SAF-Produktion: Aus Bauschutt soll Flugzeugtreibstoff werden

Der japanische Kartonhersteller Rengo(öffnet im neuen Fenster) plant etwa 20 Milliarden Yen (123 Millionen Euro) in die Installation von Anlagen zur Herstellung von Ethanol zu investieren(öffnet im neuen Fenster) . Dieses soll zu nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF; Sustainable Aviation Fuels) verarbeitet werden. Zur Herstellung sollen Bauabfälle verwendet werden.
Japan möchte nämlich seine Luftfahrtindustrie umweltfreundlicher gestalten. SAF soll über den gesamten Lebenszyklus des Kraftstoffs (einschließlich Rohstoffgewinnung, Raffinierung und Verbrennung) 70 bis 90 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als herkömmlicher Düsenkraftstoff.
Schaffung von Lieferketten
Das japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus Meti(öffnet im neuen Fenster) (Ministry of Economy, Trade and Industry) möchte SAF mit normalem Flugbenzin mischen. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil auf 10 Prozent des von inländischen Fluggesellschaften verwendeten Flugbenzins erhöht werden. Im Gegensatz zu den USA und Europa liegt Japan jedoch weit zurück bei der Entwicklung für SAF-Lieferketten.
Die Herstellung des Rohstoffs wird von Rengo über seine Tochtergesellschaft Taiko Paper Mfg vertrieben. Die Gesellschaft stellt Verpackungspapiere her und entsorgt Industrieabfälle. Die Anlage wird im Hauptwerk von Taiko Paper installiert. Dort finden die Verzuckerung, die Fermentation und die Destillation statt, die für die Herstellung von Ethanol erforderlich sind.
Die Herstellung von SAF aus Bauschutt
Ab dem Jahr 2027 sollen jährlich 20.000 Kiloliter Ethanol aus Bauabfällen hergestellt werden. Zu den Abfällen gehören Altholz und Industrieabfällen - wobei das Unternehmen auf keine weiteren Details eingeht. Das Unternehmen geht zwar davon aus, dass die Produktionskosten für Ethanol aus Bauabfällen höher sind als die für Ethanol aus Pflanzen. Jedoch will die Firma ihre Liefermengen zukünftig steigern, um wettbewerbsfähiger zu sein.
Ab 2030 möchte Rengo einem Prozent des Inlandsbedarfs von SAF entsprechen. Die Beimischung von Bauschutt zu den SAF-Rohstoffen wird zur Stabilität des Beschaffungsnetzes beitragen. Aber auch andere Unternehmen wie Oji Holdings und Nippon Paper Industries arbeiten an Plänen zur Herstellung von Bioethanol aus Holz. Die Produktion durch Bauschutt sei jedoch einzigartig.
Eine weitere Herausforderung gibt es noch: Es muss ein stabiles Beschaffungsnetz für SAF aufgebaut werden. Der EU-Gesetzgeber hat etwa beschlossen, dass 85 Prozent aller Flugkraftstoffe auf Flughäfen in der Europäischen Union aus SAF bestehen sollen. Flugzeuge, die nicht eine bestimmte Menge davon verwenden, könnten zukünftig möglicherweise keine ausländischen Flughäfen mehr anfliegen.



