Sam Bankman-Fried: FTX-Gründer in den Bahamas verhaftet

Sam Bankman-Fried ist am Montag in den Bahamas verhaftet worden, nachdem die US-Staatsanwaltschaft eine Anklageschrift an die bahamaische Regierung weitergegeben hatte. Das teilte die Staatsanwaltschaft auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) mit. Es sei wahrscheinlich, dass die Vereinigten Staaten eine Auslieferung beantragen werden, sagte der Generalstaatsanwalt der Bahamas, Ryan Pinder.
Bankman-Fried hätte am Dienstag unter Eid vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des US-Repräsentantenhauses aussagen sollen. Seine Anwälte erklärten dem Fernsehsender CNBC(öffnet im neuen Fenster) , dass die Anhörung nicht stattfinden werde. Die kalifornische Abgeordnete Maxine Waters sagte, sie sei überrascht und enttäuscht, dass die Anhörung zu den Vorwürfen gegen FTX nicht stattfinden werde.
Die von Bankman-Fried gegründete Kryptowährungsbörse FTX hatte am 11. November 2022 Insolvenz angemeldet . Das Unternehmen verzeichnete zuletzt ein Defizit von 8 Milliarden US-Dollar. Bankman-Fried war daraufhin von seinem Posten als CEO zurückgetreten. Aus Gerichtsunterlagen des Insolvenzverfahrens geht hervor, dass das Unternehmen mehr als eine Millionen Gläubiger hat . Neben Großinvestoren sind auch Kleinanleger vom Verlust ihrer bei FTX hinterlegten Gelder betroffen.
Gegen FTX und Sam Bankman-Fried gibt es mehrere Betrugsvorwürfe. Im Mittelpunkt steht der Handel der FTX-eigenen Kryptowährung FTT mit dem Tochterunternehmen Alameda Research . Der Gründer der insolventen Kryptobörse hatte sich nach dem Zusammenbruch seines Unternehmens gegen Täuschungsvorwürfe verteidigt. "Ich habe nie versucht, Betrug an jemandem zu begehen" , sagte der 30-jährige Sam Bankman-Fried Ende November bei einem von zahlreichen Interviews, die er seit der Insolvenz gab.



