• IT-Karriere:
  • Services:

Bluetooth: Bose-Kopfhörer spionieren Vorlieben der Nutzer aus

Kabellose Kopfhörer sind praktisch, im Falle von Bose aber ein Risiko für die Privatsphäre der Nutzer. Der Kopfhörerhersteller würde Informationen über übertragene Songs illegal speichern - so argumentieren jedenfalls mehrere Kläger in den USA. Bose widerspricht.

Artikel veröffentlicht am ,
Kabellose Kopfhörer von Bose
Kabellose Kopfhörer von Bose (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Mehrere Kläger in den USA haben dem Kopfhörerhersteller Bose vorgeworfen, Informationen über von Kunden gestreamte Songs unerlaubt zu speichern und diese Informationen an Analysefirmen weiterzugeben. Dazu habe das Unternehmen die eigene Smartphone-App Bose Connect genutzt, mit der unter anderem die Verwaltung der kabellosen Kopfhörer Quiet Comfort 35 vereinfacht werden soll. Forbes hatte zuerst über die Klage berichtet

Stellenmarkt
  1. SySS GmbH, Tübingen
  2. Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Potsdam

Bose, so der Vorwurf, sammele die Titel der übertragenen Audiodateien, also etwa einzelner Songs oder Podcasts. Daraus ließen sich detaillierte Informationen über die individuellen Vorlieben der Nutzer ziehen. Die Klage wurde zunächst von Kyle Zak angestrengt und nutzt das US-Instrument der Sammelklage (Class-Action-Lawsuit). Über konkrete Schadenersatzforderungen gegen Bose ist noch nichts bekannt, die Klage soll einen Streitwert von mehr als fünf Millionen US-Dollar haben. In den USA sind extrem hohe Streitwerte und Entschädigungen nichts Ungewöhnliches.

Kopfhörer lässt sich auch ohne App nutzen

Grundsätzlich ist die App für den Betrieb der Kopfhörer nicht notwendig - Kunden können das Gerät auch ohne die Software per Bluetooth oder Kabel mit dem Smartphone verbinden. Die App ermöglicht dann aber eine genauere Steuerung einzelner Funktionen. Neben den Kopfhörern zur Geräuschminderung sollen auch die Bose-Modelle SoundSport Wireless, Sound Sport Pulse Wireless, QuietControl 30, SoundLink Around-Ear Wireless Headphones II und SoundLink Color II von der vermeintlich illegalen Speicherung betroffen sein.

Die gesammelten Informationen soll Bose, so die Kläger, an verschiedene Unternehmen weitergegeben oder verkauft haben, unter anderem an die Datenanalysefirma Segment.io. Die Klage wurde beim Northern District Court of Illinois in Chicago eingereicht. Die Kläger wollen neben möglichem Schadenersatz auch ein Verbot der weiteren Speicherung der Daten erwirken.

In den USA werden Beschwerden wegen Datenschutzfragen häufiger über Sammelklagen ausgefochten. Der Hersteller des smarten Vibrators We-Vibe hat nach einer solchen Klage einen Vergleich von 3,75 Millionen US-Dollar akzeptiert.

Die für Bose zuständige PR-Agentur wollte auf Anfrage von Golem.de zurzeit keine Stellungnahme abgeben.

Nachtrag vom 24. April 2017, 14:54 Uhr

Bose widerspricht den Anschuldigungen in einem Post auf der eigenen Facebook-Seite. Dort heißt es, man würde die "irreführenden Anschuldigungen gegen uns im Rahmen des Rechtssystems bekämpfen". Man würde in der Bose Connect App zudem "keine Kommunikation anzapfen". Bose schreibt in dem Statement, die Datenschutzbedingungen der App würden die Erhebung von "Standardsachen" ermöglichen, unter anderem auch Informationen über gespielte Songs, aber auch eindeutige Geräteinformationen und die eingestellte Lautstärke.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Far Cry 5 für 14,99€, Far Cry New Dawn für 17,99€, Far Cry für 3,99€)
  2. 17,99€
  3. (-77%) 6,99€
  4. 23,49€

Rob81 24. Mai 2017

Der Akku ist leider fest verbaut. Der Kopfhörer kostet ca. 350 Euro und ist schon eine...

User_x 01. Mai 2017

das nicht, aber den Amis nen dickes Handicap zur Pluspunktsammelei geben - einfach, weil...

andreas_ 24. Apr 2017

... ehrlich gesagt ist das, was Bose macht, schon seit langem eine Frechheit. Da habe ich...

chewbacca0815 24. Apr 2017

Neeee, das ist VW! Die sammeln mit den Autos Wetterdaten ein und leiten sie dann an...

bccc1 20. Apr 2017

Also erstmal grundsätzlich spricht doch nichts dagegen ein Kopfhörer so zu designen das...


Folgen Sie uns
       


Razer Eracing Simulator ausprobiert (CES 2020)

Der Eracing Simulator von Razer versucht, das Fahrgefühl in einem Rennwagen wiederzugeben. Dank Motoren und einer großen Leinwand ist die Immersion sehr gut, wie Golem.de im Hands on feststellen konnte.

Razer Eracing Simulator ausprobiert (CES 2020) Video aufrufen
Workflows: Wenn Digitalisierung aus 2 Papierseiten 20 macht
Workflows
Wenn Digitalisierung aus 2 Papierseiten 20 macht

Die Digitalisierung von Prozessen scheitert selten an der Technik. Oft ist es Unwissenheit über wichtige Grundregeln, die Projekte nach hinten losgehen lässt - ein wichtiges Change-Modell hilft dagegen.
Ein Erfahrungsbericht von Markus Kammermeier

  1. Digitalisierung Aber das Faxgerät muss bleiben!
  2. Arbeitswelt SAP-Chef kritisiert fehlende Digitalisierung und Angst
  3. Deutscher Städte- und Gemeindebund "Raus aus der analogen Komfortzone"

Dreams im Test: Bastelwastel im Traumiversum
Dreams im Test
Bastelwastel im Traumiversum

Bereits mit Little Big Planet hat das Entwicklerstudio Media Molecule eine Kombination aus Spiel und Editor produziert, nun geht es mit Dreams noch ein paar Schritte weiter. Mit dem PS4-Titel muss man sich fast schon anstrengen, um nicht schöne Eigenkreationen zu erträumen.
Ein Test von Peter Steinlechner

  1. Ausdiskutiert Sony schließt das Playstation-Forum
  2. Sony Absatz der Playstation 4 geht weiter zurück
  3. PS4-Rücktasten-Ansatzstück im Test Tuning für den Dualshock 4

Unitymedia: Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS
Unitymedia
Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia stellt sein Netz derzeit auf Docsis 3.1 um. Für Kunden kann das viel Arbeit beim Austausch ihrer Fritzbox bedeuten, wie ein Fallbeispiel zeigt.
Von Günther Born

  1. Hessen Vodafone bietet 1 GBit/s in 70 Städten und kleineren Orten
  2. Technetix Docsis 4.0 mit 10G im Kabelnetz wird Wirklichkeit
  3. Docsis 3.1 Magenta Telekom bringt Gigabit im Kabelnetz

    •  /