Samsung 950 Pro: Schnelle NVMe-SSD im M.2-Format kommt für den Massenmarkt

Auf seinem SSD Summit in Seoul, Südkorea, hat Samsung seine erste für den Endkundenmarkt bestimmte SSD 950 Pro (Datenblatt)(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Damit versucht Samsung, auch im Markt für M.2-Kärtchen einen Retail-Markt zu erschließen, der bis dato wenig von Marktteilnehmern belegt und überwiegend noch ein OEM-Geschäft für die Hersteller ist.



Die 950 Pro setzt auf aktuelle Techniken: Das für Flashspeicher optimierte NVM Express (NVMe 1.1) wird von der 950 Pro unterstützt und nicht mehr das AHCI-Protokoll, das für spindelbasierte Medien optimiert ist. Das verspricht vor allem hohe IOPS-Werte. Samsung gibt diese mit 300.000 IOPS beim zufälligen Lesen an, was mit AHCI-SATA-SSDs nicht möglich ist. Beim zufälligen Schreiben werden 110.000 IOPS angegeben. Die Werte beziehen sich auf das 512-GByte-Modell. Das 256-GByte-Modell bietet 2.200 MByte/s (lesend), 900 MByte/s (schreibend) und 270.000 (lesend) sowie 100.000 IOPS (schreibend).
Hohe Leseraten dank PCIe 3.0
Für eine hohe Geschwindigkeit werden die Daten per PCIe 3.0 (x4) übertragen. Die maximalen Lesewerte werden mit 2.500 MByte pro Sekunde angegeben. Schreibend reduziert sich die Datenrate auf 1.500 MByte pro Sekunde. Die SSD reizt damit noch nicht die maximale Bandbreite von PCIe x4 aus, die bei 4 GByte pro Sekunde in der Theorie liegt.
Im Unterschied zu den auf dem Flash Memory Summit vorgestellten langsameren M.2-Kärtchen PM943 mit TLC-Flash verkauft Samsung mit der neuen 950er-Serie kein TByte-Modell. Es wird vorerst nur zwei Kapazitätsstufen geben, die bei 256 und 512 GByte Kapazität liegen. Auf dem Board sind zudem 512 MByte LPDDR3-Speicher als Puffer verbaut.
Samsung setzt für die 950 Pro vorerst weiter auf die zweite Generation der V-NAND-Produktionstechnik (MLC) mit laut Samsung 128 GBit pro Chip. Als Controller kommt der hauseigene UBX-Controller zum Einsatz. Die SSDs sollen lange einsetzbar sein. Das 256-GByte-Modell soll 200 Terabyte Written (TBW) überstehen. Das nächstgrößere Modell schafft laut Samsung den doppelten Wert.
950 Pro braucht einen M.2-Slot und moderne Treiber
Um die 950 Pro einzusetzen, braucht es einen Rechner mit M.2-Slot samt PCIe-Anbindung und Platz für eine 2280er-Karte. Die SSD 950 Pro braucht zudem einen NVMe-Treiber. Auch wenn aktuelle Windows-Versionen einen NVMe-Treiber mitbringen, will Samsung einen optionalen Treiber anbieten, der die volle Leistung bieten soll. Wie die Unterschiede zwischen dem Standardtreiber und Samsungs eigenem Treiber aussehen, hat Samsung noch nicht bekanntgegeben. Linux- und Windows-Server-Systeme hat Samsung zunächst ausgenommen. Entsprechende NVMe-Treiber will das Unternehmen später nachliefern.
Die Leistungsaufnahme im Ruhemodus gibt Samsung mit 1,7 Watt an. Wer ein Notebook besitzt, sollte sich den Einsatz eines so schnellen Modells also überlegen, da der Gesamtanteil der Leistungaufnahme durch die SSD gerade bei leichten Systemen recht hoch sein dürfte. Im Betrieb steigt die elektrische Leistungsaufnahme auf 6,4 oder 7 Watt im Maximum. Da die SSD allerdings sehr schnell ist, dürfte sie diesen Burst Modus nicht lange aufrechterhalten.
Marktvorbereitung für M.2-Aufrüstmöglichkeiten
Der Markt für M.2-Retail-SSDs ist prinzipiell da. Mini-PCs im Businessbereich bieten längst M.2-Slots . Bei gut ausgestatteten ATX-Mainboards gehört ein Schacht ebenfalls zum Standard. Bei Notebooks sieht es hingegen schlechter aus. Häufig sind schon SSDs verbaut und manch ein Hersteller erschwert den Austausch der internen Speichermedien durch den Gehäuseaufbau.
Samsung versucht, den Erfolg der 830er Serie zu wiederholen. Damals sollte nicht nur das OEM-Geschäft bedient, sondern auch der reguläre Endkunde direkt erreicht werden. Mit der 470er-/830er-Serie ist Samsung das gelungen, wie auch vielen anderen Marktteilnehmern. Die Situation war allerdings auch einfacher. Eine SATA-SSD lässt sich einfacher und mit weniger Wissen austauschen als eine M.2-Karte, die NVM Express unterstützt und nach einer PCIe-Anbindung verlangt.
Die neuen SSDs sollen ab Anfang Oktober 2015 mit fünf Jahren Garantie auf den Markt kommen. Das 256-GByte-Modell wird rund 220 Euro kosten. 512 GByte sind auf das GByte gerechnet etwas günstiger und werden rund 380 Euro kosten. Eine 1-TByte-Version soll 2016 folgen . Damit ist die neue SSD-Serie teurer als die langsamere SATA-850-Pro-Serie. Hier liegen die Preise für die SATA-Modelle derzeit bei 140 beziehungsweise 240 Euro. Die gibt es zudem mittlerweile sogar mit 2 TByte , sie liegen damit gleichauf mit den Samsung-gelabelten 2,5-Zoll-Festplatten im Bereich der Bauhöhe von 9,5 mm .