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Sabotage an Umspannwerken: Drittes Umspannwerk sollte beschädigt werden

Bei Dormagen nahe Köln wurden verdächtige Abschussvorrichtungen gefunden. Zudem gibt es ein Bekennerschreiben, das weitere Tatorte nennt.
/ Mario Petzold
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Spurensuche am Umspannwerk Bergheim (Bild: Reuters/Thilo Schmülgen)
Spurensuche am Umspannwerk Bergheim Bild: Reuters/Thilo Schmülgen

Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) berichtet, sind an einem Umspannwerk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf verdächtige Abschussvorrichtungen gefunden worden, wie sie bereits im brandenburgischen Jänschwalde und im nur 25 km vom neuen Fundort entfernten Bergheim gefunden wurden. Die Polizei geht demnach davon aus, dass ein versuchter Sabotageakt vorliegt.

Entdeckt worden waren die Gegenstände am Donnerstagabend von einem Spaziergänger. Ob sie mit den Objekten an den anderen Umspannwerken vergleichbar sind, gab die Polizei nicht bekannt. Sie spricht von möglichen Abschussvorrichtungen.

Weitere Umspannwerke in der Region seien überprüft worden, ohne dass dabei Beschädigungen festgestellt werden konnten. Lediglich in Bergheim gab es einen größeren Ausfall. Eine Art Silvesterrakete hatte dort einen leitfähigen Draht um Oberleitungen gewickelte und einen Erdschluss verursacht.

Bekennerschreiben nennt mögliches Motiv

Bereits kurz vor dem neuerlichen Vorfall meldete die taz(öffnet im neuen Fenster), dass sie ein Bekennerschreiben erreicht hat. Demnach handelt es sich um einen einzelnen Täter, der gegen die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern vorgeht.

Laut dem Bericht enthält das Schreiben Informationen, die erst nach dem Versenden veröffentlicht wurden. Es werden darin zwar weitere Anschlagsorte in Brandenburg und Sachsen genannt, die Umspannwerke in Bergheim und Dormagen finden aber keine Erwähnung.

Wie die taz betont, bleibt unklar, ob das Schreiben authentisch ist. Ungewöhnlich sei vor allem, dass konkrete Angaben zum Verfasser enthalten sind. Zwar deckten sich die Angaben mit dem Tatverlauf, aber es sei ebenso denkbar, dass eine falsche Spur gelegt werden soll.

Augenscheinlich waren bisher nur Umspannwerke in der Nähe von Kohlekraftwerken betroffen, allerdings handelt es sich genau dabei um die empfindlichsten Stellen des deutschen Stromnetzes. Über wenige Leitungen wird eine enorm hohe Leistung eingespeist, für die andernorts die Windkraftleistung eines ganzen Bundeslandes abgeschaltet werden müsste.

Nachtrag vom 4. September 2026, 13:10 Uhr

Laut Tagesschau(öffnet im neuen Fenster), die sich auf Informationen der Ermittlungsbehörden stützt, ist mittlerweile ein zweites Bekennerschreiben des gleichen Verfassers aufgetaucht. Insgesamt sollen in beiden Schreiben Sabotageakte und versuchte Sabotage an sechs Umspannwerken in Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen genannt werden. Als Motiv für den Anschlag wird genannt, dass die Gefahren, die durch die Nutzung fossiler Energien entstehen, verhindert werden sollen.


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