Abo
  • Services:

Sammelklage gegen We-Vibe: Vibratorhersteller zahlt Entschädigung in Millionenhöhe

Mit einer Sammelklage sind Nutzer gegen den Hersteller eines "smarten" Vibrators vorgegangen. Sie erhielten vor Gericht eine hohe Entschädigung für das Sammeln persönlicher Informationen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Nutzer des smarten Vibrators werden für die unzulässige Datensammlung entschädigt.
Die Nutzer des smarten Vibrators werden für die unzulässige Datensammlung entschädigt. (Bild: Standard Innovation/We-Vibe)

Der Streit zwischen den Nutzern eines smarten Vibrators und der kanadischen Herstellerfirma Standard Innovation ist endgültig beigelegt. Die zuständige Richterin im US-Bundesstaat Illinois billigte am Dienstag einen im vergangenen März geschlossenen Vergleich zwischen den Klägern und dem Unternehmen.

Stellenmarkt
  1. MTU Friedrichshafen GmbH, Friedrichshafen
  2. Bundeskartellamt, Bonn

Demnach erhalten Personen, die sich einen Vibrator der Marke We-Vibe gekauft und die dazugehörige App genutzt hatten, eine Entschädigung in Höhe von 10.000 US-Dollar. Wer nur das Gerät gekauft und es nicht mit dem Internet verbunden hatte, erhält 199 US-Dollar. Das Unternehmen muss dem Vergleich zufolge vier Millionen kanadische Dollar für die Entschädigung der App-Kunden bereitstellen. Für die reinen Käufer sollte eine Million kanadischer Dollar hinterlegt werden. Das entspricht beim aktuellen Umrechnungskurs einer Summe von 3,3 Millionen Euro.

Kunden wussten nichts von Datensammlung

Das Gerät konnte anfangs nur vollumfänglich genutzt werden, wenn Nutzer es per Bluetooth mit einem Android-Smartphone oder iPhone verbanden und die vom Hersteller entwickelte App nutzten. Der We-Vibe ermöglichte darüber die Fernsteuerung des Vibrators, per Freigabe über die "Connect Lover"-Funktion konnte auch der Partner eingeladen werden, das Gerät zu steuern. Die Klägerin beschwerte sich konkret darüber, dass die Apps vertrauliche Daten an den Hersteller hochluden, ohne die Kunden darauf hinzuweisen.

Auf diese Weise würden der Zeitraum der Nutzung genauso protokolliert wie die gewählten Vibrationseinstellungen und zusammen mit der Mailadresse der Nutzer an einen Server in Kanada geschickt. Auch bei der Nutzung der "Connect Lover"-Funktion würden Informationen gesammelt, unter anderem die Temperatur des Geräts und der Akkustand. Über Connect Lover können Nutzer auch chatten oder Videonachrichten austauschen.

Temperaturmessung soll Chips schützen

Eine Einwilligung der Nutzer in die Datenübertragung sei jedoch zu keinem Zeitpunkt erfolgt, betonte die Klägerin in der im September 2016 eingereichten Sammelklage. Das Unternehmen würde diesen Sachverhalt sogar gezielt nicht kommunizieren, weil potenzielle Kunden sich davon gestört fühlen könnten. Die Klage stützt sich auch auf die Tatsache, dass das Unternehmen die App-Funktionalität des Vibrators aktiv auf der Verpackung bewirbt. Auf einer eigens eingerichten Website hatten sich Nutzer der Sammelklage anschließen können.

Die Klägerin war der unerwünschten Datenübertragung jedoch nicht selbst auf die Spur gekommen. Auf der Hackerkonferenz Defcon hatten im August 2016 zwei Sicherheitsforscher berichtet, welche Daten das Gerät an den Hersteller sende. Standard Innovation hatte die Datennutzung unter anderem mit Marktforschung begründet. Die Temperatur werde übertragen, damit sichergestellt werden könne, dass die Chips in dem Gerät problemlos liefen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. auf ausgewählte Corsair-Netzteile

KlOis 30. Aug 2017

omg was für eine unreflektierte Einstellung?!

Dovahkiin1996 21. Aug 2017

Man(n) nicht, da hast du recht.

logged_in 19. Aug 2017

Hier lachen sich die Unternehmen einen Ast ab, weil jeder einzelne selbst klagen muss...


Folgen Sie uns
       


Blackberry Key2 - Test

Das Blackberry Key2 überzeugte uns nicht im Test - trotz guter Tastatur.

Blackberry Key2 - Test Video aufrufen
Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nutzungsrechte Einbetten von Fotos muss nicht verhindert werden
  2. Bundesnetzagentur UKW-Abschaltung abgewendet
  3. Drupalgeddon 2 115.000 Webseiten mit Drupallücken übernommen

Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  2. US Space Force Planlos im Weltraum
  3. Gewalt US-Präsident Trump will Gespräch mit Spielebranche

Indiegames-Rundschau: Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm
Indiegames-Rundschau
Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm

Gas geben, den weißen Hai besiegen und endlich die eine verlorene Socke wiederfinden: Die sommerlichen Indiegames bieten für jeden etwas - besonders fürs Spielen zu zweit.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Schwerelose Action statt höllischer Qualen
  2. Indiegames-Rundschau Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht
  3. Indiegames-Rundschau Mutige Mäuse und tapfere Trabbis

    •  /