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Sammelkartenspiele: Konkurrenten von Hearthstone haben gute Karten

Online-Sammelkartenspiele wie Hearthstone und The-Witcher-Ableger Gwent sind erfolgreich. Golem.de hat sich angeschaut, woran das liegt - und mit welchen Tricks die Hersteller für Einnahmen sorgen.

Ein Bericht von Robert Glashüttner veröffentlicht am
Artwork von Gwent
Artwork von Gwent (Bild: CD Projekt)

Was MMOs betrifft, war bei neuen Games über viele Jahre hinweg immer wieder die Rede davon, dass der eine oder andere Titel nun endlich der große World-of-Warcraft-Killer sei. An die Popularität des Blizzard-Standards heranrücken konnte allerdings nie jemand. Bisher scheint es sich mit Hearthstone ähnlich zu verhalten. Das Collectible Card Game ist mit derzeit über 70 Millionen Usern unangefochtener Marktführer in einem Gerne, das es im Onlinebereich erst so richtig gestartet - obwohl es Sammelkartenspiele mit Magic The Gathering und Ähnlichen bereits seit bald 25 Jahren gibt. Wer Hearthstone Konkurrenz machen möchte, muss entweder einen anderen Zugang zum Genre oder zusätzliche Features bieten.

Inhalt:
  1. Sammelkartenspiele: Konkurrenten von Hearthstone haben gute Karten
  2. Faeria: Karten und Spielfelder

Der Grundstein für den aktuellen Hype wurde in den Jahren 2012 und 2013 gelegt. Im Juni 2013 ist Scrolls online gegangen, entwickelt vom Minecraft-Studio Mojang. Gründer und nunmehriger Indie-Millionär Markus Persson war sogar maßgeblich an der Entwicklung des Spiels beteiligt. Doch Scrolls war seiner Zeit voraus und scheiterte - nicht zuletzt an technischen Querelen sowie einem seltsamen Rechtsstreit mit Bethesda (Markeninhaber von The Elder Scrolls). 2014 war der Weg dann geebnet, und der Erfolg von Hearthstone hat seither einige Konkurrenten auf den Plan gerufen. Zwei der derzeit attraktivsten Alternativen sind der Karten- und Brettspielhybrid Faeria, der vor kurzem in der Version 1.0 erscheinen ist, und das derzeit noch in der Open Beta befindliche Gwent, das im beliebten The-Witcher-Universum spielt.

Hearthstone: lukrativ und ohne Altersschwäche

Anfang August ist die bereits sechste Hearthstone-Erweiterung Knights of the Frozen Throne erschienen, die die Kartenanzahl auf insgesamt über 1.300 Stück gebracht und - wie jede Erweiterung - für frischen Wind in teils festgefahrenen Spielweisen gesorgt hat. Hearthstone hat das Prinzip der Free-to-Play-Spiele abseits von Smartphones und Tablets populär gemacht. Die Vorteile liegen auf der Hand: Weil unmittelbar niemand etwas für das Spiel zahlen muss, registrieren sich viele User und es entsteht rasch eine große Community. Doch so preiswert und attraktiv Free-to-Play auf den ersten Blick wirkt, so unrealistisch ist es meist in der Praxis. Weil man den Großteil der Karten nur in Kartenpackungen gegen Ingame- oder echte Währung bekommt und die Karten in vier Raritätsstufen eingeteilt werden (Gewöhnlich, Rar, Episch, Legendär), zücken viele ihre Kreditkarte, um ihre Chancen zu erhöhen.

Ein prozentuell kleiner Anteil an Spielern gibt darüber hinaus auch immer wieder Beträge über 100 Euro aus. Es werden so lange Packs gekauft, bis man alle wichtigen (aktuellen) Karten beisammen hat oder sie sich mit dem sogenannten Zauberstaub zusammenbasteln kann, den man bekommt, wenn man doppelte Karten entzaubert. Wer hartnäckig bleibt, sparen oder ein Exempel statuieren möchte, muss geduldig und leidensfähig sein: Mit täglichen Quests kann man sich zwar In-Game-Gold zusammenstottern, mit dem man auch Packs erwerben kann - doch das dauert lange. Und ohne die begehrten epischen und legendären Karten kann man vielfach nicht mit dem hohen Spielniveau mithalten und verliert so mehr Partien, als einem lieb ist - selbst dann, wenn man ein guter Spieler ist. Immer wieder muss sich deshalb Blizzard Entertainment beziehungsweise das Hearthstone-Team gefallen lassen, der Abzocke bezichtigt zu werden.

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Ein weiterer heiß diskutierter Punkt sind Zufallseffekte im Spiel, die bei unterschiedlichen Prozessen zum Tragen kommen. So kann etwa ein erworbenes Kartenpaket fünf wertvolle oder - viel wahrscheinlicher - fünf (unter)durchschnittliche Karten ausspucken. Auch, welche Karten man bei einer Partie als Erstes aus dem eigenen Deck zieht, unterliegt dem Zufall ebenso wie viele Effekte, die bestimmte Karten haben. Random Number Generator, kurz RNG, ist hier das Stichwort, wenn es darum geht, Glück gegen Können aufzuwiegen.

Hearthstone ist ohne Zweifel nur zu einem geringen Prozentsatz ein Glücksspiel, dennoch kann einen eine ausgedehnte Pechsträhne moralisch zurückwerfen. Manchmal ist es schwer zu erkennen, wo das Können seine Grenzen hat und ab wann der Zufall einsetzt. Faeria und Gwent hingegen halten sich beim Thema RNG zurück: Zwar unterliegt es auch hier Fortuna, welche Karten man aus Packs (Battle Chests in Faeria, Kegs in Gwent) zieht, bei den Zufallseffekten der Karten halten sich die Spielehersteller jedoch weitgehend zurück.

Obwohl Zufall bei Hearthstone eine große Rolle spielt und sowohl sehr einfache als auch komplizierte Decks zum Erfolg führen können, setzen sich Spieler mit viel Erfahrung und einem guten Gefühl für das sogenannte Meta-Game von durchschnittlichen Spielern ab. Zu wissen, welche Decks gerade populär sind und dafür im richtigen Moment den jeweiligen Konter zu finden, ist eine Fähigkeit, die nicht leicht zu erlernen ist.

Faeria: Karten und Spielfelder 
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andy01q 12. Sep 2017

Der Schnitt liegt bei knapp 7 Minuten pro Spiel. Manche gehen bis 20 Minuten, aber mehr...

0xDEADC0DE 06. Sep 2017

Und erschweren Einsteigern mit F2P-Decks den Einstieg... Ben Brode würde sicher "Fun...

color 01. Sep 2017

Ja, ein super Spiel. Habe damals Hearthstone ausprobiert und war überhaupt nicht...

MSW112 29. Aug 2017

Eternal geht im Rahmen F2P in der Tat einen sehr schönen weg. Legendäre Karten sind oft...

twothe 28. Aug 2017

Das war auch meine Einschätzung: zu anspruchsvoll um auf dem Markt von heute zu überleben.


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