Sachsen: In ehemaligem Braunkohletagebau entsteht ein Solarpark
In einem ehemaligen Braunkohletagebau in Sachsen soll weiterhin Strom produziert werden – aus Sonne statt aus Kohle. In wenigen Monaten soll das Solarkraftwerk ans Netz gehen.
Der Energiepark Witznitz(öffnet im neuen Fenster) entsteht auf dem Kippengelände des ehemaligen Braunkohletagebaus Witznitz II südlich von Leipzig. Dort werden auf einer Fläche von 300 Hektar rund 1,1 Millionen Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 650 Megawatt installiert. Das soll reichen, um 200.000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen.
Laut dem Projektentwickler Move On Energy ist Witznitz einer "der größten, nicht staatlich geförderten Solarparks Europas" . Etwa 15 Prozent der aus China importierten Solarmodule seien bereits montiert, sagte Wolfgang Pielmaier, Technischer Leiter bei Move On Energy, der Deutschen Presseagentur (dpa), 80 Prozent lägen auf Lager.
Unter den Modulen wachsen Nutzpflanzen
Die Solarpaneele werden in Ost-West-Ausrichtung aufgestellt. So sei die Energieausbeute über den Tag verteilt am höchsten, sagte Pielmaier. Es seien sogenannte bifaziale Module, die auch Licht nutzen können, das auf ihre Rückseite fällt. Auf einem Teil der Fläche will Move On Energy auch eine landwirtschaftliche Nutzung testen. Agri-Photovoltaik oder Agri-PV wird eine solche doppelte Flächennutzung genannt.
Der Energiepark sei Teil der Energiewende, aber unabhängig von staatlicher Förderung, sagte Pielmaier. Move on Energy erhalte keine Einspeisevergütung, sondern verkaufe seinen Strom direkt über einen Großhändler an Industriekunden. Die Solartechnologie sei inzwischen so weit, dass sie ohne Subventionen bestehen könne.
Zu dem Energiepark und weiteren geplanten Green-Energy-Projekten in der Region gibt es auch kritische Stimmen aus der Bevölkerung. Sie seien zu groß, zu viel Fläche werde in Anspruch genommen. Der Landrat des Kreises Leipzig, Henry Graichen (CDU), betont dagegen die Chancen: "Wer Energie und vor allem erneuerbare Energie vorweisen kann, besitzt einen hochattraktiven Standortvorteil im Wettbewerb um Neuansiedlungen." Zudem würden die Solaranlagen auf Kippenböden errichtet, die für die Landwirtschaft ohnehin unwirtschaftlich seien.
Eigentümer des Solarparks in Witznitz ist der Versicherungskonzern Signal Iduna. Das Solarkraftwerk soll mindestens 30 Jahre lang Strom produzieren. Über zwei 380-Kilovolt-Leitungen und von Move On Energy errichteten Umspannwerken wird der Strom ins Übertragungsnetz eingespeist.
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