Sacem: Youtube und französische Gema einigen sich

Universal Music, der französische Rechteverwerter Sacem und Youtube haben einen Vertrag geschlossen. Das gab die Compositeurs et Éditeurs de Musique (Sacem), das französische Pendant zur deutschen Gema, bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Vereinbart wurde die Lizenzierung für das britische und US-amerikanische Repertoire für Googles Videoplattform in 127 Nationen in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Asien. Zu den finanziellen Konditionen wurden keine Angaben gemacht.
"Sacem ist froh, weltweit die erste Autorengesellschaft zu sein, die eine Einigung von diesem Umfang mit Youtube, der weltweit führenden digitalen Plattform für Musikvideos, erzielt hat" , sagte Sacem-Chef Jean-Noël Tronc.
Zach Horowitz, der Vorstandsvorsitzende der Universal Music Publishing Group: "Der digitale Markt kann nur gedeihen, wenn Kreative eine gerechte Entlohnung durch effiziente und innovative Lizenzierungslösungen erhalten." Auch Robert Kyncl, Vice President für Content Partnerships bei Youtube, äußerte sich erfreut.
Mounira Latrache, Youtube-Deutschland-Sprecherin, hatte im Gespräch mit Golem.de im Februar 2013 erklärt : "Wegen des Rechtsstreits mit der Verwertungsgesellschaft Gema verdiene Youtube mit Musik in Deutschland gegenwärtig kein Geld. Musik ist ja geblockt und es gibt auch keine Werbung" , sagte sie. Youtube habe im vergangenen Jahr jedoch weltweit mehrere Hundert Millionen US-Dollar an das Musikbusiness ausgeschüttet.
"Wir wollen der Gema einen Umsatzanteil zahlen. Was wir aber nicht machen können, ist pro View eines Videos zahlen, weil das nicht unserem Geschäftsmodell entspricht und wir nicht pro View eines Videos Geld verdienen" , betonte Latrache.
Die Vorstellung der Gema über einen Pro-View-Tarif sei wohl durch Vereinbarungen mit Downloaddiensten wie zum Beispiel iTunes entstanden. Latrache: "Die haben als Downloadplattform aber feste Sätze. Wir sind aber kein Downloaddienst und wir bestimmen auch nicht die Summen, zu denen wir Werbung verkaufen. Werbebasierte Dienste verdienen mal mehr und mal weniger, je nach Angebot und Nachfrage."
Die Gema hatte wegen der Einblendung der Es-tut-uns-leid-Sperrtafeln vor dem Landgericht München Unterlassungsklage gegen Youtube eingereicht. Seit rund vier Jahren streiten sich die Gema und Youtube um die Vergütung für Abrufe von Musikvideos bei dem Videoportal.



