Wo ist das Endgame?
Boshafte Herzen sind neue sammelbare Gegenstände in Diablo 4, die wir durch das Töten infizierter Monster erhalten. Stecken wir sie in einen von drei verfügbaren Juwelensockeln, erhält unsere Spielfigur mächtige Zusatzeffekte. Das lädt anfangs zum Experimentieren mit neuen Builds ein, stellt sich aber schlussendlich als zu wenig heraus.
Dabei fängt die Saison wie gesagt gut an. Wir schalten kleine (wenig interessante) Story-Schnipsel frei und besiegen infizierte Gegner in den neuen boshaften Tunneln. Dort können wir besonders viele boshafte Herzen sammeln. Allerdings sind die wenigsten von ihnen so mächtig, dass wir sie für unseren Build in Betracht ziehen. Die wenigen enorm starken Herzen sind viel zu selten.
In unserem Fall suchen wir größtenteils nach orangefarbenen Herzen, die uns offensive Effekte spendieren. Es gibt zudem blaue und violette Herzen. Schwarze Herzen passen in alle Sockelfarben hinein. Sie garantieren auch meist die stärksten Effekte. Allerdings müssen wir sehr auf unser Glück hoffen, um sie zu finden.
Noch mehr Zufallsfaktoren
Die Herzen-Mechanik verstärkt somit ein Problem in Diablo 4: den Zufallsfaktor. Wir können die Farbe unserer Sockel nicht ändern. Finden wir also einen richtig guten Ring mit perfekten Attributen, kann er wegen des falschen Sockels trotzdem wertlos für uns sein. Wir haben nur drei boshafte Sockel zur Verfügung. Einen zu verschwenden, ist ineffizient. Das frustriert enorm und macht keinen Spaß.
Generell gibt es keine Motivation, die Herzen dauerhaft zu farmen. Wir haben ohnehin zu wenig Truhenplatz für unseren Charakter. Edelsteine nehmen Platz weg, legendäre Aspekte nehmen Platz weg und nun kommen auch noch unzählige Herzen dazu. Zum Glück können wir die Herzen bei der passenden Werkbank gegen Materialien eintauschen. Das zusätzliche Mikromanagement ist aber auf Dauer sehr nervig.
Derweil können wir unsere Herzen nicht verändern oder sie wie die legendären Edelsteine in Diablo 3 durch Dungeons verbessern. Eine wirkliche Endgame-Mechanik ist die neue Saisonkampagne, die übrigens schon nach etwa zwei Stunden vorbei ist, nicht.
Zu erwähnen ist auch, dass das Herzensammeln selbst umständlich ist. Zunächst müssen wir ein infiziertes Monster finden, die mit ihren dunklen rankenartigen Pocken aber kaum von normalen Monstern zu unterscheiden sind. Haben wir das Monster getötet, müssen wir es ein zweites Mal besiegen. Erst dann bekommen wir das Herz. Wir fragen uns: Warum ist das so kompliziert?
Um Zeit zu sparen, ignorierten wir die Monster irgendwann einfach. In anderen Fällen sahen wir nicht einmal, dass wir gerade eines besiegt hatten.
Diablo 4 Saison der Boshaftigkeit – Fazit
Blizzard hat ein wichtiges Problem nicht gelöst: Zum Ende hin gibt es in der neuen Saison von Diablo 4 wenig zu tun. Das ist schade, weil Blizzard ein wirklich tolles Grundspiel gebaut hat. Warum das Team dieses solide Grundgerüst durch langweilige Mechaniken einreißt, ist uns nicht klar.
Die Saison der Boshaftigkeit gibt uns zumindest einen guten Grund, eine neue Klasse auszuprobieren und ein bisschen mit kreativen Builds zu spielen. Aber Achtung: Barbaren und Zauberer wurden enorm abgeschwächt. Deshalb sehen wir auch fast nur noch Schurken und Druiden im Spiel.
Blizzard ist sich der eigenen Fehltritte bewusst und verspricht, nie wieder einen derart desaströsen Patch zu bringen, der uns ausschließlich schwächer macht. Diablo 4 ist eine Machtfantasie, in der wir als gottgleicher Charakter massenweise Monster auslöschen. Uns viel schwächer zu machen, geht unserer Meinung nach gegen diese Philosophie.
Hoffentlich liefert Diablo 4 genau dieses Gefühl noch einmal besser nach und gibt auch Endgame-Spielern endlich etwas zu tun. Solche Änderungen sollten aber nicht immer zwei Monate dauern, wie es teilweise aktuell geplant ist. Sonst sind das Interesse an Diablo 4 und das Geld aus Mikrotransaktionen schnell hinüber.
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| Saison der Boshaftigkeit im Test: Diablo 4 macht sich selbst kaputt |
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Was leider sehr oft generell bei Games vergessen wird, vielleicht?: Sound-Design! D2...
Ich hoffe zum Beispiel, dass bis ich es mir irgendwann zulege (bestimmt nicht für 70...
Naja bei D3 gabs ja auch die Season mit den ätherischen Waffen, die nicht mit übernommen...
Macht einen Solomodus und das Problem ist behoben ^^