Sabotage bei OpenMandriva: Streit unter Linux-Entwicklern eskaliert
Die Linux-Distribution Openmandriva(öffnet im neuen Fenster) ist offenbar Ziel einer internen Sabotageaktion geworden. Wie aus einer Ankündigung im Openmandriva-Forum(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, hat einer der beteiligten Entwickler nach einer Auseinandersetzung in einem Chat Teile eines Github-Repositories des Projektes gelöscht und ein leeres Paket publiziert, was wohl direkte Auswirkungen auf Nutzersysteme hätte haben können.
Bei dem beschuldigten Entwickler handelt es sich um Davide Beatrici, der unter anderem für seine Arbeit an der quelloffenen Chat-App Mumble(öffnet im neuen Fenster) bekannt ist. Dieser soll dem Openmandriva-Team vor einiger Zeit zusammen mit zwei anderen namentlich nicht genannten Entwicklern beigetreten sein, um die Entwicklung der Linux-Distribution zu unterstützen.
Einer dieser Entwickler, der in der Meldung als Freund von Beatrici bezeichnet wird, soll wiederholt Unruhe gestiftet und einige andere Leute aus dem Team dazu animiert haben, das Openmandriva-Projekt zu verlassen. Eines Tages soll der Unruhestifter dann infolge einer Auseinandersetzung aus dem internen Matrix-Chat der Openmandriva-Entwickler gekickt worden sein.
Admin-Zugriff missbraucht
Daraufhin eskalierte die Situation. Zusammen mit einem Kollegen verließ Beatrici das Entwicklerteam. Anschließend soll er seine administrativen Zugriffsrechte, die er zu diesem Zeitpunkt immer noch besaß, ausgenutzt haben, um das Linux-Projekt zu sabotieren. "Er hat einen Teil unseres Repositories von Github gelöscht – Dinge, an denen wir seit vielen Jahren gearbeitet hatten", heißt es in der Ankündigung.
Zudem soll Beatrici im teaminternen Cooker-Repository ein leeres Paket veröffentlicht haben, was den Angaben zufolge die Systeme von Nutzern der Desktop-Umgebungen Gnome und Cosmic hätte beschädigen können.
Laut Ankündigung arbeiten die Openmandriva-Entwickler nun daran, die gelöschten Daten wiederherzustellen und alle entstandenen Schäden zu korrigieren. Bei einer umfassenden Überprüfung der Systeme wurden abseits der genannten Eingriffe wohl keine weiteren Sabotageversuche festgestellt.
Beschuldigter wiegelt ab
In einer gegenüber The Lunduke Journal abgegebenen und auf X publizierten(öffnet im neuen Fenster) Stellungnahme erklärte Beatrici, sein Eingriff sei "auf keinen Fall Sabotage" gewesen. Er sei nicht die Art von Person, die so etwas mache. "Es war nicht mein Ziel, der Distribution, um die ich mich in den letzten drei Jahren gekümmert habe, zu schaden", erklärte er.
Er habe lediglich die Cosmic- und Gnome-Repos gelöscht, da sich Openmandriva ohnehin hauptsächlich auf KDE und LXQt fokussiere. Mindestens drei andere Teammitglieder hätten intern bereits mehrfach den Wunsch geäußert, diese Repos zu entfernen. Nur wenige Mitglieder verträten diesbezüglich andere Ansichten.
Überdies kritisiert Beatrici, dass auch seine Arbeit zuvor sabotiert worden sei. "Dieselben Mitglieder, denen Sicherheit und ein sauberer Git-Commit-Verlauf offensichtlich egal sind, haben beschlossen, die Datei .onedev-buildspec.yml aus mehreren Repositories zu löschen, ohne mich oder irgendjemanden anderen vorher zu fragen oder zu informieren", so der Entwickler.
Trotz des weitreichenden Eingriffs will das Entwicklerteam von Openmandriva laut Ankündigung davon absehen, rechtliche Schritte gegen Beatrici einzuleiten.
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