Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Salt und Starlink: Wie Satellitenverbindungen auf normalen Handys laufen

Starlink verwendet für seinen neuen Dienst die Frequenz des europäischen Mobilfunkbetreibers Salt. Direct-to-Cell soll bald auch Sprachtelefonie unterstützen.
/ Achim Sawall
36 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Direct-to-Cell mit Smartphones in der Schweiz (Bild: Salt)
Direct-to-Cell mit Smartphones in der Schweiz Bild: Salt

Salt ist der einzige europäische Partner für Starlinks neuen Dienst Direct-to-Cell. "Der Satellit ist mit einem eNodeB 4G/FDD ausgestattet, der die Salt-Frequenz verwendet. Das Telefon wird mit dem eNodeB im Satelliten verbunden, die Kommunikation wird dann zur Starlink-Erdstation und zum Salt-Kernnetz geleitet" , sagte Sprecherin Ana Biljaka Golem.de auf Anfrage. Die endgültige Verbindung werde zwischen dem Kernnetz von Salt und dem Ziel hergestellt.

Funktionieren soll der neue Service mit praktisch jedem handelsüblichen LTE-Smartphone. Zuerst wird mit Direct-to-Cell nur eine SMS-Versorgung geboten, ab dem Jahr 2025 will Starlink auch Sprachtelefonie und IoT (Internet Of Things) bei Direct-to-Cell realisieren.

Starlink gab an, in den neuen Satelliten ein "fortschrittliches eNodeB-Modem" zu verwenden. Gleichzeitig muss das Bodennetzwerk von Starlink mit dem Netzwerk des Mobilfunkpartners verbunden werden, um Direct-to-Cell zu ermöglichen. Die Partnerschaften mit erdgebundenen Anbietern sind nötig, denn die "fliegenden Basisstationen" , wie Starlink sie selbst nennt, müssen als Ursprung- oder Zielzellen eingebunden werden. Die Protokolle dafür werden ab dem 3GPP-Release 17 entwickelt. Das naheliegende Protokoll der Netzzusammenschaltung wäre ein Roaming-Protokoll, denn Starlink agiert wie ein eigenständiges Netz.

Allerdings gibt es bei 3GPP auch die Variante, fliegende Zellen direkt über Gateways zu integrieren. Direct-to-Cell beschreibt die Möglichkeit, sich direkt mit dem Smartphone mit einer Satellitenzelle zu verbinden. Das spezielle eNodeB-Modem in den Satelliten kompensiert die Dopplereffekte bei Laufzeit und Geschwindigkeit im Vergleich zu erdgebundenen Stationen.

Salt war einmal Orange

Der Schweizer Mobilfunkbetreiber Salt Mobile (Orange) gehörte einst zu France Telecom und ist jetzt im Besitz des französischen Unternehmers Xavier Niel, der auch die Mehrheit an Monaco Telecom hält. Seit März 2018 bietet Salt Haushalten auch Glasfaseranschlüsse (FTTH) an.

Salt bietet auch Glasfaserdienste , nutzt dafür aber nicht sein eigenes Netz, sondern das von Swiss Fibre Net, die Netze verschiedener Städte und Gemeinden sowie weiterer Partner. Swiss Fibre Net ist ein Gemeinschaftsunternehmen von lokalen und regionalen Energieversorgern, in dem Städte und Gemeinden mit offenen Glasfasernetzen vertreten sind. Tatsächlich hat Salt vor rund sieben Jahren ein Angebot gestartet, das symmetrische 10 GBit/s für 34 Euro versprach.


Relevante Themen