Sachsen-Anhalt: Wie die Techbranche auf den Wahlsieg der AfD reagiert
Der IT-Branchenverband hat zum Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt betont, dass die digitale Wirtschaft "von Offenheit, Vielfalt und internationaler Zusammenarbeit" lebe. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte am 7. September 2026(öffnet im neuen Fenster): "Unternehmen investieren dort, wo sie gute Bedingungen vorfinden und Fachkräfte aus dem In- und Ausland willkommen sind."
Sachsen-Anhalt müsse ein Land bleiben, in dem Menschen aus aller Welt gerne leben und arbeiten, Unternehmen investieren und neue Technologien entstehen könnten, erklärte Wintergerst.
Erstmals in der Nachkriegsgeschichte hat der Kandidat einer rechtsextremen Partei, Ulrich Siegmund, es fast geschafft, die absolute Mehrheit für eine Alleinregierung zu erringen. Das BSW kam knapp über die Fünf-Prozent-Hürde.
Proteste: "Wer AfD wählt, wählt Faschismus"
Der Verband der Internetwirtschaft Eco, positioniert sich seit Längerem(öffnet im neuen Fenster) mit Veröffentlichungen und Stellungnahmen entschieden gegen Rechtsextremismus und die Positionen der AfD. Wir werden diesen Artikel um die angekündigte Stellungnahme vom Eco ergänzen, sobald sie uns vorliegt. "Der Breko unterstützt das Statement des Bitkom voll und ganz", sagte Verbandssprecher Matthias Schuchard Golem auf Anfrage. Der Breko hatte sich bereits im Jahr 2024 gegen Rassismus(öffnet im neuen Fenster) positioniert. In den Mitgliedsunternehmen arbeiteten "Fachkräfte unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Kulturen zusammen", hieß es damals.
Der Telco-Verband VATM erklärte: "Als Verband äußern wir uns nicht zum Ausgang von Landtagswahlen. Wir werden aber die kommenden digitalpolitischen Weichenstellungen sehr genau beobachten und kommentieren", erklärte VATM-Sprecherin Maria Schlechter Golem auf Anfrage.
Der Deutsche Journalisten-Verband protestierte gegen die Ankündigung Siegmunds, den MDR-Staatsvertrag kündigen zu wollen. Er wolle die "Zwangsabgabe" abschaffen und den Staatsvertrag kündigen, sagte Siegmund. "Es gilt, die Extremisten mit ihren verfassungsfeindlichen Forderungen vor die Wand laufen zu lassen", sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. "Die Pressefreiheit ist ein Grundrecht der Verfassung." Daran käme eine rechtsextremistische Partei, auch in der Regierung, nicht vorbei.
Über das gesamte Wahljahr und die intensive Wahlkampfphase hinweg gerechnet, haben sich rund 70.000 Menschen in Sachsen-Anhalt aktiv an Demonstrationen, Mahnwachen und Kundgebungen gegen die AfD beteiligt. Eine der zentralen Losungen lautete: "Wer AfD wählt, wählt Faschismus."

