Erst Anschlag, dann Gewalttat, schließlich Vorfall

In zwei Details weichen Cottles Angaben von denen des deutschen Facebook-Sprecher Stojanow ab: In Cottles Blogpost vom 2. Juni 2016 heißt es noch, der Safety Check sei erstmals nach dem Taifun Hagupit im Dezember 2014 auf den Philippinen aktiviert worden, nicht in Nepal. Und Cottle spricht von lediglich 28 Fällen, in denen er aktiviert wurde, nicht von 200. Das könnte daran liegen, dass der Blogpost erschien, als Facebook die nutzergetriebene Aktivierung gerade erst testweise einführte. Das neue System könnte zu einer deutlich häufigeren Aktivierung geführt haben.

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Dass dieses neue System noch Schwächen hat, zeigte sich Stojanow zufolge nun in Berlin. Zum einen, weil der Ort des Geschehens mit Berlin-Heinersdorf anfangs falsch angegeben wurde. Das könnte daran liegen, dass viele Nutzer, die über den Vorfall am Weihnachtsmarkt in Charlottenburg berichteten, nicht präzise geortet wurden. Zum anderen sind viele Nutzer offenbar sofort von einem Anschlag ausgegangen, weshalb das Schlagwort zum Auslöser für den Safety Check wurde, lange bevor die Polizei diesen Verdacht offiziell bestätigt hat. "Der Anschlag von Berlin" stand dadurch zunächst auf der Safety-Check-Seite, was zu dem Zeitpunkt unseriös wirkte.

Facebook hat sich auf Nutzer und voreilige Medien verlassen

Sobald ein Safety Check von den Nutzern ausgelöst wird, fingen Facebook-Mitarbeiter aber auch an, die entsprechenden Informationen zu prüfen, sagt Stojanow. Ihre Quellen sind die Behörden und die Medien. Offenbar haben sich die Facebook-Mitarbeiter diesmal zunächst zu sehr auf inoffizielle Polizeiangaben und auf übereifrige Medien verlassen. Deshalb war auch die zweite Version nicht viel besser. Statt "Anschlag" stand vorübergehend "Gewalttat" da - auch das war zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigt. Seit etwa 23 Uhr heißt es nun "Der Vorfall am Weihnachtsmarkt in Berlin".

Man kann Facebook also durchaus vorwerfen, durch seine Wortwahl möglicherweise noch mehr Unruhe gestiftet zu haben. Den Vorwurf müssen sich aber auch alle Medien und alle Nutzer gefallen lassen, die ohne jede offizielle Bestätigung von einem Anschlag berichteten.

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 Safety Check: Warum Facebook sofort vom "Anschlag in Berlin" ausging
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User_x 22. Dez 2016

eben, wie ein schwenk in die andere richtung auch ;-) daher wollte ich nur darauf...

M.P. 22. Dez 2016

Zwischen der ersten und der letzten Detonation am Stade de France sind 30 Minuten...

Lanski 22. Dez 2016

Da kann ich ein mögliches Puzzleteil zufügen. Das Hinterlassen von Papieren steht quasi...

lear 21. Dez 2016

Es macht Dich also "natürlich" geil, Trauernde anzutrollen. Gut zu wissen. Tschüß. PS...



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