Sam Bankman-Fried: FTX-Gründer wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt

Nachdem der ehemalige Chef der Kryptobörse FTX, Sam Bankman-Fried, auf den Bahamas festgenommen wurde , hat die Staatsanwaltschaft des Southern District of New York (SDNY) die Anklage gegen ihn veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) . Darin werden Bankman-Fried insgesamt acht Vergehen vorgeworfen, auf die in den USA teilweise drastische Strafen folgen können.
Bankman-Fried werden Betrug unter Einsatz von Telekommunikationsmitteln (wire fraud) und Verabredung zum Betrug unter Einsatz von Telekommunikationsmitteln gegenüber Kunden, Betrug unter Einsatz von Telekommunikationsmitteln (wire fraud) und Verabredung zum Betrug unter Einsatz von Telekommunikationsmitteln gegenüber Kreditgebern, Verabredung zum Warenbetrug (commodities fraud), Verabredung zum Aktienbetrug (securities fraud), Verabredung zur Geldwäsche und Verabredung zum Steuerbetrug vorgeworfen.
Staatsanwaltschaft geht von vorsätzlichen Taten aus
Wie die kritische Krypto-Journalistin Molly White schreibt(öffnet im neuen Fenster) , geht der SDNY davon aus, dass Bankman-Fried alle ihm vorgeworfenen Taten wissentlich begangen hat. Diese Einschätzung steht im Gegensatz zu Bankman-Frieds wiederholten Aussagen, er habe nie versucht, Betrug zu begehen. Bankman-Fried stellte die Vorgänge bislang so dar, dass er und die restliche Führung von FTX sowie des ebenfalls zum Unternehmenskonglomerat gehörenden Hedgefonds Alameda überfordert gewesen seien.
Bankman-Fried gab in den vergangenen Wochen zahlreiche Interviews, in denen er sich stets um klare Antworten drückte. Erst einen Tag vor seiner Festnahme sagte Bankman-Fried in einem Talk auf Twitter bei Unusual Whales(öffnet im neuen Fenster) , dass er keine Straftaten begangen habe und nicht glaube, dass er verhaftet werde. Gleichzeitig konnte er kein überzeugendes Argument geben, warum er für eine am 13. Dezember 2022 geplante Anhörung vor dem US-Kongress nicht in die USA reisen wollte.
Die Anhörung fand letztlich ohne Bankman-Fried statt, stattdessen sagte der neue CEO und Insolvenzverwalter John Ray vier Stunden lang aus. Ray stellte wie zuvor die Situation bei Bankman-Frieds Unternehmen als verantwortungslos und mehr oder weniger unreguliert dar. Zudem erklärte er, dass die Trennung zwischen FTX und Alameda nur auf dem Papier bestand.
Keine Trennung zwischen FTX und Alameda
Die beiden Unternehmen wurden in der Realität wie ein einziges geführt. Das führte dazu, dass Einlagen der Kunden von FTX für Spekulationsgeschäfte und Investitionen von Alameda verwendet wurden, ohne dass diese davon wussten. Ray beschrieb außerdem, dass Alameda Bankman-Fried Kredite gewährt habe, die von Bankman-Fried selbst freigegeben worden seien.
Mehrere Kongressabgeordnete hätten gerne Bankman-Fried vor seiner Verhaftung in der Anhörung unter Eid befragt. Der Generalanwalt der Bahamas, Ryan Pinder, geht davon aus, dass die USA recht schnell eine Auslieferung Bankman-Frieds beantragen werden.



