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Safe Street Rebels: Verkehrshütchen gegen autonome Autos

Verkehrsaktivisten haben in San Francisco einen originellen Weg gefunden, autonom fahrende Fahrzeuge lahmzulegen.
/ Christophe Leske
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Protest mit Verkehrshütchen gegen autonome Autos (Bild: @safestreetrebel/Twitter)
Protest mit Verkehrshütchen gegen autonome Autos Bild: @safestreetrebel/Twitter

Die Webseite Techspot(öffnet im neuen Fenster) und der Guardian(öffnet im neuen Fenster) berichten, dass eine Gruppe von Verkehrsaktivisten mit dem Namen Safe Street Rebel(öffnet im neuen Fenster) in San Francisco eine lustige Art des Protestes gefunden hat, um autonom fahrende Autos von Waymo und Cruise außer Gefecht zu setzen: Sie setzen ihnen einfach Verkehrshütchen auf die Motorhaube.

Auf Twitter riefen sie dazu die " Week of Cone(öffnet im neuen Fenster) " aus, die Woche des Verkehrshütchens. Damit protestieren sie gegen die autonomen Fahrzeuge, da diese Unfälle verursachten, die Straßen blockierten und einen überwachungstechnischen Albtraum darstellten.

Laut Behördenangaben gab es seit Januar 90 Zwischenfälle mit den autonomen Fahrzeugen der Hersteller Waymo (Alphabet) und Cruise (General Motors).

Hinzu kommt, dass die California Public Utilities Commission (CPUC) darüber entscheiden soll, ob und wann mehr autonome Fahrzeuge und Robotaxis auf den Straßen fahren dürfen. Angedacht ist die Ausweitung der Anzahl der Fahrzeuge sowie eine Betriebserlaubnis rund um die Uhr, wogegen die Aktivisten sich wehren(öffnet im neuen Fenster) .

Die Gruppe postete ein Anleitungsvideo auf Twitter und ermutigte auf satirische Weise andere, es ihnen (natürlich nicht, zwinker, zwinker) nachzumachen: "Hell no, we do not consent to this" (zu Deutsch etwa: "Zur Hölle nein, natürlich befürworten wir so was nicht" ). Das Video erklärt, wie man mit einem Verkehrshütchen die Fahrzeuge lahmlegt, wobei darauf hingewiesen wird, dass diese keine Fahrgäste befördern sollten.

"Es ist großartig" , kommentierte einer der Organisatoren, "wir beschädigen kein Eigentum, es ist leicht zu reparieren und es ist eine lustige und sehr effektive Methode, die überall recht positiv aufgenommen wird." Mitarbeiter der Stadt San Francisco sind laut dem Sender Kron4 allerdings der Auffassung, dass diese Art des Protestes die Straßen mehr blockiere, da ein lahmgelegtes Fahrzeug einen technischen Experten benötige, der die Elektronik zurücksetzt.

Waymo will polizeiliches Vorgehen

Betreiber Waymo hingegen ist nicht amüsiert: Ein Pressesprecher betonte, die Verkehrshütchenaktion zeuge von mangelndem Verständnis dafür, wie autonome Fahrzeuge funktionierten, und seien Vandalismus. Außerdem ermutige dies "unsicheres und respektloses Verhalten" im Straßenverkehr. Die Firma kündigte an, polizeilich gegen jeden vorzugehen, der gegen ihre Fahrzeuge agiere.

Cruise hingegen erklärte, dass seine Fahrzeuge bereits über 3 Millionen Kilometer auf San Franciscos Straßen gefahren seien, ohne in einen Unfall mit tödlichem Ausgang oder ernsthaften Verletzungen involviert gewesen zu sein.

Laut Safe Street Rebel reiht sich der Protest in Aktionen ein, mit denen für die Verbannung von Autos von den Straßen gekämpft wird und mehr Gelder für öffentliche Verkehrsmittel gefordert werden, um Fahrradfahrer und Fußgänger zu schützen. Die Gruppe argumentiert, dass autonome Fahrzeuge ein Sicherheits- und Umweltrisiko darstellten, obwohl sie als Alternative zu Autos beworben würden: "Sie benötigen immer noch breite Straßen und haben Kameras überall" , sagten die Organisatoren. "Die Frage ist nicht: Sind sie sicherer als menschliche Fahrer? Wir wollen gesunde Städte, und dazu brauchen wir diese Hightech-Überwachungsdrohnen nicht."


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