für Ultrabooks. Komplett testen konnten wir die neue SSD übrigens noch nicht: Bisher fehlt der von Samsung angekündigte, aktualisierte NVMe-Treiber, weshalb wir die 960 Pro mit dem generischen von Windows 10 haben laufen lassen. Auch die überarbeitete Magician-Software in Version 5.0 glänzt noch durch Abwesenheit. Sie soll im November verfügbar sein.

Samsungs Preise für die 960 Pro lesen sich wie folgt: Das 512-GByte-Modell kostet 330 Euro, mit 1 TByte sind es 620 Euro und für 2 TByte verlangt der Hersteller 1.300 Euro. Das ist pro GByte günstiger als bei der 950 Pro, für 512 GByte riefen die Südkoreaner zum Start 380 Euro auf. Auch bei der neuen 960 Pro beträgt die Garantie fünf Jahre, aber keine zehn wie noch bei der 850 Pro.

Die 960 Pro soll in den nächsten Wochen in den Handel kommen.


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