Abo
  • Services:

Sammelklage gegen We-Vibe: Vibratorhersteller zahlt Entschädigung in Millionenhöhe

Mit einer Sammelklage sind Nutzer gegen den Hersteller eines "smarten" Vibrators vorgegangen. Sie erhielten vor Gericht eine hohe Entschädigung für das Sammeln persönlicher Informationen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Nutzer des smarten Vibrators werden für die unzulässige Datensammlung entschädigt.
Die Nutzer des smarten Vibrators werden für die unzulässige Datensammlung entschädigt. (Bild: Standard Innovation/We-Vibe)

Der Streit zwischen den Nutzern eines smarten Vibrators und der kanadischen Herstellerfirma Standard Innovation ist endgültig beigelegt. Die zuständige Richterin im US-Bundesstaat Illinois billigte am Dienstag einen im vergangenen März geschlossenen Vergleich zwischen den Klägern und dem Unternehmen.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. Diamant Software GmbH & Co. KG, Bielefeld

Demnach erhalten Personen, die sich einen Vibrator der Marke We-Vibe gekauft und die dazugehörige App genutzt hatten, eine Entschädigung in Höhe von 10.000 US-Dollar. Wer nur das Gerät gekauft und es nicht mit dem Internet verbunden hatte, erhält 199 US-Dollar. Das Unternehmen muss dem Vergleich zufolge vier Millionen kanadische Dollar für die Entschädigung der App-Kunden bereitstellen. Für die reinen Käufer sollte eine Million kanadischer Dollar hinterlegt werden. Das entspricht beim aktuellen Umrechnungskurs einer Summe von 3,3 Millionen Euro.

Kunden wussten nichts von Datensammlung

Das Gerät konnte anfangs nur vollumfänglich genutzt werden, wenn Nutzer es per Bluetooth mit einem Android-Smartphone oder iPhone verbanden und die vom Hersteller entwickelte App nutzten. Der We-Vibe ermöglichte darüber die Fernsteuerung des Vibrators, per Freigabe über die "Connect Lover"-Funktion konnte auch der Partner eingeladen werden, das Gerät zu steuern. Die Klägerin beschwerte sich konkret darüber, dass die Apps vertrauliche Daten an den Hersteller hochluden, ohne die Kunden darauf hinzuweisen.

Auf diese Weise würden der Zeitraum der Nutzung genauso protokolliert wie die gewählten Vibrationseinstellungen und zusammen mit der Mailadresse der Nutzer an einen Server in Kanada geschickt. Auch bei der Nutzung der "Connect Lover"-Funktion würden Informationen gesammelt, unter anderem die Temperatur des Geräts und der Akkustand. Über Connect Lover können Nutzer auch chatten oder Videonachrichten austauschen.

Temperaturmessung soll Chips schützen

Eine Einwilligung der Nutzer in die Datenübertragung sei jedoch zu keinem Zeitpunkt erfolgt, betonte die Klägerin in der im September 2016 eingereichten Sammelklage. Das Unternehmen würde diesen Sachverhalt sogar gezielt nicht kommunizieren, weil potenzielle Kunden sich davon gestört fühlen könnten. Die Klage stützt sich auch auf die Tatsache, dass das Unternehmen die App-Funktionalität des Vibrators aktiv auf der Verpackung bewirbt. Auf einer eigens eingerichten Website hatten sich Nutzer der Sammelklage anschließen können.

Die Klägerin war der unerwünschten Datenübertragung jedoch nicht selbst auf die Spur gekommen. Auf der Hackerkonferenz Defcon hatten im August 2016 zwei Sicherheitsforscher berichtet, welche Daten das Gerät an den Hersteller sende. Standard Innovation hatte die Datennutzung unter anderem mit Marktforschung begründet. Die Temperatur werde übertragen, damit sichergestellt werden könne, dass die Chips in dem Gerät problemlos liefen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 99,98€
  2. 915€ + Versand

KlOis 30. Aug 2017

omg was für eine unreflektierte Einstellung?!

Dovahkiin1996 21. Aug 2017

Man(n) nicht, da hast du recht.

logged_in 19. Aug 2017

Hier lachen sich die Unternehmen einen Ast ab, weil jeder einzelne selbst klagen muss...


Folgen Sie uns
       


Pathfinder Kingmaker - Golem.de live (Teil 1)

Im ersten Teil unseres Livestreams zu Pathfinder Kingmaker ergründen wir das Regelsystem, erschaffen Goleria Golerta und verteidigen unsere Burg.

Pathfinder Kingmaker - Golem.de live (Teil 1) Video aufrufen
Gigabit: 5G-Planungen gehen völlig an den Nutzern vorbei
Gigabit
5G-Planungen gehen völlig an den Nutzern vorbei

Fast täglich hören wir Erklärungen aus der Telekommunikationsbranche, was 5G erfüllen müsse und warum sonst das Ende der Welt drohe. Wir haben die Konzerngruppen nach Interessenlage kartografiert.
Ein IMHO von Achim Sawall

  1. Fixed Wireless Access Nokia bringt mehrere 100 MBit/s mit LTE ins Festnetz
  2. Funklöcher Telekom bietet freiwillig hohe 5G-Netzabdeckung an
  3. 5G Telekom hat ihr Mobilfunknetz mit Glasfaser versorgt

Life is Strange 2 im Test: Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller
Life is Strange 2 im Test
Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller

Keine heile Teenagerwelt mit Partys und Liebeskummer: Allein in den USA der Trump-Ära müssen zwei Brüder mit mexikanischen Wurzeln in Life is Strange 2 nach einem mysteriösen Unfall überleben. Das Adventure ist bewegend und spannend - trotz eines grundsätzlichen Problems.
Von Peter Steinlechner

  1. Adventure Leisure Suit Larry landet im 21. Jahrhundert

Neuer Echo Dot im Test: Amazon kann doch gute Mini-Lautsprecher bauen
Neuer Echo Dot im Test
Amazon kann doch gute Mini-Lautsprecher bauen

Echo Dot steht bisher für muffigen, schlechten Klang. Mit dem neuen Modell zeigt Amazon, dass es doch gute smarte Mini-Lautsprecher mit dem Alexa-Sprachassistenten bauen kann, die sogar gegen die Konkurrenz von Google ankommen.
Ein Test von Ingo Pakalski


      •  /