Sackgasse: EU-Industriekommissarin sieht Diesel am Ende
Dieselfahrzeuge werden nach Ansicht von EU-Industriekommissarin Elżbieta Bieńkowska über kurz oder lang verschwinden(öffnet im neuen Fenster) – unabhängig davon, wie Verbraucher und Hersteller die Motorvariante beurteilten. Auch den Verbrennungsmotor allgemein zu verbessern, führe in eine Sackgasse, sagte Bienkowska dem Berliner Tagesspiegel.
Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung führte im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA) eine Studie durch, der zufolge rund 600.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt oder indirekt von einem Verbrennungsmotorverbot betroffen wären. Das sind rund zehn Prozent der Beschäftigten in der Industrie.
Wenn sich die Autohersteller nicht schnell genug anpassten, könne es passieren, dass Null- und Niedrigemissionsautos nicht mehr hier, sondern woanders gebaut würden, sagte die EU-Industriekommissarin weiter.

Hersteller sollten in Bildung und Ausbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Eine E-Auto-Quote und ein fixes Datum für das Ende des Verbrennungsmotors komme aber nicht, weil dies den Charakter einer Planwirtschaft habe. Vielmehr wolle die EU ein Anreizsystem forcieren, saubere Autos zu bauen.
Anfang November 2017 schlug die EU-Kommission neue Zielvorgaben für die durchschnittlichen CO2-Emissionen neuer Pkw und Lkw in der EU vor. 2030 sollen demnach die durchschnittlichen CO2-Emissionen sowohl bei neuen Pkw als auch bei neuen Lieferwagen 30 Prozent niedriger sein als 2021. Hersteller, die besonders viele emissionsfreie und emissionsarme Fahrzeuge anbieten, sollen mit einem weniger strengen CO2-Ziel belohnt werden. Ein emissionsfreies Fahrzeug soll stärker gewichtet werden als ein emissionsarmes Fahrzeug.
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