Sammelklage: Nutzer können laut Facebook keine Privatsphäre erwarten

In einer Sammelklage gehen Nutzer gegen Facebook im Skandal um Cambridge Analytica vor. Das soziale Netzwerk will jedoch keinen Schaden seiner Mitglieder durch die Datenweitergabe anerkennen.

Artikel veröffentlicht am ,
Mit solchen Anzeigen will Facebook verlorenes Vertrauen wiedergewinnen.
Mit solchen Anzeigen will Facebook verlorenes Vertrauen wiedergewinnen. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Facebook bestreitet die in einer Sammelklage erhobenen Ansprüche von Nutzern auf den Schutz der Privatsphäre. "Es gibt keine Verletzung der Privatsphäre, da es überhaupt keine Privatsphäre gibt", sagte Facebook-Anwalt Orin Snyder laut US-Medienberichten in einer Anhörung am 29. Mai 2019 vor einem Bezirksgericht in Kalifornien. Daher habe das Unternehmen auch im Skandal um die Analysefirma Cambrigde Analytica nicht gegen Datenschutzvorgaben verstoßen. Es gebe bei sozialen Medien "keine vernünftige Erwartung auf Datenschutz".

Stellenmarkt
  1. Systemadministrator (w/m/d)
    Zimmer + Kreim GmbH & Co. KG, Brensbach
  2. System Engineer DevOps Logistik Automation (m/w/d)
    KRATZER AUTOMATION AG, Unterschleißheim
Detailsuche

Die Sammelklage gegen Facebook war im vergangenen Jahr nach Bekanntwerden des Datenschutzskandals gestartet worden. Von der unrechtmäßigen Weitergabe personenbezogener Daten an Cambridge Analytica sollen weltweit bis zu 87 Millionen Nutzer betroffen gewesen sein, davon etwa 310.000 in Deutschland. Die Analysefirma hatte die Daten von dem Unternehmen Global Science Research (GSR) erhalten, das eine entsprechende App entwickelt und die Daten der App-Nutzer und deren Facebook-Freunden gesammelt hatte.

Datenweitergabe ohne Zustimmung?

Facebook wird in der 424-seitigen erweiterten Klageschrift (PDF) vorgeworfen, die persönlichen Daten der Nutzer ohne deren Zustimmung an Drittanbieter weitergegeben zu haben. Dadurch sei den Nutzern unter anderem Schaden durch "hoch aggressives, schädliches und invasives psychografisches Marketing" entstanden.

Facebook weist die Vorwürfe hingegen zurück und zweifelt unter anderem die Klageberechtigung der Nutzer an. In einer 59-seitigen Entgegnung auf die Klage (PDF) heißt es ebenfalls unter Verweis auf andere Fälle: "Die Kläger haben keine vernünftige Erwartung auf Datenschutz geltend gemacht, weil sie einer Veröffentlichung zugestimmt haben." Facebook verweist zudem darauf, dass den Nutzern genau erklärt worden sei, wie ihre Daten geteilt und zu Werbezwecken verwendet würden.

Facebook verweist auf Datenschutzerklärungen

Golem Akademie
  1. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
  2. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
  3. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
Weitere IT-Trainings

Mit Blick auf die App von Global Science Research wird darauf hingewiesen, dass die Nutzer im besagten Zeitraum über die Weitergabe ihrer Daten und diejenigen ihrer Freunde hingewiesen worden seien. Damals habe es in den Datenschutzbestimmungen geheißen: Alles, was mit Freunden geteilt werde, könne von diesen wiederum mit anderen geteilt werden. Generell vertritt Facebook die Auffassung, dass die Nutzer mit der Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen sämtliche Datenweitergabepraktiken akzeptiert hätten. Zudem habe Facebook in seiner Erklärung der Rechte und Pflichten ausdrücklich jegliche Verantwortung für die Praktiken von Drittanbietern abgelehnt.

In einer ersten Anhörung im sogenannten Vorverfahren hatte sich Richter Vince Chhabria laut US-Medienberichten eher skeptisch gegenüber der Klage gezeigt und eine Ergänzung der ursprünglichen Klageschrift gefordert. In der zweiten Anhörung der vergangenen Woche sollte unter anderem geklärt werden, wie ernsthaft ein Datenschutzverstoß ist, wenn Daten anstatt mit Facebook-Freunden mit beliebigen Drittanbietern geteilt werden können. "Ist Facebook wirklich der Ansicht, dass dies nicht ernst genug ist, um einen Anspruch auf Verletzung der Privatsphäre nach kalifornischem Recht zu erheben? Oder behauptet Facebook lediglich, dass dies in diesem Fall nicht zugetroffen hat?", wollte Richter Chhabria in der Verhandlung klären (PDF).

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


crazypsycho 09. Jun 2019

Die Schnittstelle alleine macht den Firmen keinerlei Daten zugänglich, dazu wird die...

Megusta 03. Jun 2019

Der Mann hat recht, warum soll alles umsonst sein?! Gründet eigene Netze wenn euch die...

Peter Brülls 03. Jun 2019

Mal sehen. Bayer wird das zu Recht bis zum Ende durchkämpfen. Wobei es schon sehr dumm...

GPUPower 03. Jun 2019

Weißt du eigentlich wie jeder x - Beliebige alles mögliche von dir trackt und auswertet?



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Von Cubesats zu Disksats
Satelliten als fliegende Scheiben

Leichte und billige Satelliten, die auch zu Mond und Mars fliegen können: Aerospace Corp hat den neuen Standardformfaktor Disksats entwickelt.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Von Cubesats zu Disksats: Satelliten als fliegende Scheiben
Artikel
  1. Cyrcle Phone 2.0: Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten
    Cyrcle Phone 2.0
    Rundes Smartphone soll 700 Euro kosten

    Dass Mobiltelefone in den letzten 20 Jahren meist nicht rund gewesen sind, scheint einen guten Grund zu haben, wie das Cyrcle Phone 2.0 zeigt.

  2. Wochenrückblick: Frischobst
    Wochenrückblick
    Frischobst

    Golem.de-Wochenrückblick Apple zeigt neue Geräte und Windows wird schneller: die Woche im Video.

  3. Code-Hoster: Gitlab will offiziell an die Börse
    Code-Hoster
    Gitlab will offiziell an die Börse

    Der Betreiber und Ersteller der Code-Hosting-Plattform Gitlab zeigt in seinem Börsenprospekt ein massives Wachstum.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Corsair Vengeance LPX DDR4-3200 16 GB 63,74€ und 32 GB 108,79€ • Alternate (u. a. Creative SB Z SE 71,98€, Kingston KC2500 2 TB 181,89€ und Recaro Exo Platinum 855,99€) • Breaking Deals mit Club-Rabatten • ASUS ROG Crosshair VIII Hero WiFi 269,99€ • iPhone 13 vorbestellbar [Werbung]
    •  /