Abo
  • Services:

Safe-Harbour-Abkommen: 30 US-Firmen sollen Datenschutz bei EU-Bürgern ignorieren

US-Datenschützer haben sich über 30 Firmen beschwert, die die Regeln des Safe-Harbour-Abkommens nicht einhalten und europäische Daten für unerlaubte Zwecke benutzen sollen. Darunter sind bekannte Marken wie Adobe und AOL.

Artikel veröffentlicht am ,
Zentrale der FTC in Washington D. C.
Zentrale der FTC in Washington D. C. (Bild: US-Kongressbibliothek)

Zahlreiche US-amerikanische IT-Firmen sollen die Daten von EU-Bürgern für unerlaubte Zwecke wie Profiling und Online-Targeting einsetzen. Das in Washington ansässige Center for Digital Democracy (CDD) hat am Donnerstag bei der Handelsbehörde FTC eine Beschwerde gegen 30 Unternehmen eingereicht, darunter Adobe, AOL, Salesforce, Datalogix, Marketo, Bluekai sowie weitere Online-Vermarkter. Das CDD wirft den Firmen vor, sich offiziell zu dem Safe-Harbor-Abkommen zu bekennen, tatsächlich jedoch die Regelungen nicht einzuhalten.

Stellenmarkt
  1. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin
  2. OHB System AG, Bremen, Oberpfaffenhofen

In einer 118-seitigen Übersicht heißt es unter anderem, dass AOL eine ganze Reihe von Diensten für das Online-Profiling entwickelt habe. Detaillierte Kundendaten würden genutzt, um individuelle Nutzer beim Surfen zu verfolgen und ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. So würden alleine durch AOLs Adlearn-Technik täglich bis zu vier Milliarden Transaktionen verarbeitet. Das Unternehmen verspreche seinen Werbekunden, dass diese "mehr über ihre Kunden erfahren werden, als sie je für möglich hielten". Auch Adobe wird vorgeworfen, ein "mächtiges und präzises Data-Mining-System" aufgebaut zu haben.

Mythos der Anonymität

CDD-Direktor Jeff Chester sagte: "Die USA schaffen es nicht, ihr Datenschutzversprechen gegenüber Europa einzuhalten." Es gebe wenig Kontrollen vonseiten der FTC. Stattdessen nutzten die Big-Data-Firmen das Safe-Harbor-Abkommen als Mantel, um ihre Datensammelei ohne ernsthafte Überprüfung voranzutreiben. Die Firmen versteckten sich hinter kurzen und vagen Datenschutzbestimmungen, obwohl Safe Harbor Transparenz und Offenheit einfordere. Zu den fünf zentralen Bedenken gegen die Praxis der US-Firmen gehörten die fehlende Möglichkeit zum Opt-out sowie der Mythos der Anonymität, der angesichts detaillierter Nutzerinformationen darüber hinwegtäusche, dass der Nutzername für eine zielgerichtete Werbung gar nicht erforderlich sei. Die CDD forderte die Handelsbehörde auf, die Praktiken der genannten Firmen zu untersuchen.

Das Safe-Harbor-Abkommen wurde nach Inkrafttreten der EU-Datenschutzrichtlinie von 1995 mit den USA vereinbart. Es soll sicherstellen, dass die Daten von EU-Bürgern auch von US-Firmen nach bestimmten Datenschutzgrundsätzen verarbeitet werden. Bislang haben mehr als 4.700 US-Firmen die Regelungen akzeptiert. Diese sieht unter anderem vor, dass Nutzer über den Zweck der Datenverarbeitung informiert werden, eine Weitergabe an Drittanbieter ablehnen können und Zugang zu ihren gespeicherten Daten haben. Im Zusammenhang mit den Enthüllungen Edward Snowdens hatte das EU-Parlament eine Aussetzung des Abkommens gefordert. Die FTC ermahnte Anfang des Jahres bereits ein Dutzend Unternehmen, weil sie die Regelungen des Abkommens nicht eingehalten haben sollen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 127,90€ (effektiver Preis für SSD 107,90€)
  2. (u. a. Battlefield 5, FIFA 19, Battlefront 2, NHL 19)
  3. (u. a. FIFA 19, New Super Mario Bros. U Deluxe, Donkey Kong Contry)
  4. (aktuell u. a. Ryzen 7 2700X 299€, Playstation-Store-Guthaben für 18,40€ statt 20€ oder...

JensM 15. Aug 2014

Irgendwie hat niemand Microsofts Wandel mitbekommen. In den letzten 10 Jahren hat sich...

tingelchen 15. Aug 2014

Das Freihandelsabkommen hat für US Firmen einen sehr hohen Wert. Ist es doch regelrecht...

millionär 14. Aug 2014

Hätte mich gewundert wenn nicht so wäre.

FreiGeistler 14. Aug 2014

Hmm... Nimmt mich wunder wie Facebook reagiert wenn ich auf die Möglichkeit zum Opt-Out...


Folgen Sie uns
       


Royole Flexpai - Hands on (CES 2019)

Das Flexpai von Royole ist das erste kommerziell erhältliche Smartphone mit faltbarem Display. Ein erster Kurztest des Gerätes zeigt, dass es noch einige Probleme mit der Software hat.

Royole Flexpai - Hands on (CES 2019) Video aufrufen
Vorschau Spielejahr 2019: Postnukleare Action und die nächste Konsolengeneration
Vorschau Spielejahr 2019
Postnukleare Action und die nächste Konsolengeneration

2019 beginnt mit Metro Exodus, Anthem, dem neuen Anno und The Division 2 richtig toll! Golem.de verrät, welche Blockbuster sonst noch kommen, was die Konsolenhersteller möglicherweise planen - und was auch Ende 2019 fast sicher nicht zum Spielen da sein wird.
Von Peter Steinlechner

  1. Slightly Mad Mad Box soll Konkurrenz für Xbox und Playstation werden
  2. Jugendschutz China erlaubt neue Computerspiele
  3. Jugendschutz Studie der US-Regierung entlastet Spielebranche

Slighter im Hands on: Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist
Slighter im Hands on
Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist

CES 2019 Mit Slighter könnte ausgerechnet ein Feuerzeug Rauchern beim Aufhören helfen: Ausgehend von den Rauchgewohnheiten erstellt es einen Plan - und gibt nur zu ganz bestimmten Zeiten eine Flamme.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Smart Tab Lenovo zeigt Mischung aus Android-Tablet und Echo Show
  2. Royole Flexpai im Hands on Display top, Software flop
  3. Alienware Area 51m angesehen Aufrüstbares Gaming-Notebook mit frischem Design

Geforce RTX 2060 im Test: Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber
Geforce RTX 2060 im Test
Gute Karte zum gutem Preis mit Speicher-Aber

Mit der Geforce RTX 2060 hat Nvidia die bisher günstigste Grafikkarte mit Turing-Architektur veröffentlicht. Für 370 Euro erhalten Spieler genug Leistung für 1080p oder 1440p und sogar für Raytracing, bei vollen Schatten- oder Textur-Details wird es aber in seltenen Fällen ruckelig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Geforce RTX 2060 Founder's Edition kostet 370 Euro
  2. Turing-Architektur Nvidia stellt schnelle Geforce RTX für Notebooks vor
  3. Turing-Grafikkarte Nvidia plant Geforce RTX 2060

    •  /