Sammelklage: Fortnite soll absichtlich so süchtig wie möglich machen

Viele Eltern kennen die Probleme mit überlangen Sessions ihrer Kinder, in Kanada wollen nun zwei Minderjährige gegen Hersteller Epic Games klagen. Das Entwicklerstudio habe Fortnite gezielt so produziert, dass es das am stärksten süchtig machende Spiel sei, sagen ihre Anwälte.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Fortnite Battle Royale
Artwork von Fortnite Battle Royale (Bild: Epic Games)

Ein 10-Jähriger und ein 15-Jähriger haben bei einem Gericht in Montréal die Zulassung einer Sammelklage gegen Epic Games beantragt. Der Vorwurf ihrer Anwälte: Das US-Entwicklerstudio Epic Games habe Fortnite Battle Royale absichtlich so programmiert, "dass es das am stärksten süchtig machende Spiel" sei, zitiert die Zeitung La Presse. Epic habe mit Psychologen gearbeitet und in Versuchen mit Probanden versucht, jeden "Aufmerksamkeitsverlust zu vermeiden".

Stellenmarkt
  1. Spezialist Tarifimplementierung (m/w/d)
    Allianz Deutschland AG, Unterföhring
  2. Automotive Software Tester (m/f/d)
    Elektrobit Automotive GmbH, Erlangen, Braunschweig, München, Berlin
Detailsuche

Die Anwälte, die für eine Kanzlei namens Calex Légal arbeiten, ziehen mehrfach Parallelen zu den Klagen gegen die Tabakindustrie. Sie suchen nun weitere geschädigte Spieler, die sich der Klage anschließen. Diese werde in Kanada eingereicht, weil dort Regelungen in den Geschäftsbedingungen von Epic Games, die solche Rechtstreite verhindern, nicht gelten würden. Konkrete Forderungen über die Höhe der Schadensersatzforderungen oder Ähnliches gibt es noch nicht - es sei nicht absehbar, welche Kriterien die Richter anlegen würden.

Die Rechtsanwälte werfen Epic Games vor, raffinierte "Belohnungssysteme" in Fortnite integriert zu haben und "Systeme auf Basis künstlicher Intelligenz zu verwenden, um herauszufinden", wann diese am besten funktionieren würden.

Ob und wie diese Behauptungen belegt werden können, ist unklar - ohne Insiderinformationen aus dem Studio dürfte das schwierig werden. Es gilt aber als offenes Geheimnis, dass die Spielebranche tatsächlich versucht, ihre Programme mit Hilfe von Psychologen zu optimieren, um Spieler möglichst lange zu binden und zum Geldausgeben zu verleiten.

Golem Karrierewelt
  1. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    13.10.2022, Virtuell
  2. Adobe Photoshop Grundkurs: virtueller Drei-Tage-Workshop
    31.08.-02.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die beiden Jugendlichen haben viele Tausend Spiele in Fortnite bestritten und viel Geld für Ingame-Extras ausgegeben. Der Versuch der Eltern, die Spielzeit ihrer Sprösslinge zu beschränken oder sie ganz vom Spielen abzuhalten, habe zu erheblichen Konflikten in den Familien geführt.

Den Klägern dürfte eine Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) helfen, die Spielesucht 2019 offiziell als Krankheit eingestuft und in ihre Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) aufgenommen hat. Epic Games hat sich zu der Klage bislang nicht öffentlich geäußert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Bluejanis 16. Okt 2019

Es geht doch nicht nur darum, ob es uns Spaß macht, sondern dass immer wieder weiter Geld...

Bluejanis 16. Okt 2019

Achso? So einfach ist das? Und die Erziehung soll ich als Kind einfordern?? Das geht...

Bluejanis 16. Okt 2019

Das Problem sind andere Eltern, die das nicht schaffen. Hat das Kind deshalb eine...

hhf1 12. Okt 2019

Das hier ist nur der Versuch, sich an dem Erfolg von Epic Games selbst finanziell zu...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krieg der Steine
Kopierte Lego-Mini-Figuren dürfen nicht verkauft werden

Lego hat einen Rechtsstreit um Mini-Figuren gegen einen Spielwarenhändler gewonnen, der Figuren aus China verkauft hat.

Krieg der Steine: Kopierte Lego-Mini-Figuren dürfen nicht verkauft werden
Artikel
  1. Smartphones: Xiaomis neues Foldable ist wesentlich günstiger
    Smartphones
    Xiaomis neues Foldable ist wesentlich günstiger

    Das Xiaomi Mix Fold 2 ähnelt dem Samsung Galaxy Fold 4. Es ist ähnlich gut ausgestattet, kostet aber wesentlich weniger Geld.

  2. USA: Tesla stoppt Bestellungen für das Model 3 Long Range
    USA
    Tesla stoppt Bestellungen für das Model 3 Long Range

    In den USA und Kanada übersteigt die Nachfrage nach dem Tesla Model 3 LR das Angebot, so dass Tesla erstmal keine Bestellungen mehr annimmt.

  3. Web Components mit StencilJS: Mehr Klarheit im Frontend
    Web Components mit StencilJS
    Mehr Klarheit im Frontend

    Je mehr UI/UX in Anwendungen vorkommt, desto mehr Unordnung gibt es im Frontend. StencilJS zeigt, wie man verschiedene Frameworks mit Web Components zusammenbringt.
    Eine Anleitung von Martin Reinhardt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • BenQ Mobiuz EX3410R 499€ • HyperX Cloud Flight heute für 44€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 5 5600X 169€, Intel Core i5-12400F 179€ und GIGABYTE RTX 3070 Ti Master 8G 699€ + 20€ Cashback) • Weekend Sale bei Alternate (u. a. AKRacing Master PRO für 353,99€) [Werbung]
    •  /