Samsung 870 QVO ausprobiert: Die erste 8-TByte-Consumer-Sata-SSD ist da

Samsungs 870 QVO taugt als SSD für Spiele-Bibliotheken, nicht aber zum dauerhaften Beschreiben.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Samsung 870 QVO - hier unser Muster mit 4 TByte
Samsung 870 QVO - hier unser Muster mit 4 TByte (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung der 860 QVO (Test) bringt Samsung mit der 870 QVO den Nachfolger in den Handel: Die 2,5-Zoll-SSD ist das erste Consumer-Sata-Modell mit einer Kapazität von bis zu 8 TByte. QVO steht für Quality and Value Optimized - eine leicht euphemistische Bezeichnung für ein Produkt, das durch einen sehr geringen Preis pro Gigabyte überzeugen soll.

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Tatsächlich gehört die bisherige 860 QVO zu den günstigsten Sata-SSDs mit einer Kapazität von 1 TByte bis 4 TByte, einzig die sehr langsame Crucial BX100 und einige wenige ältere Modelle kosten noch weniger. Anders als 860 Evo gibt es die 860 QVO beispielsweise schon für 200 Euro statt für 300 Euro, wenn wir 2-TByte-Versionen miteinander vergleichen. Die 860 QVO und auch die 870 QVO - die zu ähnlichen Preisen starten soll - sind allerdings nicht grundlos so günstig erhältlich.

Beide SSD-Reihen verwenden 3D-Flash-Speicher mit 4-Bit-Zellen, gern auch als Quad Level Cells (QLC) bezeichnet. Um Daten zu sichern, sind also gleich 16 Ladungszustände notwendig, was entsprechend aufwendige Schreibvorgänge bedeutet. Das resultiert einerseits in einer niedrigen Datenrate, wenn Informationen direkt im QLC-Modus geschrieben werden und nutzt andererseits die Speicherzellen stärker ab, wenn nur acht (Triple Level Cell) oder vier (Multi Level Cell) statt 16 Ladungszustände genutzt werden.

  • Samsung 870 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Samsung 870 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Im Inneren stecken Controller, DRAM und je zwei Packages auf der Vorder- sowie der Rückseite. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Crystal Disk Mark [Datenrate] Samsung 870 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Crystal Disk Mark [Datenrate] Samsung 870 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Atto [IOPS] Samsung 870 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Atto [IOPS] Samsung 870 QVO (Bild: Marc Sauter/Golem.de)
  • Ist der SLC-Puffer voll, sinkt die Schreibleistung stark. (Screenshot: Marc Sauter/Golem.de)
Im Inneren stecken Controller, DRAM und je zwei Packages auf der Vorder- sowie der Rückseite. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Samsung setzt bei der 870 QVO auf den V-NAND v5 mit 92 Zellschichten, bei der 860 QVO wird noch der ältere V-NAND v4 verwendet. Den Südkoreanern zufolge ist der neue 3D-Flash-Speicher aufgrund eines DDR4- statt DDR3-Toggle-Interface zumindest prinzipiell schneller und soll dank feinerer Fertigung dennoch die gleiche Energieeffizienz aufweisen. Für die 870 QVO nutzt Samsung multiple 1-TBit-QLC-Dies, wovon acht in einem Package stecken. Unser 4-TByte-Muster weist ergo vier solcher Chipgehäuse auf. Der V-NAND v5 wird vom achtkanaligen MKX-Controller angesteuert, welcher auf LPDDR4-Speicher als DRAM-Cache für die Mapping-Tabelle zugreift und eine AES-256-Hardware-Verschlüsselung unterstützt.

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Um die Schreibgeschwindigkeit hochzuhalten, betreibt Samsung einen Teil des QLC-Speichers im SLC-Betrieb, also mit einem Bit respektive zwei Ladungszuständen. Wie schon bei der 860 QVO hat auch die 870 QVO einen minimalen Puffer, der je nach Füllstand der SSD dynamisch erweitert werden kann. Beim 1-TByte-Modell beläuft sich dieser auf 6 GByte und kann dynamisch bis zu 36 GByte für insgesamt 42 GByte SLC-Puffer hinzufügen. Sobald auf der SSD weniger als 168 GByte (4x 42 GByte) zur Verfügung stehen, reduziert sich der dynamische Cache sukzessive, bis nur noch 6 GByte nutzbar sind.

870 QVO (1 TByte)870 QVO (2 TByte)870 QVO (4 TByte)870 QVO (8 TByte)
ControllerMKX, 8 KanäleMKX, 8 KanäleMKX, 8 KanäleMKX, 8 Kanäle
DRAM-Cache1 GByte LPDDR42 GByte LPDDR44 GByte LPDDR48 GByte LPDDR4
NAND-Packages1 x (8 x 1 TBit, 92L) 2 x (8 x 1 TBit, 92L) 4 x (8 x 1 TBit, 92L) 8 x (8 x 1 TBit, 92L)
SLC-Puffer6+36 GByte6+72 GByte6+72 GByte6+72 GByte
LeserateBis zu 560 MB/sBis zu 560 MB/sBis zu 560 MB/sBis zu 560 MB/s
SchreibrateBis zu 530 MB/sBis zu 530 MB/sBis zu 530 MB/sBis zu 530 MB/s
Ohne SLC-PufferBis zu 80 MB/sBis zu 160 MB/sBis zu 160 MB/sBis zu 160 MB/s
Haltbarkeit360 TBW720 TBW1.440 TBW2.880 TBW
Daten der Samsung 870 QVO

Mit SLC-Puffer schreibt die 870 QVO sequenziell mit bis zu 530 MByte/s, schnöde Kopiervorgänge unter Windows 10 laufen mit 480 MByte/s ab. Sobald der Cache erschöpft ist, fällt die Datentransfer-Rate auf 80 MByte/s (1-TByte-Modell) respektive auf 160 MByte/s (2 TByte bis 8 TByte). Das ist genauso viel wie der älteren 860 QVO mit 130 MByte/s. Die 870 QVO hat dafür leichte Vorteile bei den Input/Output-Operationen pro Sekunde, wenn eine sehr kurze Befehlswarteschlange (QD1) verwendet wird. Bei der maximalen sequenziellen Schreib- und Leserate von 560 MByte/s und 530 MByte/s sind keine Unterschiede zwischen den beiden QVO-SSDs feststellbar.

Samsung 870 QVO 8TB SATA 2,5" Internes Solid State Drive (SSD) (MZ-77Q8T0BW)

Fazit

Samsung verkauft die 870 QVO mit 1 TByte (117 Euro) ab Ende Juni 2020. Die Modelle mit 2 TByte (234 Euro) und 4 TByte (468 Euro) sollen Ende Juli folgen, das mit 8 TByte (848 Euro) dann ab Ende August. Sie sind teurer als die 860 QVO derzeit, die Preise dürften sich aber noch einpendeln. Die Südkoreaner geben erneut drei Jahre Garantie, auch die TBW-Haltbarkeit (Total Bytes Written) entspricht der der bisherigen QLC-SSD.

Die 870 QVO ist die konsequente Weiterentwicklung ihres Vorgängers: Eine Sata-SSD im 2,5-Zoll-Format, die viel QLC-Speicherplatz pro Euro aufweist und primär für Lesezugriffe ausgelegt ist. Für ständige Schreibvorgänge ist das Samsung-Drive weniger ausgelegt, obgleich der dynamische SLC-Puffer mit bis zu 78 GByte durchaus anständig ausfällt; danach sind es nur 160 MByte/s.

Wer die 870 QVO als SSD für Spiele-Bibliotheken oder Foto-Archive ohne exorbitant große RAWs nutzen möchte, kann zugreifen. Die bessere Alternative ist jedoch die ähnlich teure Micron 5210 Ion aus dem Enterprise-Segment, welche dauerhaft mit 360 MByte/s schreibt und fünf Jahre Garantie hat.

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Sharra 02. Jul 2020

Du hast also die Pufferkondensatoren übersehen? Genau dafür sind die da. Und die sind so...

Vögelchen 01. Jul 2020

QLC als Backup-Datengrab? Also lange Haltezeiten und Sicherheit? Das würde ich lieber...

FlashBFE 01. Jul 2020

Richtig, viele Leute wissen nicht (mehr), was zur Anfangszeit der SSDs so los war im...

nipponichi 01. Jul 2020

Zumindest bei meiner Synology DS215j sehe ich beim Kopieren von Dateien kaum einen...

ms (Golem.de) 01. Jul 2020

Ja - ist geändert.



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